Erkelenz-Hetzerath: Dauerausstellung im ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch wird erweitert

Erkelenz-Hetzerath : Dauerausstellung im ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch wird erweitert

Eigentlich ist das die Regel, wenn man ein „Kulturgut“ zu verwahren hat: Es ist ein Klotz am Bein. Zumal dann, wenn es sich um ein viele hundert Jahre altes Bauwerk handelt. Wie das Kloster des Ordens der Kreuzritter, das — an der Straße zwischen Matzerath und Hetzerath gelegen — sich im Besitz der Stadt Erkelenz befindet.

Und wie das dann oft so ist, sind es Ehrenamtliche, die das stark verfallene Anwesen wieder auf Vordermann bringen.

Schatzmeister Georg Dulies (l.) und der Vorsitzende des Fördervereins Frank Körfer präsentieren zusammen mit Nicole Stoffels vom Referat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing der Stadt Erkelenz als Herausgeber die gerade erschienene zweite Auflage der Broschüre über Haus Hohenbusch. Foto: Ingo Kalauz

Im Falle von Hohenbusch wurde auf Initiative des Erkelenzer Stadtverordneten Heinz Küppers im Jahr 2000 ein Förderverein gegründet, der das ehemalige Kreuzherrenkloster Hohenbusch in den folgenden Jahren wieder zu dem machte, was es heute darstellt: Eines der bedeutendsten denkmalgeschützten Gebäude der Region.

Historischer Schatz, Ausstellungs- und Veranstaltungsort: Die positive Entwicklung von Haus Hohenbusch setzt sich fort. Foto: Ingo Kalauz

Mit „Klostergut vor den Toren der Stadt“ ist eine gerade erschienene, 25 Seiten umfassende zweite Auflage der Broschüre über Haus Hohenbusch vor den Toren von Erkelenz überschrieben, die die Arbeit des Fördervereins nach der abgeschlossenen Phase der Sanierung in Wort und Bild vorstellt. Herausgeber der Broschüre ist das Referat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing der Stadt Erkelenz. „Wir haben die zweite Auflage der Broschüre von Haus Hohenbusch gerne finanziell unterstützt“, sagt Dr. Richard Nouvertné, Vorstand der Kreissparkasse Heinsberg, die durch ihre finanzielle Förderung mit den Worten des Erkelenzer Bürgermeisters Peter Jansen so etwas wie der „Gründungsvater“ der Wiederherstellung des historischen Areals ist. „Es sind unsere Kunden und Träger, die das ermöglichen, und die dann auch davon profitieren“, sagt Dr. Nouvertné.

Historischer Schatz, Ausstellungs- und Veranstaltungsort: Die positive Entwicklung von Haus Hohenbusch setzt sich fort. Foto: Ingo Kalauz

Das handliche und optisch sehr ansprechende Heft bietet sowohl Informationen über das, was der Besucher auf dem weitläufigen Areal unternehmen kann, was ihm geboten wird, wann welche inzwischen aus dem Terminkalender der Stadt nicht mehr wegzudenkende Veranstaltungen (Bauernmarkt, Konzerte, Lesungen, Kunstausstellungen, Open-Air-Festival) stattfinden, als auch Hintergrundwissen über die Geschichte des Klosters seit der Weihung der (nicht mehr bestehenden) Barockkirche durch den Bischof von Roermond am 13. August 1634 bis heute.

Infos über Aktivitäten des Ordens

So erfährt man beispielsweise, dass in dem von den französischen Besetzern am 13. August 1802 erzwungenen und vom Erkelenzer Domänenverwalter Johann Josef Spiess unterzeichneten Aufhebungsprotokoll des Klosters dessen Gesamtwert auf 428 643 Francs geschätzt wurde und der Grundbesitz 1251 Morgen Land umfasste. Zwischen 1802 und 1983 wurde das ehemalige Kloster dann als landwirtschaftliches Gut genutzt. Jetzt kam auch der Name „Haus Hohenbusch“ auf. 1983 kaufte die Stadt Erkelenz Haus Hohenbusch und das dazugehörige Ackerland mit rund 70 Hektar Ackerland. 1990 wurden die Landeskulturtage von Nordrhein-Westfalen auf Haus Hohenbusch veranstaltet.

„Die zweite Auflage der Broschüre ist ein Beweis für die gute Zusammenarbeit der Stadt als Besitzer und dem Förderverein Hohenbusch, in deren Obhut sich die Anlage befindet“, sagt Frank Körfer, Vorsitzender des Fördervereins Haus Hohenbusch.

Körfer ist neben dem Erscheinen der Broschüre auch stolz auf die Erweiterung der Dauerausstellung „Lebensraum Haus Hohenbusch“ im Obergeschoss des Herrenhauses. Rund 35.000 Euro hatte der Förderverein zur Verfügung — 20.000 Euro steuerte der Landschaftsverband Rheinland, 6600 Euro die Stadt Erkelenz bei —, um die zusätzlichen Räume im Obergeschoss zu gestalten. Neben der Geschichte der Kreuzherren, die rund 500 Jahre lang auf Hohenbusch gelebt haben, wird jetzt in neuen Räumen die Zeit zwischen 1802 und 1987, in der Hohenbusch sich in Privatbesitz befand, beleuchtet. „Wir haben die verschiedenen Räume teilweise mit Originalstücken so eingerichtet, dass sich der Besucher ein anschauliches Bild vom Alltag im Klosterleben vorstellen kann“, sagt Körfer.

So ist ein Raum zum Beispiel der kostbaren Ausstattung des ehemaligen Klosters gewidmet; in einem Raum wird die weltweite Aktivität des Kreuzherrenordens heute dargestellt; es können in einem anderen Raum kurze Filme über die Aktivitäten des Ordens vorgeführt werden; ein anderer würdigt die Bedeutung von Hohenbusch als Ort des Wissens und der Wissenschaft. Darin sind Kopien von mittelalterlichen Handschriften zu sehen. „Etwa 130 Handschriften und frühe Drucke befinden sich heute in der Diözesanbibliothek Köln sowie in München, Brüssel und New York“, so Körfer. „Originale können wir uns hier nicht leisten“, ergänzt der Vorsitzende des Fördervereins.

Der Erhalt und die — auch profane Nutzung — des ehemaligen Klosters steht heute ebenso im Fokus der Bemühungen wie auch die weitere Erforschung der Geschichte. Und der Förderverein hat sich dabei als die beide Komponenten verbindende Säule herauskristallisiert. „Haus Hohenbusch ist für die Stadt Erkelenz viel mehr als ein historisches Gebäude“, sagt der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. „Dank des Fördervereins wird das Gebäude mit Leben gefüllt.“

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