Besondere Aktionen am Berufskolleg EST

Projekttage : Berufsschüler erkennen ihre verborgenen Talente

Die Projekttage am Berufskolleg Ernährung, Sozialwesen und Technik mobilisieren die Schüler zu besonderen Aktionen. Die Projekte machen nicht nur Spaß, sondern regen auch zum Nachdenken an.

Vor vier Jahren wurden die Projekttage nach Initiative und Wunsch der Schülervertretung ins Leben gerufen. „Wir Lehrer haben dies aufgegriffen, für uns war es  von Beginn an eine Herzenssache“, blickte Schülervertretungslehrerin Ursula Göricke zurück zu den ersten Projekttagen unter dem Motto:  „Fest des Lebens und  der Vielfalt“. Es folgte das Zweite mit dem Motto „Gemeinsam ist einfach“, beim dritten Mal galt das Motto „Schule mit Herz“. Bei der jüngsten Auflage wurde standen die Projekttage unter dem Titel „Schüler/innen für Schüler/innen“. Das Motto sollte eine Auseinandersetzung mit den Bildungszielen von Schule anregen und darauf hinweisen, dass gelungene Bildung nicht nur kognitive Fähigkeiten vermitteln soll, sondern auch emotionale Intelligenz und soziale Kompetenzen.

Ziel des Berufskolleg Ernährung, Sozialwesen und Technik ist eine Schule, die offen für alle ist und alle so annimmt und wertschätzt, wie sie sind. Da momentan religiöse und sexuelle Intoleranz wieder zunehmen, liegt der Schülervertretung dieses Anliegen besonders am Herzen, alle sahen das diesjährige Motto als zeitgemäß an.

Ursula Göricke freute, dass die Schüler eine große Begeisterung für die Projekte zeigten. Von Beginn an wurden in den verschiedenen Workshops aktuelle Themen er- und ausgearbeitet, die Schüler zeigten großes Interesse. „Bereits in den ersten Workshops war ich überrascht, welche Ideen die Schüler haben. Stetig kamen vielen neue Projekte hinzu. Und was ich heute bereits gesehen habe,  bin ich wieder restlos begeistert – in den einzelnen Projekten steckt viel Herzblut. Es wird Mut gezeigt, auch brisante Themen anzusprechen“, sagte Göricke.

Sie sei total beeindruckt und sehe diese Projekttage als Aushängeschild des Berufskollegs Ernährung, Sozialwesen und Technik. Kollegin Marisa Blischke ist seit drei Jahren im Team der Schülervertretung dabei, und erkannte ebenfalls große Begeisterung der Schüler in den Workshops. „Man sieht, welche großartigen Talente wir hier an der Schule haben. In den Workshops wird Teamarbeit groß geschrieben und gelebt. Jeder kann seine Ideen einbringen und sein wie er ist“, sahen beide SV-Lehrerinnen  den Erfolg dieser Projekttage.

Am ersten Tag der Projekttage wurden  in Workshops Ideen gesammelt, am zweiten Tag die Ergebnisse der Arbeit im Forum der Schule präsentiert. Neben zwei Workshops zur Förderung der Akzeptanz sexueller Vielfalt (Wir sind offen! Schule ohne Homophobie und Regenbogenprojekt), fanden auch künstlerische (Wir verschönern die Schule, Zeichnen), sportliche (Sport-Olympiade, Fußball, Bogenschießen) und musikalische Workshops (Trommeln, Singen und Musizieren) statt.

Es wurden ferner drei Workshops zu verschiedenen Tanzrichtungen (Hip-Hop, Zumba, Türkischer Tanz) präsentiert. Weiterhin gab es Workshops zu den Themen veganer Lifestyle, Toleranz und Akzeptanz (Türkisch für Anfänger, sich neu erfinden), zur Entspannung (Erzähl-Yoga) und dem Entfliehen aus dem Alltag (Pen & Paper-Rollenspiele)  aber auch Themen mit Zukunftsrelevanz (Fridays for Future – Schüler/innen für die Zukunft und Poetry Slam), zu denen sogar Schüler aus anderen Schulen miteinbezogen worden.

Ein Grund für die Initiierung der Projekttage war auch der Wunsch der SV, die Schulgemeinschaft zu fördern. Bei den Evaluationen der vergangenen Projekttage wurde dieser Effekt besonders lobend hervorgehoben. 

Ein Lob und großen Applaus erhielt Kai Krieger als Moderator stellvertretend für das gesamte Team der Schülervertretung.

(agsb )
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