Breickmann sieht noch keinen Grund zur Sorge

Tierärztlicher Notdienst : Breickmann sieht noch keinen Grund zur Sorge

Hohe Kosten und Fachkräftemangel sind die beiden elementaren Gründe, warum vielerorts die tierärztliche Notdienstversorgung im Land gefährdet ist. Die einzige Tierklinik innerhalb der Städteregion Aachen sowie der Kreise Düren und Heinsberg befindet sich in Aachen.

Viele Tierbesitzer fragten sich nun nach einem entsprechenden Bericht in unserer Zeitung vom Donnerstag letzter Woche schon, ob denn die Versorgung ihres Lieblings im Ernstfall im Kreis Heinsberg überhaupt noch gesichert ist, wie Dr. Heiner Breickmann, Vorsitzender der Kreisstelle der Tierärztekammer Nordrhein im Kreis Heinsberg, jetzt erklärt.

„Mittlerweile fragen sich zahlreiche Tierbesitzer, wie der Notdienst hier im Kreis geregelt ist und an wen sie sich im Notfall wenden können“, sagt Breickmann. „Seit 2005 haben einige Kleintierpraxen, leider nicht alle Kleintierärzte im Kreis Heinsberg, einen Notdienstring gegründet, mit dem Ziel, für alle Kleintierhalter einen geregelten Notdienst anzubieten und dafür zu sorgen, dass eine Grundversorgung an Wochenenden für Notfälle geregelt ist.“ Manche Fälle würden vorsorgt und dann zu Spezialisten weitergeleitet. „Es werden nur die Behandlungen durchgeführt, die akut notwendig sind, um den Notfall zu beheben. Hiermit soll natürlich in erster Linie dem betroffenen Tier geholfen werden, aber es sollen dadurch auch dem Besitzer Kosten erspart werden“, sagt Breickmann.

Aufwendige diagnostische Maßnahmen sollten im Einzelfall nur durchgeführt werden, wenn sie dringend geboten seien. Tierbesitzer, die normalerweise zu den Kunden eines am Notdienstring beteiligten Kollegen gehörten, würden an diesen zurücküberwiesen und die Informationen zu dem Patienten an die betreffende Praxis weitergeleitet, erläutert der Veterinär.

Dass die Kosten bei Behandlungen außerhalb der normalen Praxiszeiten höher liegen, ist nachvollziehbar. „Die Kosten für die Behandlungen richten sich nach der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte), die an Sonn- und Feiertagen mindestens den zweifachen Satz vorsieht.“

Brauchen sich die Tierbesitzer im Kreis Heinsberg also keine Sorgen zu machen? „Der Notdienst hier im Kreis läuft eigentlich reibungslos“, ist Breickmann sicher. „Die Kollegen haben einen Dienstplan für jede Jahreshälfte, können so Urlaube oder akute Dienstwechsel rechtzeitig planen und dies mit den angeschlossenen Kollegen kommunizieren. Der Notdienst geht von Freitagabend, 19 Uhr, bis Montagmorgen, 7 Uhr. Feiertage wie Ostern, Weihnachten oder Silvester werden extra geregelt. Die kreisweit geltende Notdienstrufnummer ist 02454/9365151“, nennt Breickmann gleich die wichtigsten Details.

Beteiligt am Notdienstring seien die Praxen Eschweiler in Erkelenz, Franken in Geilenkirchen, Geks in Hückelhoven-Doveren, Dr. Klöser in Übach-Palenberg, Dr. Renner in Wassenberg, Dr. Ullmann in Wegberg, van Hooijdonk in Waldfeucht-Selsten und Breickmann selbst in Gangelt.