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Corona-Testzentrum : Das DRK testet jetzt nicht mehr selbst

Corona-Testzentrum : Das DRK testet jetzt nicht mehr selbst

Der Kreisverband des DRK regelt nur noch die Terminvergabe im Corona-Testzentrum. Ein Labor übernimmt den medizinischen Part. Derweil gibt es eine steigende Tendenz bei der Zahl der Tests.

Monatelang hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Auftrag des Kreises Heinsberg ein Corona-Testzentrum betrieben. Zunächst in Gangelt, seit August in Hückelhoven. In der Einrichtung an der Hückelhovener Rheinstraße werden nun weiter Abstriche abgenommen. Allerdings nicht mehr vom DRK, sondern von einem Düsseldorfer Labor.

DRK-Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde wertete diesen Schritt als folgerichtig. Denn damit werde eine „Hängepartie“ beendet. Diese Leistung müsse aus dem Gesundheitssystem heraus angeboten und bezahlt werden. Und das sei nun gewährleistet.

Bis vor ein paar Wochen hat das DRK die Abstriche im Auftrag des Kreises selbst gemacht, wofür der Kreis das Rote Kreuz auch bezahlte. Das sei im Frühjahr als Corona den Kreis Heinsberg überrollte, die richtige Lösung „mit Wumms“ gewesen, sagte Terodde.

Weil immer mehr Hausarztpraxen schließen mussten, hatte der Kreis das Testzentrum in Gangelt einrichten lassen, um der Lage Herr zu werden. „Ohne Kassenärztliche Vereinigung (KV) und ohne nach Kompetenzen oder Zuständigkeiten zu fragen“, sagte Terodde. Und das DRK sprang ein und testete, was das Zeug hielt.

15.644 Tests später gab das DRK diese Aufgabe nun wieder ab. Denn mit dem Düsseldorfer Labor fand man einen Partner, der seine Leistungen nun über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen kann. So werde der Grundsatz erfüllt, dass die Tests aus dem Gesundheitssystem und nicht vom Kreis bezahlt würden.

Terodde sagte, dass die KV auf dem Standpunkt gestanden habe, dass die Hausärzte ja testen und auch abrechnen können. Das stimme jedoch nur bedingt, weil nicht jede Hausarztpraxis die räumlichen Voraussetzungen erfüllt und weil so mancher Hausarzt seine Risikopatienten von den Coronavirus-Verdachtsfällen fernhalten will.

Das DRK bleibt im Testzentrum aber nicht nur mit seinen Räumen, sondern auch inhaltlich im Boot. Der Kreisverband sorgt für die Terminvergabe. Ein durchaus relevanter Part. Anders als bei Tests am Flughafen gebe es dort so gut wie keine Wartezeiten, weil man auf eine sehr „detaillierte Terminvergabe“ setze, sagt Terodde. So könnten lange Schlangen vermieden werden.

Aktuell verzeichne man einen deutlichen Anstieg bei den Tests im Abstrichzentrum: Vor zwei Wochen lag man noch bei rund 140 Tests am Tag, in den vergangenen Tagen waren es jeweils mehr als 200, sagte Terodde. Damit sei man noch ein gutes Stück von der Leistungsgrenze entfernt. „Wir werden kurz- und mittelfristig nicht an Kapazitätsgrenzen stoßen“, sagt er. Wenn nötig, sei man auch in der Lage, ein zweites Testzentrum aufzubauen.