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Eichenprozessionsspinner: Biozid soll giftige Raupen stoppen

Eichenprozessionsspinner : Biozid soll giftige Raupen stoppen

Atemnot, Juckreiz, Hautausschlag und lebensbedrohliche allergische Schocks: Das alles sind Symptome nach der Berührung mit den Härchen des Eichenprozessionsspinner. Am Montag starten im Kreis Heinsberg die Sprühmaßnahmen gegen die Raupen.

Sie tragen durchschnittlich rund 600.000 Nesselhärchen pro Tier, die das Gift Thaumetopoein enthalten. Die Rede ist von den Raupen des Eichenprozessionsspinners. Und selbst wenn die Raupen schon längst zu unscheinbaren Nachtfaltern geworden sind, bleiben viele Millionen der Haare in den Nestern zurück. Bei der Berührung der menschlichen Haut kommt es durch das Nesselgift der Haare zu Hautausschlägen mit intensivem Juckreiz.

Werden die giftigen Härchen eingeatmet, lösen sie Atemnot, Asthma-Anfälle oder einen lebensbedrohlichen allergischen Schock aus. Ein kleiner Windstoß genügt, um die feinen Härchen bis zu hundert Meter durch die Luft zu transportieren. Deshalb werden der Kreis Heinsberg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie die Städte Baesweiler, Würselen und der Kreis Düren in den kommenden Wochen wieder eine gemeinsame vorbeugende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Eichenbäumen vornehmen.

Verkehrsteilnehmer werden deshalb gebeten, auf entsprechend gekennzeichnete Einsatzfahrzeuge zu achten. In diesem Jahr werden nach Angaben des Kreise Heinsberg rund 10.200 Eichenbäume entlang von Straßen und auf öffentlichen Grünflächen behandelt. Die Arbeiten starten in diesem Jahr voraussichtlich am Montag, 27. April. Während der Besprühung der Eichenbäume in den hellen Tages- und Abendstunden (bis etwa 21.00 Uhr) muss aufgrund der eingesetzten Sprühturbine kurzzeitig mit Beeinträchtigungen gerechnet werden.

Mit den Präventionsarbeiten wurde ein Fachunternehmen beauftragt. Besprüht werden die Eichenbäume mit dem Biozid „Foray ES“. Dieses Mittel hat laut Kreisverwaltung eine Zulassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und basiert auf bestimmten Stämmen des sogenannten „Bacillus thuringiensis“ (BT). Das Biozid wirkt als Fraßgift; es tötet nur bestimmte Raupen und nicht Nutzinsekten wie beispielsweise Marienkäfer. Die Raupen nehmen die zunächst ungiftige Vorstufe des Wirkstoffs beim Fressen der jungen Eichenblätter auf. Erst zu einem späteren Zeitpunkt bildet der Bazillus den eigentlichen Wirkstoff und löst das Absterben des Eichenprozessionsspinners aus. „Der Vorteil dieses Mittels besteht darin, dass beim Versprühen des Biozids dieses für den Menschen relativ unbedenklich ist. Vorsichtshalber wird empfohlen, dennoch als Passant dem

Sprühnebel auszuweichen sowie als Anwohner für die Zeit der Bekämpfungsmaßnahme die Fenster des Wohnhauses zu schließen“, teilt der Kreis Heinsberg mit.