"Bürger gegen Bergschäden": Verein äußert weiterhin Sorgen

Verein : Bergschäden bereiten weiter Sorgen

Die Tendenz, Erstattungen zu zahlen, gehe immer weiter zurück, denn der „Topf“, aus dem die Erstattungen für Bergschäden gezahlt würden, sei begrenzt. Dies erklärte der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Meurer aus Ratheim, bei der Mitgliederversammlung des Vereins Bürger gegen Bergschäden in der Gaststätte Zur Rennbahn in Wassenberg.

Umso wichtiger sei da eine kompetente Unterstützung. So biete der Verein zum Beispiel bei vermuteten Bergschäden den Besitzern von Immobilien einen kostenfreien ersten Besichtigungstermin mit Sichtung der Unterlagen und einer ersten Einschätzung der Erfolgsaussichten eines Erstattungsantrags an.

Weiterhin unterstütze der Verein seine derzeit 98 Mitglieder im Bedarfsfall bei Anträgen an die Schlichtungsstellen und begleite sie zu den Verhandlungen. Wichtig sei zudem, den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Schnelle, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses Bergbausicherheit sei, mit den notwendigen Informationen zu versorgen. „Wir müssen ihn auf die Probleme hinweisen, sonst kann er uns nicht unterstützen“, erklärte Meurer.

Einstimmig wurde er anschließend als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Versammlung den Vermessungstechniker Daniel Wetzels aus Wegberg und Walter Düllberg aus Grevenbroich. Weiter wurden Harry Rüffer aus Hetzerath als Geschäftsführer, Jürgen Belitz aus Wassenberg als Schatzmeister, Thomas Eich aus Myhl als Pressesprecher sowie Georg Störing aus Wassenberg, Peter Willner aus Aldenhoven und Gabriele Hellwig aus Kleingladbach als Beisitzer gewählt.

Im weiteren Verlauf der Versammlung informierten Wetzels und der Geologe Störing zum Thema „Grundwasserabsenkung im Raum Wassenberg“. Durch die Zerstörung der ursprünglich vorhandenen Grundwasser-Stockwerke komme es zu einem „hydraulischen Kurzschluss“. Dabei würden die vormals existierenden Trennschichten zwischen den einzelnen Grundwasserleitern zerstört und Schadstoffe könnten sich bis in große Tiefen ausbreiten.

Mit dem Umschichten des „Abraumes“ kämen auch zuvor in der Tiefe gebundene Sulfide an die Oberfläche, die in der Zukunft mit dem Ansteigen des Grundwassers ausgewaschen würden. Und auch die Gefahren durch die verkippte Kraftwerksasche mit darin enthaltenem Quecksilber seien noch nicht abschließend geklärt.

Die Auswirkungen der Grundwasserabsenkung durch RWE gingen bis in die Niederlande, so Wetzels weiter. „Selbst in Heinsberg sind schon Senkungen zu verzeichnen.“ Die Sümpfungsmaßnahmen führten im Raum Hückelhoven-Wassenberg zu Bodensenkungen, die sich allerdings mit den Hebungen durch den Eschweiler Bergwerks-Verein (EBV) überlagern würden. „Nach den Senkungen in den 1990er- und den Hebungen in den 2000er-Jahren wird es in Zukunft auch hier wieder zu Senkungen kommen“, prognostizierte der Experte.

Durch die Vorschädigung des Bodens sei im Bereich der Zeche Sophia-Jacoba jedoch von weitaus schwereren Folgen auszugehen. Derzeit werde durch das Projekt „Flurabstandsprognose“ des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) untersucht, welche Folgen zu erwarten seien und welche Gegenmaßnahmen getroffen werden müssten.

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