Erkelenz: Borschemicher Orgel soll in St. Lambertus neue Heimat finden

Erkelenz: Borschemicher Orgel soll in St. Lambertus neue Heimat finden

Ein Stück Borschemich erklingt nun bei jeder Messe in St. Lambertus. Denn die Klais-Orgel aus der ehemaligen Borschemicher Pfarrkirche hat in Erkelenz neben dem Altar eine neue Heimat gefunden. Dass sie von Borschemich aus umgesetzt und restauriert werden konnte, war durch den Verkauf der alten Oberlinger-Orgel und eine Spendenaktion des Heimatvereins möglich.

25.500 Euro kamen zusammen, was zusammen mit der Erlös aus dem Verkauf der alten Orgel (rund 120.000 Euro) für die gesamte Aktion reichte. Am Ende bleiben sogar noch rund 2500 Euro übrig, die in den Fonds für die geplante Cornelius-Burgh-Orgel fließen.

Das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn für die neue Orgel müssen rund 1,1 Millionen Euro gesammelt werden. Derzeit sind schon rund 140.000 zusammengekommen. Wenn man 80 Prozent der Kosten aufbringen kann — also rund 880.000 Euro — wird die neue Orgel in Angriff genommen.

Bei der Spendenübergabe im Rathaus an Pastor Werner Rombach betonte Günter Merkens, dass durch die weitere Nutzung der Orgel ein wichtiges Kulturgut der Erkelenzer Lande erhalten geblieben sei. Die Orgel selbst bezeichnete der Vorsitzende des Heimatvereins als ein „Klangdenkmal“, für dessen Erhalt sich der Heimatverein und Bürgermeister Peter Jansen als Schirmherr der Spendenaktion gerne eingesetzt hätten.

Sicher war es für die Borschemicher ein glücklicher Zufall, dass die Oberlinger-Orgel in St. Lambertus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem letzten Loch pfiff und über kurz oder lang ersetzt werden musste. Also trat der Heimatverein auf den Plan, der sich ja die satzungsgemäße Aufgabe gegeben hat, kulturelle Güter des Erkelenzer Landes zu schützen. „Und das haben wir gemacht“, erklärte Merkens pragmatisch.

Ein Glücksfall

Und Merkens wäre ein schlechter Heimatvereinsvorsitzender, wenn er nicht auch noch ein lokalhistorisch wissenswertes Detail beifügen könnte. Und das tat er auch, denn von 1907 bis zur Zerstörung des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg beherbergte St. Lambertus schon einmal eine Klais-Orgel aus der Werkstatt des gleichnamigen Bonner Orgelbaumeisters. Somit sei es ein weiterer Glücksfall, dass der Bestand in St. Lambertus rund 70 Jahre nach der Zerstörung wieder komplettiert werden konnte.

Bürgermeister ist Schirmherr

Die Borschemicher Orgel wird als Hauptorgel in St. Lambertus zu hören sein, bis das nötige Geld für die neue Orgel über dem Portal zusammengekommen ist. Auch danach wird sie als Chororgel weiter in Erkelenz bleiben und ihren musikalischen Dienst tun. Schirmherr Jansen zeigte sich erfreut, dass den Borschemichern nach der Umsiedlung „ein Stück Heimat erhalten“ bleibe.

(hewi)