Fotoausstellung in Wassenberg: Blick auf die bewegte Historie St. Georgs

Fotoausstellung in Wassenberg : Blick auf die bewegte Historie St. Georgs

Bei der Eröffnung der Fotoausstellung „900 Jahre St. Georg“ im Bergfried in Wassenberg standen die Bilddokumente der Entstehung der Kirche und ihr geschichtliches Schicksal im Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit der Stadt Wassenberg und der Kirchengemeinde St. Georg gestaltete der Heimatverein Wassenberg einen weiteren gelungenen Baustein zu den Jubiläumsfeierlichkeiten.

Nach den einführenden Worten von Frank Winkens für die Stadt und durch Propst Thomas Wieners für die Kirchengemeinde nahm Sepp Becker, der Vorsitzende des Heimatvereins Wassenberg, das Publikum mit auf eine 900 Jahre umfassende Geschichtsreise von der Stiftung und Gründung der Kirche über das „Goldene Dekanat“ bis zum heutigen Tag.

Propst Thomas Wieners erläuterte in der Ausstellung das Heiligenfries als Bestandteil der Wandgestaltung in der heutigen Kirche St. Georg. Foto: Johannes Bindels

Als besondere Ereignisse stellte Sepp Becker den Gründungs- und Stiftungsgedanken durch Graf Gerhard von Wassenberg ebenso wie die Sicherung des Unterhalts, die Entwicklung der Propstei zu einem umfangreichen Dekanat sowie die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau dar.

„Heute sollen die Bilder für sich sprechen“, betonte Becker und nutzte die Bilder der thematisch gut strukturierten Ausstellung als roten Faden seiner geschichtlichen Erzählreise. Im Jahr 1118 ließ Graf Gerhard von Wassenberg seine Stiftung des Grundstücks, die Finanzierung des Baus und die Sicherung des Unterhalts der Kirche St. Georg und des angegliederten Stifts beurkunden. Mit der Übertragung von Besitztümern sowie von Einkommensansprüchen gegen andere umliegende und inkorporierte Kirchengemeinden sicherte er den Bestand der Propstei.

Dieser Zeitraum ist in der Ausstellung ebenso bildmäßig belegt wie die Zeit des „Goldenen Dekanats Wassenberg“ mit der flächenmäßig großen Ausdehnung um 1560. Bis zur Schließung des angegliederten Stifts St. Georg durch Napoleons Besatzung im August 1802 hatten die Kanoniker und Magister fast 700 Jahre von Wassenberg aus wirken können. Dieser Zeitraum ist ebenso auf der ersten Etage in Bilddokumenten dargestellt wie der Zeitraum bis zum Ersten Weltkrieg.

Auf der zweiten Etage beherbergt die Ausstellung die Fotodokumente zum Zeitraum der Weimarer Republik, der unseligen Hitler-Diktatur und der Zerstörung der St.-Georg-Kirche sowie des Wiederaufbaus mit der Grundsteinlegung im Jahr 1954 und die Bedeutung in der heutigen Zeit. Beim Wiederaufbau wurde ein Kopfnischen-Grab im Innenraum der Kirche gefunden, das möglicherweise die Gebeine des Stifters Graf Gerhard oder seines Vaters enthält.

Bedeutung im heutigen Alltag

Die Gestaltung des Innenraumes der heutigen Propsteikirche St. Georg mit dem Fries von 100 Heiligen finden die Besucher auf der dritten Etage des Bergfrieds dokumentiert. Dieser Ausstellungsteil dokumentiert unter anderem mit gemalten Bildern von Kindern, welche Bedeutung die Kirche im heutigen Alltag der Gläubigen hat.

Dazu Propst Wieners: „Wenn es heute keinen einfachen Zugang mehr zur Kirche gibt, braucht es von ihrer Seite ein größeres Engagement.“ Mit der Ausstellung ist ein Teil dieses Engagements nachvollziehbar.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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