Das erste Quartiersbüro: Eine neue Anlaufstelle in Oberbruch

Erstes Quartiersbüro : Eine neue Anlaufstelle in Oberbruch

Im Quartiersbüro in Oberbruch arbeitet Gülsen Litherland daran, dass der Ort schöner und lebenswerter wird. Dabei sollen auch Förderprogramme helfen, von denen auch Privatleute und Vereine profitieren können.

Das Deutsche Rote Kreuz hat am Montag sein erstes Quartiersbüro im Kreis Heinsberg eröffnet. Quartiersmanagerin Gülsen Litherland soll in den Räumen der Gesamtschule Anlaufstelle für die Oberbrucher und ihre Anliegen sein. Dabei geht es etwa um städtebauliche Förderprogramme, von denen zum Beispiel Privatleute und Vereine profitieren können. Das Quartiersbüro ist Bestandteil des interkommunalen Entwicklungskonzeptes „Die Westzipfelregion“, bei dem die Stadt Heinsberg mit den Gemeinden Selfkant, Gangelt und Waldfeucht kooperiert.

Für Gülsen Litherland ist dabei zunächst wichtig, für die Oberbrucher da zu sein: „Ich bin Ansprechpartnerin bei allen möglichen Anliegen, damit die Menschen Gehör finden“, sagte sie. Sie möchte bestehende Kooperationen mit der Gesamtschule und soziale DRK-Projekte fortführen – etwa für Chancengleichheit und ein gutes Miteinander –, aber auch neue Ideen einbringen und umsetzen. Vorstellen kann sie sich zum Beispiel ein Stadtteilfest. „Wir wollen schauen, was wir tun können, um den Stadtteil zu verschönern“, sagte Litherland. Und zwar gemeinsam mit den Bewohnern.

Es geht also darum, Oberbruch optisch attraktiver und lebenswerter zu machen.

Dabei können auch zwei Förderprogramme helfen, zu denen es im Quartiersbüro alle Informationen gibt. In einem Fassaden- und Hofprogramm können Privatleute eine finanzielle Unterstützung beantragen, wenn sie zum Beispiel ihre Hausfassade erneuern oder verschönern möchten. Aus der Städtebauförderung von Bund und Land könnten die Hauseigentümer 50 Prozent der Kosten erstattet bekommen, sagte Julian Ueckert von der Aachener Planungsgruppe MWM, die die Hauseigentümer bei einem möglichen Antrag berät. Maximal könne man dafür 10.000 Euro bekommen. „Wenn man den Ortskern beleben und attraktiver machen möchte, dann geht das nicht nur mit großen öffentlichen Bauprojekten, wie zum Beispiel einer Schulsanierung“, sagte er. Dafür müssten auch Privatleute mit kleineren Bauvorhaben mitziehen.

Ein weiteres Förderprogramm, von dem der Oberbrucher Ortskern profitieren soll, ist der sogenannte Verfügungsfonds. Bei diesem Programm ist die Kreativität der Oberbrucher gefragt. Denn dabei gilt es, Ideen für Projekte zu entwickeln, die das Ortsbild aufwerten, die Ortskultur stärken oder den Einzelhandel beleben. Dafür steht ein Fördertopf von 25.000 Euro bereit. Auch bei dieser Förderung gilt: Wer ein Projekt umsetzen will, muss 50 Prozent der Kosten selber tragen, der Rest kann gefördert werden. Das Spektrum möglicher Ideen ist sehr breit: Denkbar wären zum Beispiel Beleuchtung, Spielgeräte, Informationstafeln oder auch Märkte und Feste.

Welche Projekte gefördert werden, entscheidet dabei ein Quartiersbeirat. Bei beiden Projekten gilt, dass sie in einem definierten Fördergebiet stattfinden müssen. Übersichtskarten sind im Internet abrufbar (www.westzipfelregion.de/staedtebau).

Bürgermeister Wolfgang Dieder (CDU) bekräftigte, dass solche Programme helfen, in Oberbruch etwas zu bewegen. Dazu tragen auch die Sanierung der Festhalle und die Umgestaltung des Freibadgeländes bei. Für die Festhalle haben sich bereits viele Oberbrucher mächtig ins Zeug gelegt. Und bei den Planungen in Sachen ehemaliges Freibad können sie nun auch mitreden. Bei diesem Planungswettbewerb sind auch Flächen hinter der Gesamtschule, entlang der Wurm bis zur Boos-Fremery-Straße inbegriffen. Ein Ideen-Workshop findet am Donnerstag, 7. Februar, 17.30 Uhr, in der Gesamtschule statt.

Wenn es darum geht, die Menschen in solche Planungsprozesse einzubeziehen, soll das Quartiersbüro eine wichtige Aufgabe übernehmen. „Wenn man bestimmte Bereiche überplant, dann braucht man jemanden vor Ort, der Ansprechpartner ist“, sagte Dieder.