Wassenberg: Caritas: Wie rekrutiert man neue Ehrenamtler?

Wassenberg: Caritas: Wie rekrutiert man neue Ehrenamtler?

„Wie können wir es schaffen, als Caritasgruppen vor Ort weiterzuleben? Wie stellen wir uns als Zukunftsvision die Caritasgruppen vor?“ Um diese beiden Fragen drehte sich das erste Treffen der Caritasverantwortlichen der Ortsgruppen der Pfarrei St. Marien Wassenberg im Pfarrheim Wassenberg-Oberstadt.

Zu der Runde hatten Propst Thomas Wieners, Bärbel Windelen, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für die Region Heinsberg, und Martina Jansen, Ansprechpartnerin für die Caritas-Gruppen vor Ort sowie Koordinatorin der Caritas-Gruppen, eingeladen, mit dem Ziel, dass die Ortsgruppen sich untereinander austauschen. Gleichzeitig sollten aber auch die Mitarbeiterinnen geehrt werden, die sich schon seit Jahren in der Caritasarbeit ehrenamtlich engagieren. Eigens dafür war Monika Karim, stellvertretende Vorstandvorsitzende des Caritasverbandes, gekommen, um das goldene Ehrenabzeichen mit der entsprechenden Urkunde des Deutschen Caritasverbandes zu überreichen.

Für ihre langjährige engagierte ehrenamtliche Arbeit bei Krankenbesuchen in häuslicher Umgebung, der Martinssammlung, der Martinstüten-Verteilung und dem Frauenfrühstück geehrt wurde die 72-jährige Maria Jütten. Eine goldene Ehrennadel erhielt die 78-jährige Annemarie Caron für ihre langjährigen Besuchsdienste bei Kranken und zu Geburtstagen. Auch die 68-jährige Maria Butt wurde geehrt. Auch sie besucht seit vielen Jahren kranke Menschen Zuhause und im Krankenhaus.

„Danke für die Zeit, die Sie für ihre nächsten Menschen investieren“, so Karim. Diesem Dank an alle Ehrenamtlichen schloss sich Bärbel Windelen nach einer Vorstellungsrunde an, in der deutlich wurde, dass die Mitarbeiterinnen eine sehr vielfältige Arbeit leisten —angefangen von den Krankenhaus- und Geburtstagsbesuchen über Besuche bei Neuhinzugezogenen und jungen Müttern bis hin zu Seniorennachmittagen. „Ihre Arbeit ist ein Schatz an vielen wertvollen Dingen. Man merkt, dass viel Herzblut an all dem, was Sie organisieren, hängt“, so Windelen.

Dennoch müsse man sich Gedanken machen, wie die Caritas-Gruppen in Zukunft weiterleben können. Denn es sei schwierig, Menschen — insbesondere jüngere — für eine Mitarbeit zu gewinnen. Denn das Frauenbild habe sich verändert, stellte sie fest. Fast alle Frauen seien berufstätig und stünden deshalb nicht mit großem Zeitkontingent für Ehrenämter zur Verfügung. „Wie sieht ihr Traumbild von einer Caritas-Gruppe im Jahr 2040 aus?“, warf Bärbel Windelen deshalb als Frage in den Raum. „Gibt es Menschen, die man noch in den Blick nehmen kann?“ Als Vorschläge genannt wurden Flüchtlinge sowie alte und alleinstehende Menschen.

Zur Nachwuchsförderung wurde gesagt, dass man genau hinsehen müsse, wen man für eine bestimmte ehrenamtliche Tätigkeit anspreche. Zudem schlug Bärbel Windelen vor, einzelne Aktionen zu starten, mit denen Jugendlichen die Möglichkeit geboten wird, sich im sozialen Ehrenamt auszuprobieren. Konkret schlugen sie und Martina Jansen vor, ein offenes Wanderangebot anzubieten.

Dieser Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung. Zudem wollen sich die Caritas-Gruppen in Zukunft ein Mal im Jahr treffen.