Comedy mit Marc Breuer: Löschmeister Jackels und seine Dauerbrenner

Comedy mit Marc Breuer : Löschmeister Jackels und seine Dauerbrenner

Der Selfkant. Ein Flecken Erde, wo die Landluft noch zu Hause ist und die Dörfer noch wirklich das Prädikat „klein aber fein“ verdient haben. Süsterseel, Schalbruch, Tüddern oder Schluppendorf sind einige davon. Moment mal, Schluppendorf?

Davon habe ich ja noch nie gehört, werden sich jetzt wahrscheinlich viele denken. Gibt es das überhaupt? Wer den Weg in die volle Alte Schule Bocket gefunden hatte, durfte sich mit eigenen Augen überzeugen. Denn halb Schluppendorf war an diesem Abend auf der Bühne, allen voran Feuerwehrmann Josef Jackels.

Eingeleitet wurde der Abend allerdings von Richard Borowka, seinerseits Feuerwehrmann-Anwärter und gute Seele in Schluppendorf. In seiner heutigen Funktion als Veranstaltungsleiter klärte er die Besucher über ein paar Verhaltensregeln auf: „Und wenn sonst noch wat is, ich bin der, der draußen die ganze Zeit am rauchen is“, erklärte er trocken und verabschiedete sich auch schon wieder von der Bühne.

„Ach, eine Sache hab ich noch. Wenn gleich unser Feuerwehrmann Jackels kommt, könntet ihr dann so laut applaudieren, wie ihr könnt. Der ist nämlich sehr schüchtern“, bat Borowka. Einstimmiges Nicken im Publikum.

Und er hatte nicht zu viel versprochen. Ziemlich kleinlaut betrat Josef Jackels die Bühne, begleitet von tosendem Applaus. „Also so weit weg von zu Hause war ich noch nie“, begann der Feuerwehrmann. Um das Eis zu brechen, stellte er erstmal sein Dorf vor. „Also mein Dorf, wo ich Löschmeister bin, heißt Schluppendorf, 500 Einwohner… zwei Nachnamen“. Schallendes Gelächter hallte durch die Alte Schule. Das Eis war gebrochen.

Jetzt konnte Josef Jackels endlich auf das eigentliche Hauptproblem zu sprechen kommen. Der fehlende Nachwuchs in seiner Feuerwehr. Deshalb hatte er auch gleich Anmeldepapiere für jeden dabei. „Keine Sorge, ihr müsst euch nur für fünf Jahre verpflichten“, beruhigte er und hätte fast vergessen, die zwölf Jahre Kündigungsfrist zu erwähnen.

Als Unterstützung hatte der Löschmeister auch noch seinen schmierigen Hauptsponsor Heribert Oellers dabei. Er war Autohändler in Schluppendorf und hatte im Angebot nur „Zitrööön“. „Kennt ihr Zitrööön“, fragte er. Einige Gäste hielt es vor Lachen kaum noch auf den Stühlen.

Und da war dann natürlich auch noch Manfred Mertens von der Schluppendorfer Rockband „Top Sound“. Gerade noch rechtzeitig in der Alten Schule angekommen, rockte er den Saal mit bekannten Schluppendorfer Hits. Selbst das für „Rockstars“ fast schon obligatorische Stagediving durfte nicht fehlen. Wer im Publikum also dachte, es würde ein ruhiger Abend werden, wurde getäuscht. Spätestens mit diesem Auftritt war das vorbei.

Der absolut humorvolle Comedy-Abend strapazierte die Lachmuskeln. „Und dabei ist unser Miss-Wahl zur Miss Feuerwehr Schluppendorf ja noch gar nicht gelaufen“, zeigte sich Josef Jackels kurz vor der Pause erstaunt.

Hinter all diesen verschiedenen Figuren steckt natürlich nur ein Mann, Marc Breuer. Und das schon fast real gewordene Schluppendorf, das wird leider kein Navi der Welt als Zieleingabe feststellen können. Seit fast 30 Jahren tourt der gebürtige Linnicher mit verschiedenen Comedy-Programmen durch unsere Region und darüber hinaus.

Vielen schon vor Jahren bekannt als Mitglied im Rurtal-Trio und Freund von Hastenraths, Will, war Marc Breuer nun endlich mit seinem neuen Solo-Programm „Josef Jackels - Löschen, Retten, Keller leerpumpen“ auch in Waldfeucht zu Gast. Nicht zu vergessen natürlich seine vielen Bekannten.

In diesen unheimlich vielen verschiedenen Rollen führte Marc Breuer durch den Abend. Und keiner im Publikum durfte sicher sein, im nächsten Moment nicht doch von einem Schluppendorfer Urgestein aufs Korn genommen zu werden.

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