Der Verbund „Starke Partner“ verleiht das Goldene Pflegeherz

Verbund „Starke Partner“ verleiht das Goldene Pflegeherz : Mit Herzblut im Dienst am Menschen

Der Verbund „Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg“ verleiht zum sechsten Mal das Goldene Pflegeherz. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an pflegende Angehörige, Kollegen und an Dr. Karl-Heinz Feldhoff.

Es waren Tränen der Rührung, die bei der Verleihung des Goldenen Pflegeherzens flossen. Der Verbund „Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg“ hatte zur Verleihung in die Christuskirche eingeladen. Laudatoren – Angehörige, Kollegen und Vorgesetzte der Preisträger – lenkten den Blick auf die aufopfernde Pflege und Zuwendung, die die zu Ehrenden leisten. Nicht nur sie wurden mit dem goldenen Pflegeherz, entworfen von der Goldschmiede Lennartz, ausgezeichnet, sondern auch Dr. Karl-Heinz Feldhoff.

„Der stärkste Muskel ist ein Muskel, den man zu selten sieht, das Herz. Es schlägt für uns. Es kann auch für andere schlagen“, bemerkte Pfarrer Sebastian Walde beim Gottesdienst, den er gemeinsam mit Propst Markus Bruns zelebrierte. Menschen hätten in der Pflege Herz gezeigt. Deshalb würden sie ausgezeichnet. Auch Propst Bruns richtete in der Predigt das Augenmerk auf die Liebe und Barmherzigkeit – verbunden mit dem Appell, diese beiden Werte als Auftrag an uns alle zu sehen. Denn die Kraft der Liebe bleibe für immer, so Bruns.

Wie wichtig Zuwendung, Pflege und Liebe in unserer Gesellschaft seien, verdeutlichte Marion Peters, Vertreterin des Verbunds „Starke Partner- Pflegenetz“ in ihrer Begrüßung. Pflege und Betreuung würden in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft immer mehr Raum einnehmen, für die Lösungen erforderlich seien. Es gebe 3,7 Millionen pflegebedürftige Menschen, von denen 790.000 in Pflegeinrichtungen leben würden. Der weitaus größere Teil, nämlich 2,9 Millionen, würden Zuhause betreut. Damit seien und blieben die Angehörigen der größte Pflegedienst bundesweit.

Sie und die Mitarbeiter der Pflege würden tagtäglich eine nervenaufreibende, anstrengende Arbeit leisten, so Peters. Dieser wertvolle Dienst für und an unserer Gesellschaft bedürfe einer gesellschaftlichen Anerkennung. Deshalb zeichne der Verbund heute einige wenige stellvertretend für Millionen von Pflegenden mit dem Pflegeherz aus. Diesen Worten schloss sich Josef Aretz, Vorsitzender des Arbeitskreises Marketing der Starken Partner, an, indem er bemerkte, dass das Pflegeherz genau solch eine Würdigung sei. Er leitete damit zur Verleihung über.

Im Mittelpunkt standen nun die Laudatoren und die zu Ehrenden. Marcel Ballas würdigte Jutta Helleken als eine Kollegin, die mit 60 noch eine Zusatzqualifikation als Betreuungskraft gemacht hat und voller Herzblut im Dienste der Menschen, die Hilfe benötigen, steht. Anni Porn wandte sich an Jennifer Nieberg, die für sie eine unentbehrliche Hilfe bei der Betreuung ihres Vaters war und heute der pflegebedürftigen 95-jährigen Mutter ist. Thomas Hoff stellte Helmut Laurs heraus, um ihn unter anderem dafür zu ehren, dass er Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens beisteht – auch außerhalb der Dienstzeit.

Markus Laumen hielt eine Laudatio auf Werner Altdorf, der sich für die Menschen auf der Palliativstation des Klinikums Aachen einsetzte und heute ehrenamtlich Pflegeheim-Bewohner in den letzten Stunden begleitet sowie bei Veranstaltungen hilft. Ute Timm und Marcel Ballas ehrten Helmut Linnards, stellvertretend für die Biker- und Trikerfreunde Selfkant e.V., die mit einer großen Abordnung an der Verleihung teilnahmen, und zwar für ihr ehrenamtliches Engagement, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen Lebensfreude mit Motorradfahrten zu bereiten. Laudator Bernhard Nolle stellte Heike Risters heraus, die bei einem Vollzeitjob unter anderem ihre Schwester pflegt, aber auch sonst für alle Menschen da ist, die Hilfe benötigen.

Anneliese Jansen richtete ihre Worte an ihre Schwester Agnes Geurts, die sich um den schwerkranken Vater gekümmert hat, fünf Jahre die an Demenz erkrankte Mutter, dann die Patentante pflegte und nun als Pflegekraft tätig ist. Ute Ossa-Kühnel ehrte den 22-jährigen Josef Göbels, der sich seit seinem elften Lebensjahr mit Herzenswärme für Pflegeheim-Bewohner engagiert und heute eine Ausbildung zum Altenpfleger macht. Rita Börder richtete die Worte an Hildegard Stapper, die sie als „Geschenk des Himmels“ bezeichnete, weil sie sich erst um beide Elternteile und nun nach dem Tod ihrer Mutter um ihren Vater kümmert.

Das Wort hatte anschließend erneut Josef Aretz, um Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der 38 Jahre beim Kreis Heinsberg, davon 23 Jahre als Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes tätig war, und 2017 in den Ruhestand verabschiedet wurde, zu ehren. Er hob hervor, dass Feldhoff dafür gesorgt hat, die Gesundheitskonferenz im Kreis 1995 als einer der ersten Kreise im Land  zu etablieren. Auf den Weg gebracht hat er auch den Ausbau leistungsfähiger Krankenhäuser, Maßnahmen zur Vorsorge und Behandlung von Volkskrankheiten wie Diabetes, grenzüberschreitende Projekte wie Sucht und Suchtprophylaxe und Kinder- und Jugendgesundheit.

Ein besonderes Anliegen war ihm das Projekt „Älter werden im Kreis Heinsberg“ sowie die Güte des Trinkwassers. Wichtig sei ihm, so Aretz, im Hinblick auf die gesundheitliche Vorsorge die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und den Einrichtungen der Pflege gewesen. „Ich bin stolz auf diese Auszeichnung“, dankte Dr. Feldhoff für die Ehrung. Er hob hervor, wie wichtig das Ehrenamt in der Pflege sei, gerade vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fachkräftemangels. Er appellierte daran, die berufliche Pflege anzuerkennen als nicht ärztlicher Heilsberuf. Zudem begrüßte er den Paradigmenwechsel, eine Pflegekammer 2020 neben der Ärztekammer einzurichten. Schließlich sprach er noch vom „Pflegestolz“, den jeder empfinden solle, der Pflegender sei.

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