Der Kreis Heinsberg wird nach und nach ein bisschen grüner

Trend der Grünen : Der Kreis wird nach und nach ein bisschen grüner

Den Grünen in Berlin geht es gut, das kann man anhand des allgemeinen Trends und verschiedener Umfragen klar feststellen. Ein Blick in den Kreis Heinsberg zeigt: Hier läuft’s ähnlich gut, wenn auch naturgemäß im kleineren Stil.

Anfang des vergangenen Jahres waren im gesamten Kreis Heinsberg 143 Menschen Mitglied bei den Grünen. Aktuell sind es 181 Mitglieder. Das entspricht einem Zuwachs von gut 26 Prozent. Alle zehn Ortsverbände haben sich in ihrer Mitgliederzahl vergrößert – trotz einigen Parteiaustritten, die es auch gab.

Das sagt Sofia Tillmanns, Geschäftsführerin der Grünen im Kreistag Heinsberg. Diese Entwicklung, also so viel Zuwachs, sei durchaus außergewöhnlich. „Wir bekommen vier, fünf Leute jeden Monat dazu, das gab es so noch nie“, sagt sie. Diesen Trend spüre sie seit dem Herbst des vergangenen Jahres, und er halte an.

Besonders deutlich ist der Zuwachs in absoluten Zahlen in Wassenberg ausgefallen. Dort sind seit dem 1. Januar 2018 aus ehemals zehn Grünen 17 geworden – damit ist der Ortsverband um 70 Prozent gewachsen. Am kleinsten ist und bleibt der Ortsverband Gangelt/Selfkant: Dort waren 2018 vier Menschen Parteimitglied, nun sind es sieben – fast eine Verdopplung.

Robert Seidl, Vorstandssprecher des Ortsverbands Wassenberg, sagt, man freue sich sehr über den Rückenwind, den die Partei aus den aktuellen bundesweiten Umfragen mitnehme. Auch bei den Kommunalwahlen wolle man präsent sein. „Wir werden bald einen eigenen grünen Bürgermeisterkandidaten nominieren und wollen mit den Kernthemen Klimaschutz und Umwelt im Wahlkampf präsent sein.“

Auch auf Kreisebene hofft man auf Rückenwind bei den nächsten Wahlen. „Wir wünschen es uns sehr“, sagt Tillmanns. Die neuen Mitglieder zeigten aber auch, dass die breite Masse grüne Themen angehen wolle und dass die Themen, die die Partei setze, die richtigen seien. „Wir haben Rückhalt in der Bevölkerung.“

Tillmanns sagt aber auch: „Wir haben schon vor 10, 15 Jahren gesagt, dass diese Themen wichtig sind.“ Inzwischen sei es aber eben leichter geworden, grüne Themen unterzubringen. Die Gefahr, dass andere Parteien ihnen das Wasser abgraben, weil sie auf den „grünen Zug“ aufspringen wollen, sieht Tillmanns allerdings nicht. „Das waren schon immer unsere Kernthemen, und das ist auch in der Bevölkerung klar.“ Stattdessen sei es schön zu sehen, dass die Themen nun bei den anderen Parteien angekommen seien.

Anne Gebler-Walkenbach, die Geschäftsführerin des Kreisverbands der Grünen, schätzt die Lage ganz ähnlich ein. Der Versuch, auf der grünen Welle mitzureiten, sei sicherlich da. „Wir haben da einen großen Vorsprung: Während die anderen sich noch mit dem Klimawandel an sich beschäftigen, sind wir längst bei den Maßnahmen.“

In der Tendenz, sagt Gebler-Walkenbach, seien 2019 viele junge Leute im Kreis in die Partei eingetreten. „Das klassische Fridays-for-Future-Publikum“, sagt sie. Dennoch seien auch Leute aus den Generationen darüber dabei. Dass der Klimaschutz samt allen Umweltthemen bloß ein Strohfeuer ist, glaubt und hofft sie nicht. „Ich bin sicher, dass die jungen Leute dafür sorgen werden, dass die Themen und der Protest nicht versiegen – es geht schließlich um ihre Existenz.“

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