Kreis Heinsberg: Der Trend bei Sportplätzen im Kreis Heinsberg geht zu Kunstrasen

Kreis Heinsberg : Der Trend bei Sportplätzen im Kreis Heinsberg geht zu Kunstrasen

Die einen schlagen sich die Knie auf, die anderen lassen das Leder über sattes Grün rollen. Die nächsten können auch im tiefsten Winter hinaus auf das künstliche und dennoch grüne Geläuf. War ein tadellos in Schuss gehaltener Rasen lange das Aushängeschild erfolgreicher Amateur-Fußballvereine, so geht der Trend heute in vielen Orten zum pflegeleichteren Kunstrasen.

In einigen Kommunen im Kreis Heinsberg ist diese Entwicklung erkennbar. In anderen plant man, moderne, zentrale Sportanlagen für unterschiedliche Sportarten. Wir geben einen Überblick.

So sieht die Landschaft der Sportplätze aus. Grafik: ZVA, Foto: Daniel Gerhards.

Heinsberg: Die Diskussionen um einen möglichen Kunstrasenplatz an der Realschule Im Klevchen sind in Heinsberg zeitweise hochgekocht. Mit den Stimmen der CDU-Mehrheit war im Rat der Bau eines Kunstrasenplatzes an Stelle des heutigen Skaterparks beschlossen worden. Mittlerweile ist klar, dass der Platz rund 700.000 Euro kosten soll. Die Verwaltung teilte mit, dass nun erst einmal 100.000 Euro in den Haushalt für das kommende Jahr eingestellt sind.

Sie sind für die „Planung eines Kunstrasenplatzes in Heinsberg“ vorgesehen. Die Opposition hatte das Vorhaben nach Bekanntwerden harsch kritisiert, weil es in eklatanter Weise gegen Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verstoße. Zwischenzeitlich hatte auch der Bund der Steuerzahler den Ratsbeschluss gerügt. Landrat Stephan Pusch (CDU) sah in dem Vorgängen in Heinsberg jedoch keinen Rechtsverstoß.

In Waldenrath befindet sich derweil bereits ein Kunstrasenplatz im Bau. Er soll zu den Fußballstadtmeisterschaften im August fertig sein. 600.000 Euro kostet der neue Platz samt Laufbahn und Sprunggrube für die Leichtathleten. Der SV Waldenrath-Straeten kann einen städtischen Zuschuss von 150.000 Euro einplanen, weitere 150.000 Euro will der Verein selber aufbringen, und Sponsoren sollen den Bau mit 300.000 Euro unterstützen.

Selfkant: Die Gemeinde plant, in Höngen einen integrativen Sportpark zu bauen, der dazu beitragen soll, den Ortsteil zu einem Ankerpunkt für Bildung, Kultur, Freizeit und Sport zu machen. Aktuell findet die Vermessung des Geländes in Höngen statt. Die Bauarbeiten für das 3,9-Millionen-Projekt sollen Ende Mai beginnen, teilte Bürgermeister Herbert Corsten (CDU) mit. Die Stadt kann auf Landeszuschüsse in Höhe von 3,4 Millionen Euro bauen.

Die Pläne sehen vor, auf dem Gelände südlich der Gesamtschule zwei neue Sportplätze, wohl einen Kunstrasen und einen Naturrasen — zu bauen. Zudem sind Naturtribünen mit Sitzstufen, eine 100-Meter-Laufbahn und weitere Laufwege entlang von Turn-, Kraft- und Fitnessgeräten vorgesehen.

Corsten sagte, dass andere Sportplätze wie der in Havert nicht weiter unterhalten werden könnten, wenn der integrative Sportpark fertig ist.

Wassenberg: Auch in Wassenberg laufen die Planungen für eine zentrale Sportstätte. Sie soll in Orsbeck nahe der Kreuzung von B 221 und L 117 entstehen. Dort, wo sich derzeit der Rasenplatz des 1. FC Wassenberg-Orsbeck befindet, soll ein Kunstrasenplatz angelegt werden, weiterhin vorgesehen sind ein Rasenplatz, Leichtathletikanlagen und sieben Tennisplätze.

Aktuell läuft der Kauf der nötigen Grundstücke für die Sportanlagen, an den sich weitere Planungsschritte anschließen. „Die Verwaltung geht derzeit von einem Baubeginn im Laufe des Jahres 2019 aus“, heißt es aus dem Rathaus. Wenn die zentrale Sportstätte fertig ist, möchte die Stadt den Sportplatz Am Wingertsberg aufgeben.

Der Vorstand des Tennisclubs Blau-Gold Wassenberg, der seine Anlage auch am Wingertsberg hat, hat sich bereits gegen einen Umzug nach Orsbeck ausgesprochen. Zum einen haben die Mitglieder ihre Anlage am Waldrand lieben gelernt. Außerdem glauben sie, ihr Clubleben auf der großen Anlage, die sie sich mit mehreren anderen Vereinen teilen müssten, nicht so gut ausleben zu können.

Hückelhoven: So schnell tut sich in Sachen Sportplätze in Hückelhoven erst einmal nichts. Das könnte sich aber rasch ändern. Der Modepark Röther würde seine Verkaufsräume in Hückelhoven nach Information von Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) gerne vergrößern. Möglich ist ein Neubau Am Landabsatz. Dafür müssten die dort befindlichen Plätze — ein Aschen- und ein Rasenplatz — aber weichen. Sollte dieses Projekt realisiert werden, plant die Stadt, auf dem Gelände von Schacht 3 eine neue Sportanlage zu bauen. Möglicherweise mit einem Kunstrasenplatz.

Erkelenz: Viel weiter sind die Pläne in Erkelenz. Dort wird an der Erka-Halle ein Kunstrasenplatz gebaut. Der symbolische erste Spatenstich findet am Donnerstag, 3. Mai, statt. Dafür verschwindet dort ein alter Aschenplatz und der Rasenplatz wird verkleinert. 100.000 Euro der Baukosten muss der SC 09 Erkelenz aufbringen, den Rest übernimmt die Stadt. Ursprünglich waren 400.000 Euro für das gesamte Projekt eingeplant. Ob diese Summe ausreicht, ist offen.

Was mit anderen Sportplätzen in Erkelenz geschieht, ist ebenfalls offen: Derzeit erstellt die Stadt eine Sportentwicklungsplanung. „Erst nach Analyse und Bewertung aller Daten kann entschieden werden, ob Sportstätten aufgegeben, in ihrer Nutzung verändert oder gegebenenfalls auch neu geschaffen werden müssen“, teilte die Stadt mit. Zudem laufen die Planungen, einen Ersatz für die Sportanlagen in den Umsiedlungsorten Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich zu schaffen.