Wassenberg: Betty-Reis-Gesamtschule kämpft gegen Rassismus

Wassenberg: Betty-Reis-Gesamtschule kämpft gegen Rassismus

„Beeindruckend. Ihr habt mich wirklich beeindruckt!“ Mit diesen Worten begann Stefan Otto, einer der drei Brüder, die das Heinsberger Unternehmen Otto Gourmet leiten, sein Grußwort im Rahmen der Feierstunde zur offiziellen Zertifizierung der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg als „Schule ohne Rassismus — Schule mit Courage“ (kurz: „SoR“).

Zuvor hatte er sich bei einem Rundgang durch die Präsentation ein Bild von der Vielfalt und Qualität der Ergebnisse der Projektwoche „Bunt“ gemacht. Das Unternehmen hatte sich als Firmenpate zur Verfügung gestellt und will in Zukunft die Schule immer wieder unterstützen.

Alle Schülerinnen und Schüler der Schule hatten lange vorher aus vier Kategorien (Sport/Kultur/Naturwissenschaften/Gesellschaft) ihre Lieblingsprojekte gewählt. Fast 50 Projekte hatten zur Auswahl gestanden, erklärte Daniela Vahl, Koordinatorin für den Bereich der besonderen pädagogischen Arbeitsformen an der Schule in Zusammenarbeit mit Dr. Ludger Herrmann, dem didaktischen Leiter der Schule.

Griffiger Titel: „Bunt“

Das Motto der Projektwoche war von einer Arbeitsgruppe aus Schülern und Lehrern bestimmt worden. Hier waren es die Schüler, die zuvor in einer Lehrerkonferenz vorgeschlagen hatten, die Projektwoche unter den Leitgedanken von „Schule ohne Rassismus — Schule mit Courage“ zu stellen.

Der Titel „Bunt“ sei in der Arbeitsgruppe ausgewählt worden, weil es „noch griffiger und im Blick auf unsere globalisierte Welt als besonders treffend empfunden wurde“, erklärte Sabrina Gerres, die mit Theresa Buyel als Lehrerinnen die Arbeitsgruppe leitete. Alle Schüler der Schule arbeiteten jahrgangs- und fächerübergreifend zu den verschiedensten Themen zusammen.

Während der Woche herrschte auf dem ganzen Schulgelände Dank der vielfältigen Projekte eine besondere Stimmung. So wurden zum Beispiel Nationalsportarten aus verschiedenen Ländern ausprobiert, Image-Filme erstellt, international gekocht oder das Leben mit Handicap untersucht und erfahrbar gemacht. Wie gut alles gelungen war, stellten neben Stefan Otto Bürgermeister Manfred Winkens, sein Stellvertreter Frank Winkens und Daniel Bani-Shoraka fest.

Bani-Shoraka war es dann, der als offizieller Vertreter des „Schule ohne Rassismus-Netzwerkes“ die Enthüllung des Labels durch Schüler der Arbeitsgruppe einleitete. Dieses schmückt nun gut sichtbar die Front des Selbstlernzentrums inmitten des Schulgeländes. Insbesondere die Reden von Schülern zeigten, wie ernst der Schulgemeinde die Grundidee des „SoR-Netzwerkes“ ist.

Alexander Winkens, Sprecher der Arbeitsgruppe, stellte heraus, welche Aufgaben für die Schule anstehen: „Wir alle haben uns dazu verpflichtet Rassismus, Vorurteile, Homophobie, Antisemitismus und Rechtsextremismus an unserer Schule zu bekämpfen und Aktionen zu planen, die unser Anliegen immer wieder unterstreichen. Wir hoffen darüber hinaus, das Projekt über viele weitere Schülergenerationen vererben zu können.“

Als Schülersprecher präzisierte Nick Kaspers diesen Grundansatz: „Ziel ist es, das alltägliche Schulleben so zu verändern, das ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Anerkennung individueller Werte entsteht, gepaart mit der Suche nach Normen, die uns alle verbinden.“

Er dankte im Namen der Schüler allen Beteiligten, die das Projekt an die Schule geholt hatten, und schloss seine Rede mit einem Appell: „Die Bekämpfung von Diskriminierungen ist und bleibt ein ewiger Prozess. Als Individuum hat man in diesem Kampf wenige Chancen. Gemeinsam können wir es jedoch schaffen, ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und das einseitige Denken aus den Köpfen der Menschen zu streichen. Also lasst uns zusammenhalten, so wie die Menschen dieses Projektes zusammenstehen, und immer wieder daran erinnern, dass wir alle gleich sind und die gleichen Rechte haben.“