Heinsberg-Waldenrath: Damensitzung in Waldenrath: Schenke in der Kirche,Tipps fürs Dreigestirn

Heinsberg-Waldenrath : Damensitzung in Waldenrath: Schenke in der Kirche,Tipps fürs Dreigestirn

Es war die 45. Damensitzung, die im ausverkauften Waldenrather Festzelt über die Bühne ging. Und wer jetzt denkt, dass die „Wooder Karnevalsfrauen“ da mit verstaubten Witzen dahergekommen wären, der irrt gewaltig. Fürs weibliche Geschlecht ist diese Altweiber-Sitzung inzwischen der absolute Geheimtipp.

Die Frauen strömen aus allen Himmelsrichtungen herbei zu einer Sitzung, deren Erlös einem sozialen Zweck zugutekommt. Ein „Alaaf Waldenrath“ rief Präsidentin Gisela Liebens ins Publikum, als sie durch viele Menschen hindurch, begleitet vom Musikverein als Sitzungskapelle, als erste den Weg auf die Bühne nahm. „Seid Ihr bereit für die Narrenzeit?“, rief sie ins Publikum, bevor sie singend mit den gut gelaunten Närrinnen die neu in Rot und Schwarz gekleideten Elferratsfrauen empfing, die ihr für den Rest des Abends zur Seite stehen sollten. Vor ihr standen erneut neben den beiden weiblichen Büttenassen, die Waldenrath zu bieten hat, wieder ganze Gruppen von Frauen, die in jeder guten Comedy-Show ihren Platz finden würden. War da als erste Marlene Wynands als Eisbrecherin in der Bütt: Von „Geschichten, die das leben schreibt“, berichtete sie, vor allem aber von den Problemen mit dem männlichen Geschlecht. Ob sie noch einmal einen nehmen würde, habe eine Freundin gefragt. „Ambulant ja, stationär nicht mehr!“, lautet ihre Antwort.

Richtig komisch wurde es dann gan ohne Worte, als die Aktivgruppe Ü20 notwendige Sparmaßnahmen im Altenheim demonstrierte: Für vier alte Damen auf der (Brat)pfanne stand nach dem Zähneputzen nur ein Mal Wasser fürs Spülen zur Verfügung, und irgendwann kam es auch bei Oma Nummer vier hinten an, vom Rest weiter unten nahe Bratpfanne gar nicht zu schreiben.

Dass Margret Scheeren, wunderbar reimendes Ass in der Waldenrather Bütt, in diesem Jahr fast gefehlt hätte, war einem lange fehlenden Thema geschuldet. Doch plötzlich war es nicht mehr nur eins: „Dieses Jahr, man glaubt es nicht, springen mir die Themen ins Gesicht“, verkündete sie freudig. Sie machte zunächst keinen Hehl daraus, dass auch ihr die „Messschwänzer“ bei der Waldenrather Kirmes gar nicht gefallen. Sie schlug vor, die Schenke gleich in die Kirche zu verlegen. Auch am neuen Kirchturm ließ sie kein gutes Haar. Der sei eben ziemlich eintönig grau, so ihr Empfinden. Damit nicht genug, habe der Kirchenchor inzwischen schon einen Protestsong eingeübt gegen die neue Kirchturmuhr, auf der die Zeit kaum noch lesbar sei.

„Frau Kawupptisch Enterprises“

Schließlich kam sie zur Kirmes, die im vergangenen Jahr ohne König auskommen musste. Margret Scheeren wusste da auf Anhieb einige Paare zusammenzustellen, etwa Günter Schmitz und die künftige Ex-Jungfrau René Mertens. „Vielleicht entwickelt sich die Sache ja toll, und die Kirchen werden wieder voll“, blickte sie aufs „himmlische Dreigestirn“. Auch da hatte sie mit Papst Franziskus, dem Dalai Lama und Margot Käßmann schon einen Vorschlag für die nächste Session.

Hatten sich schon da vor Lachen alle gebogen, sorgten die beiden Putzfrauen vom Zelt (Annetrud Cüppers und Marianne Rennenberg) weiter für gute Stimmung bis zum echten Knaller des Abends: Ellen Bertrams als „Frau Kawupptisch Enterprises“ und ihr Team. Sie übte mit den Frauen vom Kirchenchor den richtigen Auftritt vorm Goldhochzeits-Jubelhaus, schulte die Fans vom SV Waldenrath-Straeten oder half dem „himmlischen Dreigestirn“ zum perfekten Auftritt im Karneval, das dann auf Probe sogar echte Rosen im Zelt verteilte. Da gabs kein Halten mehr.

Natürlich waren auch alle Tänzerinnen der DJK mit an Bord, die Große Garde, die Minilights als „Supergirls“, die Showlights mit dem „Glöckner von Notre Dame“ und die Flashlights, die Queen Elizabeth im Waldorf Astoria in Waldenrath begrüßten. Auch die Playback-Show „Echt Kölsch“ kam gut an und nicht zuletzt die Show der Schwarz-Weiß-Gruppe, die in atemberaubender Geschwindigkeit Szenen aus ganz unterschiedlichen Musicals präsentierte, mit Rollen unter ihren Füßen sogar ein Stück aus dem „Starlight Express“.

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