Busse der WestVerkehr 2020 rund 1,5 Millionen Kilometer mehr unterwegs

Rund 1,5 Millionen zusätzliche Kilometer : Das ändert sich im Busfahrplan im Kreis Heinsberg

Mit dem Fahrplanwechsel zum 1. Januar 2020 wächst das Liniennetz der WestVerkehr GmbH (west). „Wir übernehmen zum Jahresbeginn alle elf Buslinien der Busverkehr Rheinland GmbH im Kreis Heinsberg“, so Udo Winkens, Geschäftsführer der west.

„Das ist das Resultat aus der Direktvergabe des Dienstleistungsauftrages für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Kreisgebiet an die west durch den Kreis Heinsberg als Aufgabenträger für den ÖPNV“, erklärt Landrat Stephan Pusch. Pusch geht davon aus, dass nach einem langen Klageverfahren um die Direktvergabe des Dienstleistungsauftrags für den ÖPNV nun Rechtssicherheit bestehe. Nun könne man mit dem kompletten ÖPNV in einer Hand sich auch vor dem Hintergrund des Klimawandels der Herausforderung stellen, den ÖPNV im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten.

Udo Winkens ist überzeugt, dass die Planung und Abwicklung der Verkehrsleistungen nun effektiver gestaltet werden können. Ein Beispiel hierfür seien die Änderungen zum Fahrplanwechsel. Aus ursprünglich elf Linien der Busverkehr Rheinland GmbH (BVR) würden acht west-Linien. Dies bedeute, dass die BVR-Linie 510 in der Linie 493, die Linie 516 in der 423 und die Linie 497 in der 491 aufgehen. „Mit den zusätzlichen neuen Linien wächst natürlich auch unser Aufwand enorm. So werden unsere Busse in 2020 ungefähr 1,5 Millionen Kilometer mehr unterwegs sein. Deshalb haben wir unter anderem über 40 neue Fahrpersonale eingestellt“, hebt Winkens hervor. Insgesamt decke die west im kommenden Jahr mit 42 Buslinien sowie dem MultiBus-Angebot den gesamten Kreis Heinsberg im ÖPNV ab.

Ab dem 1. Januar 2020 gilt der neue west-Fahrplan in Abstimmung mit den verantwortlichen Stellen des Kreises Heinsberg und dem Aachener Verkehrsverbund. Christian Hoverath, Abteilungsleiter Betrieb und Planung der west, erklärt, bei der Überplanung des bestehenden Linienangebotes seien der west zwei Kundengruppen wichtig gewesen. Zum einen sollten weiterhin die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, pünktlich in den Schulen zu sein. Zum anderen bekam die Gruppe der Berufspendler eine große Aufmerksamkeit. So wurde beispielsweise auf der Linie 491 ein konstanter Stundentakt eingeführt. An den Bahnhöfen in Übach-Palenberg und Geilenkirchen kann immer ein Anschluss an die Bahn nach Aachen und Mönchengladbach realisiert werden. Mit der neuen Linie 475 erhalten die Fahrkunden aus dem Selfkant nun die Möglichkeit, stündlich den Heinsberger Busbahnhof zu erreichen. Die Linie 494 wird bis nach Linnich verlängert. Dort besteht dann auch stündlich Anschluss an die Rurtalbahn nach Jülich und Düren.

Aber auch bestehende Linien der west ändern sich. Aus den Linien 404 und 405 wird künftig die durchgängige Linie 405. Die Linien 406 und 409 werden ebenfalls zusammengelegt; künftig verbindet die neue Linie 406 Linnich und Erkelenz miteinander. Der Linienweg dieser neuen 406 wird darüber hinaus angepasst. Durch die verkürzte Fahrzeit gewinne die Linie deutlich an Attraktivität, so Christian Hoverath. Ein weiteres Highlight sei die zeitliche wie räumliche Ausdehnung des MultiBus-Verkehrs. „Künftig sind die Kleinbusse im gesamten Kreis Heinsberg sonntags bis donnerstags bis 1 Uhr, an den Wochenendnächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen bis 2 Uhr unterwegs. Des Weiteren bedient der MultiBus ab Anfang Januar das gesamte Stadtgebiet von Übach-Palenberg“, sagt Udo Winkens.

In Hückelhoven nimmt die neue Innenstadtbuslinie HÜ1 montags bis freitags den Betrieb auf – analog dem ErkaBus in Erkelenz und der Stadtbuslinie GK1 in Geilenkirchen. Auf der neuen Linie HÜ1 wird es zwei Fahrtrouten geben. Die erste Route bringt alle Fahrgäste von Hilfarth in die City von Hückelhoven und zurück. Die zweite Route verbindet künftig Schaufenberg direkt mit dem Stadtzentrum. Auf der über 20 Kilometer langen Fahrstrecke gibt es insgesamt 29 Haltestellen, die auch in der Broschüre „Stadtbus HÜ1“ dargestellt werden. „Unter Berücksichtigung der neuen Stadtbuslinie HÜ1 ist unser Stadtzentrum künftig von allen Stadtteilen aus gut erreichbar“, freut sich Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen. „Mit unseren Citybussen sind die Fahrgäste sehr preiswert im Kurzstreckentarif unterwegs. Das Einzel-Ticket kostet 1,60 Euro,“ erklärt Udo Winkens.

Zum Fahrplanwechsel am 1. Januar 2020 wird es das „Fahrplanbuch“ der WestVerkehr GmbH zum dritten Mal als Ringordner geben; Schutzgebühr 3 Euro oder 2 Euro für die Lose-Blatt-Sammlung.