Kreis Heinsberg: Deutsche Glasfaser trennt sich von Tiefbaufirmen

Kreis Heinsberg: Deutsche Glasfaser trennt sich von Tiefbaufirmen

Der Kreis Heinsberg sei quasi „die Wiege der Deutschen Glasfaser“, beschrieb es Pressesprecherin Gerda Johanna Meppelink blumig. Etliche Projekte hätten zeitgleich mit unterschiedlichen Firmen realisiert werden müssen. Da leider nicht in allen Fällen der Qualitätsstandard eingehalten worden sei, habe sich das Unternehmen mittlerweile von einigen Tiefbauunternehmen trennen müssen.

Und eben dies sei auch der Grund, dass es in der Ausbauphase an einigen Orten im Kreisgebiet zu Verzögerungen gekommen sei.

So hätte die Gemeinde Gangelt eigentlich schon zu 100 Prozent fertiggestellt sein müssen, erläuterte Glasfaser-Chef Marco Westenberg, ist es allerdings erst zu etwa drei Vierteln. Auch in Kempen und Hochbrück sollten die Arbeiten beendet sein. Gleiches gelte für Baal, Hetzerath, Schwanenberg und Rath-Anhoven.

In den zuletzt genannten vier Orten müssten zum Teil noch durch den vorherigen Nachunternehmer entstandene Mängel beseitigt werden. Besser gelaufen sei es da in Scherpenseel und Geilenkirchen, wo sich alles im Plan befinde. Auch Selfkant stehe gut da.

Lediglich in Wehr und Hillensberg „dauert es noch etwas“, wie Westenberg anmerkte. In Uevekoven wird es nach jetzigem Stand aufgrund der mit 16 Prozent zu geringen Nachfrage in der Bevölkerung wohl kein Glasfasernetz geben. Auch Orsbeck, Luchtenberg und Dremmen schwächelten da noch etwas. Hier ist Westenberg jedoch zuversichtlich, doch noch die nötige Hürde von 40 Prozent nehmen zu können.

Normalerweise seien die Kunden nach dem Start einer solchen Maßnahme in vier bis spätestens zehn Monaten am Netz, erklärte Meppelink. „Der Ausbau wird nun relativ flott vorangehen“, und die Bürger könnten sich auf der Homepage des Unternehmens über die genauen Zeitabläufe für ihren Ort informieren.

Es habe eine Umstrukturierung gegeben, meinte Westenberg. „Glasfaser überlässt nicht mehr so viele Aufgaben den Generalunternehmen.“ Zu den neuen Firmen, die jetzt bei der Umsetzung mit an Bord seien, gehöre auch ein niederländisches, mit dem Glasfaser in der Nähe von Eindhoven schon erfolgreich 200.000 Anschlüsse gelegt habe.

80 bis 90 Millionen Euro würden in den Kreis Heinsberg investiert. Und die Gewerbegebiete sollen mittelfristig auch vom modernen Glasfasernetz profitieren können, sagte Westenberg. Eigens hierzu sei die Deutsche Glasfaser Business GmbH gegründet worden als „Leuchtturmprojekt“. In Brachelen und Baal habe es bereits erste Sondierungsgespräche gegeben, noch vor dem Sommer soll dies auch in jeweils zwei kleineren Gewerbegebieten in Selfkant und Gangelt geschehen. Gipco in Erkelenz und der Bizzpark in Oberbruch sollen folgen.

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