16 Doppelhaushälften geplant: Das nahe Ende eines städtebaulichen Missstands

16 Doppelhaushälften geplant : Das nahe Ende eines städtebaulichen Missstands

Am Ortsausgang von Luchtenberg könnten bald mehrere Wohnhäuser gebaut werden. Der Planungs- und Umweltausschuss stimmte den Plänen eines Investors im Grundsatz zu. Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Dohmen (CDU) sprach von einem städtebaulichen Missstand, der beseitigt werden solle.

16 Doppelhaushälften

Planer Christian Hernicke aus Neuss stellte für die Wisa Bauträger GmbH, der das Grundstück an der Ratheimer Straße gehört, vor, dass aktuell 16 Doppelhaushälften und vier freistehende Einfamilienhäuser geplant seien. Ursprünglich habe der Investor das Grundstück ausschließlich mit freistehenden Einfamilienhäusern auf 500 Quadratmeter großen Grundstücken bebauen wollen.

Allerdings ist ein etwa 5000 Quadratmeter großer Teil des Grundstückes im Flächennutzungsplan als Acker­land eingetragen. Das bedeutet, dass die Fläche nicht bebaut werden darf. Und das soll auch so bleiben: Kämmerer Wilibert Darius sagte, dass nicht mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes zu rechnen sei.

Der Bauträger plante also um und will nun Doppelhaushälften auf kleineren, etwa 300 Quadratmeter großen Grundstücken errichten. Nur so könne man die Häuser verhältnismäßig günstig anbieten. Hernicke sprach von 200.000 bis 250.000 Euro pro Doppelhaushälfte. Weitere planerische Einschränkungen könnten die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes gefährden oder zu höheren Preisen für die Häuser führen.

CDU ist für Auflockerung

Die CDU wünscht sich jedoch „eine etwas aufgelockerte Bebauung“, sagte Norbert Schiefke: „Dann sieht das schon angenehmer aus.“ Er ist „nicht sicher, dass es 16 Doppelhaushälften“ werden sollten, sagte Schiefke im Hinblick auf die Bedenken der CDU-Fraktion hinsichtlich der Bebauungsdichte.

„Wir wollen nicht, dass – wenn Sie Ihr Geld verdient haben – städtebauliche Missstände bleiben, über die wir uns nachher ärgern“, sagte Schiefke an die Adresse des Planers. Aus Reihen der CDU kamen zudem Zweifel, dass die Häuser überhaupt für einen solch niedrigen Preis verkauft werden könnten. Man befürchtete, dass Planer und Investoren dem Rat die Schuld in die Schuhe schieben könnten, wenn die Preise später deutlich höher liegen.

Im Grunde begrüße die CDU-Fraktion aber, dass sich auf dem Grundstück etwas tue. Auf dem völlig mit Bäumen und Sträuchern zugewachsenen Gelände gab es früher einmal ein Bordell. Heute gleicht das Areal stellenweise einer Müllkippe. Illegal abgeladene Autoreifen liegen dort neben Bauschutt, alten Farbeimern und Holzresten.

Robert Seidl (Grüne) sagte, dass eine – wie von Hernicke geplante – engere Bebauung im Hinblick auf den Flächenverbrauch sinnvoll sei. Er regte an, bei der Planung Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen zu berücksichtigen.

Planer Hernicke bestätigte ihm, dass die Vorgärten tatsächlich als Vorgärten und nicht als Autostellplätze angelegt werden sollen. Seidl hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, dass der Rat Vorschriften hinsichtlich der gärtnerischen Gestaltung und Begrünung von Vorgärten machen solle. Dafür gab es in Wassenberg bislang aber nie eine Mehrheit.

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