Auszeichnung:: Bundespräsident würdigt Altenpflegeschüler des maxQ

Auszeichnung: : Bundespräsident würdigt Altenpflegeschüler des maxQ

Diesen Tag, davon kann man getrost ausgehen, wird Maximilian von Kannen so schnell nicht vergessen: Er ist zum ersten Mal in seinem Leben in Berlin — und dann wird er auch noch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen und, auch das ist sehr wahrscheinlich, der wird ihm die Hand schütteln.

Maximilian von Kannen ist nämlich zusammen mit Beate Wittig und Alina Brunnenberg von ihren 17 Mitschülerinnen und Mitschülern des Projektteams „Wir sind anders — wir sind Wir“ des Fachseminars für Altenpflege am maxQ in Hilfarth ausgewählt worden, gemeinsam mit Projektleiterin Yvonne Meckies den Sonderpreis des Deutschen Weiterbildungstages (DWT) in der Bundeshauptstadt entgegen zu nehmen.

Angst vor Fremdem ist verbreitet

„Wir haben das Thema gewählt, weil wir damit deutlich machen wollen, dass nicht nur Ausländerfeindlichkeit, sondern jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung es erschweren, in der Pflege erfolgreich zu sein“, sagt Maximilian van Kannen. Denn leider, ergänzt seine Mitschülerin Alina Brunnen, sei die Angst vor allem Fremden „bei der Generation von Menschen, mit denen wir es heute in der Altenpflege zu tun haben, noch weit verbreitet“.

Die 20 Schüler des Fachseminars, die am maxQ in Hilfarth auch ihr Staatsexamen als Altenpfleger machen werden, haben zu diesem Thema in ihrem Projekt, dem sie den Slogan „Wir sind anders — wir sind Wir“ gaben, Interviews in Altenheimen und ambulanten Pflegediensten durchgeführt, die Gruppe hat dazu Videos und schriftliche Texte erstellt.

„Im nächsten Schritt halfen die Ergebnisse der daraus gewonnenen Erfahrungen, eine breitere Öffentlichkeit für das Thema Ausgrenzung und Diskriminierung in der Pflege zu sensibilisieren und selbst privat in Selbstspiegelungen mit diesen Themen wirksam voranzukommen“, sagt Projektleiterin Yvonne Meckies. Verschiedene Aktionen innerhalb der Schule halfen dabei, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über Ausgrenzung und Vielfalt auszutauschen.

„Ganz wichtig für unser Projekt“, sagt Alina Brunnenberg, „war unser Sommerfest.“ Das stand nämlich in diesem Jahr ganz im Zeichen von Diversität. „An unserer Schule lernen rund 250 Menschen aus 21 verschiedenen Nationen“, sagt Yvonne Meckies. Es wurden also Stände zu unterschiedlichen Ländern aufgebaut, an denen nicht nur landestypische kulinarische Spezialitäten probiert werden konnten, sondern vor allem auch Informationen über das jeweilige Land gegeben wurden. „Über das Essen kann man auch bei alten Menschen ziemlich gut Vorurteile über Fremdes abbauen“, schmunzelt Maximilian von Kannen.

Um die so gewonnenen Ergebnisse ihres Projektes zu dokumentieren, haben die Schüler selbst eine Webseite produziert. Dort sind mit Fotos und Texten die Ergebnisse von „Wir sind anders — wir sind Wir“ sehr zeitgemäß dargestellt. Und offenbar so gut aufbereitet, dass die Projektgruppe dafür mit dem Sonderpreis des Deutschen Weiterbildungstages 2018 ausgezeichnet wird.

„Die Schüler haben in ihrem Projekt deutlich gemacht, dass jede Person ihre eigene, sehr individuelle Geschichte mit den unterschiedlichen Hintergründen mitbringt und ein Recht darauf hat, ohne Vorurteile und unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Aussehen, sexueller Orientierung oder Religion als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen und respektiert zu werden“, sagt die Dozentin Yvonne Meckies. Sie hofft, damit die Schüler so zu stärken, dass sie „erfolgreich in einer herausfordernden Branche mit Menschen arbeiten, die sie genau für diesen Individualismus schätzen werden“.

Beim Abschlussfest verbraten

Sie sieht in dem Preis, der den Schülern für ihr Projekt in Berlin vom Bundespräsidenten verliehen wird, „eine Wertschätzung, die ihnen leider in ihrer Arbeit oft nicht entgegengebracht wird“. Und wie sehen es die drei, die den Preis in Berlin entgegennehmen? „Wir freuen uns auf die Tage in Berlin“, sagt Maximilian von Kannen. „Und wir sehen den Preis als Motivation, noch besser zu werden“, ergänzt Alina Brunnenberg.

Und was werden sie mit den 1500 Euro Preisgeld veranstalten? Das antworten die beiden unisono: „Das Geld werden wir bei unserem Abschlussfest verbraten.“

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