Bier- und Bratwurstfestival in Heinsberg: Regionalität im Fokus

Regionalität im Fokus : Hastenraths Will predigt im Regen beim Bratwurstfestival

Viel Regen musste das dritte Bier- und Bratwurstfestival am Wochenende auf dem Marktplatz aushalten. Doch die wetterfesten Heinsberger trotzten ihm und kamen drei Tage lang zahlreich, auch zur Predigtpremiere der regionalen Comedy-Ikone Hastenraths Will beim ökumenischen Erntedankgottesdienst am Sonntagvormittag.

„Wer denkt, der dankt, und wer dankt, der denkt“, hatte zunächst Propst Markus Bruns in seiner Einführung erklärt und verband damit den Appell, über den Umgang mit der Schöpfung und der „wunderbaren Welt, in der wir leben“, nachzudenken. Nachdem Will, „der Menschenfischer aus dem Selfkant“, dann mit seinem gleich alle Zuhörer vereinnahmenden Humor zu mehr Toleranz und Nächstenliebe aufgerufen hatte, würdigte er wie vor ihm schon Pfarrer Sebastian Walde inmitten von „Hopfen- und Bratwursternte“ die Schöpfung. Das im Paradies damals nicht alles so gut gelaufen sei, nichts vollkommen sei, ermögliche doch erst eine weitere Entwicklung in der „Globalisation“, erklärte er. „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hat doch schon aufgehört, gut zu sein.“

Nach dem Gottesdienst, musikalisch gestaltet durch die Rodebachtaler, verteilten die Pfarrer und Will Äpfel an die Gottesdienstbesucher. Bruns segnete die Traktoren der Schlepperfreunde aus Kirchhoven, und Will sicherte sich einen der Mehrweg-Kaffeebecher, die von Jugendlichen gestaltet worden waren und auf dem Festival verkauft wurden. Neben Bier und Bratwurst lockte natürlich auch der verkaufsoffene Sonntag die Menschen in die Stadt.

Bereits am Freitag hatten vom Gewerbe- und Verkehrsverein als Veranstalter Vorsitzender Peter Heinrichs und Geschäftsführerin Heike Northemann das Festival eröffnet. Dabei hießen sie Landrat Stephan Pusch Schirmherrn willkommen. „Genuss für Leib und Seele, gute Musik, Treffpunkt zum Verweilen, Shopping am Sonntag“, fasste Heike Northemann die wesentlichen Stichworte zusammen. Dieses Festival sei ein „sichtbares Zeichen“ einer „lebendigen, gastfreundlichen und leistungsstarken Gemeinschaft, die auch weiterhin an der Attraktivität und Vielfalt Heinsbergs arbeiten wird“, pflichtete ihr Peter Heinrichs bei.

Für eine gute, regional gefertigte Bratwurst, wie sie auch Jasenko Handanovic zubereitete, standen die Besucher des Festivals zeitweise gerne Schlange. Foto: Anna Petra Thomas

Regionale Produkte, wie sie das Festival mit Bier und Bratwurst biete, seien gerade ein „Megatrend“, erklärte Stephan Pusch, bevor er das erste Fass anschlug. „Der Verbraucher will heute wissen, was er isst und wo sein Bier herkommt.“ Was auf dem Markt an drei Tagen serviert werde, sei „authentisch, handwerklich gefertigt und hebt sich von dem Einheitsbrei, der uns so oft serviert wird, wohltuend ab!“, betonte er.

Alle fünf Anbieter von Bier und Bratwurst auf dem Markt seien inzwischen gute Kooperationspartner der neuen Regionalmarke „Heinsberger Land“, bei der es insgesamt darum gehe, die Regionalität zu stärken.

Und Regionalität verkürze Wege, so Pusch weiter mit einem Blick auf die aktuelle Klimaschutz-Diskussion. Regionale Kreisläufe zu stärken sei jenseits aller Verbote der beste Garant für Klimaschutz. „Wenn die regionalen Produkte dann auch noch gut sind, umso besser!“, schloss er.