Innenstadtbelebung in Wegberg: Dem Leerstand gilt volle Konzentration

Innenstadtbelebung in Wegberg: Dem Leerstand gilt volle Konzentration

Innenstadtbelebung — das ist das „Bohren harter Bretter“, so drückte es der Wegberger Quartiersentwickler Lothar Esser in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Kultur, Sport und Verkehr aus. Und er musste die Ausschussmitglieder gleich enttäuschen. Die „optimistischer Weise angekündigte Übersicht“ konnte er noch nicht vorlegen.

Ein erster Schritt zur Belebung ist die Beseitigung der Leerstände in der Innenstadt. Hauptzielgruppe sind — da wegen der momentan geringen Frequenz in der Innenstadt professionelle Gründer und Filialisten vermutlich uninteressiert sind — berufsfremde Gründer, Hobbyisten und professionelle Bastler. Ein leerstehendes Ladenlokal sollen sie für einen Monat mietfrei nutzen können. Lediglich Strom- und Wasserkosten fallen an. Im Vorfeld hatten die Vermieter ihre Bereitschaft erklärt, sich an der Aktion zu beteiligen. Dieser mietfreie Monat ist als „Testphase“ gedacht, bei Erfolg startet der Existenzgründer danach mit einem regulären Mietvertrag in die Selbstständigkeit.

Mit 20 Interessieren habe er inzwischen gesprochen, berichtete Lothar Esser, und einige „hochinteressante Ideen“ seien an ihn herangetragen worden. Dennoch: Konkret ist es bis jetzt nicht geworden. Das Wagnis der Selbstständigkeit will eben genau durchdacht sein. Von vielen Interessierten habe er nach ersten Sondierungsgesprächen einfach nichts mehr gehört, bedauerte er.

Inzwischen habe eine Bürgergruppe Kontakt mit dem Bürgermeister und der Quartiersentwicklung aufgenommen und das Gespräch gesucht. Auf dieser Basis sieht die Verwaltung die Möglichkeit, noch in diesem Jahr einen Werkstattprozess mit Bürgerbeteiligung für die Innenstadt zu starten. Auch weitergehende Möglichkeiten sollen in Betracht gezogen werden. Starten soll der Werkstattprozess mit einem öffentlichkeitswirksamen Auftakttermin. In den Werkstattprozess soll auch der Antrag der Fraktion Freie Wähler aufgenommen werden. Sie hatte die Einrichtung eines Bürgerforums beantragt mit dem Ziel, ein Integriertes Handlungskonzept für die Innenstadt zu erstellen. Die Verwaltung sieht darüber hinaus die Chance für ein Bündel von Maßnahmen, Aktionen und Projekten außerhalb eines solchen Handlungskonzeptes.

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