Claude Oliver Rudolph präsentiert sein Programm im Chopper Club Kempen

Literatur trifft Rock’n Roll : Im Chopper Club steigt die „Nacht der Rebellen“

Man kennt ihn als Bösewicht aus zahlreichen TV-Krimis. In Kempen war Claude Oliver Rudolph nun mit seinem neuen Bühnenprogramm „Die Nacht der Rebellen“ zu Gast im Iron Chopper Biker Club. Dabei traf Literatur auf Rock’n Roll. Mit dabei waren auch viele illustre Gäste.

Manchmal, wenn ihm der Rummel zu viel wird, muss er sich raus tun. So auch jetzt. An seinem Geburtstag wollte Claude Oliver Rudolph unter Freunden sein. Der bekannte deutsche Schauspieler, der zurzeit an mehreren Projekten arbeitet, hatte sich bei seinen jungen Freunden in Heinsberg angesagt.

Er folgte damit einer Einladung von Roman Winkels, der mit seinem Bruder Sascha erst kürzlich mit Claude Oliver Rudolph gemeinsam vor der Kamera gestanden hat. In dem Film „Breakdown Forrest“ waren die großgewachsenen Zwillinge die Film-Söhne des markanten Schauspielers.

Illustre Gästeschar

Der Bekanntenkreis der Heinsberger wuchs an den verschiedenen Film-Sets stetig und so war es kein Wunder, dass jetzt, zum Besuch des „Iggi Pop des deutschen Independent-Films“, einige berühmt-illustre Gäste ebenfalls den Weg nach Kempen fanden. Denn hier, im Clubhaus des Iron Chopper Biker Clubs, war die „Nacht der Rebellen“ angesagt.

Das Konzept der Lesung: „Literatur trifft Rock’n’Roll“. Und auch hier war der Schauspieler, der sich selbst als Rebell sieht, bei den Heinsberger Gastgebern richtig: Den musikalischen Begleit-Part spielte Sascha Winkels selbst an der Gitarre, mit dem Schlagzeuger der Band Shredders, „Dose“ Stefan. Hausherr Wippes hatte im Clubhaus vorgesorgt, den VIP-Bereich durch den Karkener Hausmetzger beliefern lassen und seine Crew „festlich“ in Schwarzweiß ausstaffiert. Und dann kamen sie: aus Düsseldorf, Köln, dem Ruhrpott und sogar aus Kassel. Mit dabei Bert Wollersheim und seine „Frischgebackene“ Ginger Costello, der Schauspieler Anthony Arndt, Schauspieler und Kampfsportler Janos Tiborcz und weitere Freunde des Independent-Genres. Nicht fehlen durfte Ruhrpott-Legende Klaus Wagner, der heute mit seiner Security-Ltd. für Sicherheit sorgt. Und sogar der Gründer und Veranstalter des Hagener Kurzfilm-Festivals „Eat my Shorts“, Bernhard Steinkühler, hatte den Weg „aufs Land“ gefunden.

Neben den VIPs natürlich viele Gäste mit Neugier und Erwartungshaltung: „Die Hütte ist voll“, konnte Wippes kurz nach 20 Uhr verkünden und trat als Moderator in den Vordergrund: Die Ankündigung seines Gastes ging schon im Beifall der Gäste unter: Und Claude Oliver Rudolph, mit obligatorischer schwarzen Sonnenbrille, bahnte sich, schon moderierend, seinen Weg zur Bühne. Und er bezog - wie auch später immer wieder – seine Zuhörer mit ein. „Interaktiv“ nennt man das wohl, womit er seiner Fangemeinde kleine Erfolgserlebnisse bescherte. Zum Beispiel wenn er fragte, „Wer war denn der berühmteste deutsche Pirat?“ Und aus der Menge kam die Stimme: „Störtebecker!“ - Richtig! Und Rudolph erklärte sodann, wie es zu dem Namen des Freibeuters gekommen war, der bekannt war für seine Trinkfestigkeit. (Daher: Störtebecker = Stürz den Becher)

Unbekannte Seite

Mit Freibeutern als frühen Rebellen begann der Mime sein Programm, bei dem es vor allem auch um Rebellen in der Dichtung ging. Als Rezitator wurde er unterstützt von der Freundin von Sascha Winkels, Deniz Gülpen, die eine Sprech-Rolle zu einem Gedicht übernahm, da die vorgesehene Sprecherin erkrankt war. Was von den Gästen im Anschluss begeistert quittiert wurde.

Zwischen den vorgetragenen Textpassagen untermalte Sascha Winkels mit seinem Drummer-instrumental die Übergänge und traf dabei die Stimmung in genialer Weise. Während der Lesung wurden auf einem großen Bildschirm Bilder der Rebellen gezeigt, die Claude Oliver auf seine Art verehrt und die, jeder auf seine Art, unvergesslich sind: von Hans Albers bis Johnny Cash, von Pipi Langstrumpf bis Charles Bukowsky, von Heinrich Heine bis Lee Marvin. Ein weiter Bogen, bei dem selbst Wilhelm Busch nicht fehlte.

Der Schauspieler las mal markant, mal samtweicht, mal dramatisch,  dann wieder amüsant – und zog die Zuhörer so in seinen Bann. Für die angereisten Gäste ein völlig neuer, ungewohnter Claude Oliver Rudolph, der doch auf der Kinoleinwand und im TV immer nur die bösen Rollen spielt.

Wie das bei seinem neuen, für 2019 geplanten Filmprojekt mit dem Titel „Grabowsky“, aussehen wird, darf man abwarten. In jedem Fall werden neben bekannten Schauspieler-Größen wie Ralf Richter und Martin Semmelrogge, auch die Heinsberger Roman und Sascha Winkels dabei sein, das steht bereits fest.

Im Iron Chopper Clubhaus in Kempen wird man das weitere Geschehen um den Charakter-Darsteller weiterverfolgen, nach dieser „Nacht der Rebellen“.

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