Mittelaltermarkt : Besinnlichkeit aus dem Mittelalter auf Burg Erkelenz

Mittelaltermarkt : Besinnlichkeit aus dem Mittelalter auf Burg Erkelenz

Im Reigen der Advents- und Weihnachtsmärkte ist der Mittelaltermarkt an der Burg Erkelenz etwas Besonderes. Am ersten Adventswochenende locken Gaukler, Hexen und Bettler die Besucher auf die Burg.

Auch in diesem Jahr gehört der mittelalterliche Adventsmarkt auf und an der Burg zu den Magneten der beginnenden Adventszeit.

Bereits zum siebten Mal verwandeln sich das historische Aushängeschild der Stadt und sein Vorplatz in ein buntes Lager der seltsamen Gesellen. Geboten wird, was man sich so unter Mittelalter vorstellt – und dabei auch gerne kreuz und quer durch die Jahrhunderte.

Einige der Marktbeschicker hätten das mittelalterliche Erkelenz wohl nicht so unbeschadet überlebt, da sie eine gewisse Faszination für das Hexenwesen durchaus heraushängen ließen. Bei anderen konnte man nicht so sicher sein, worin neben ihrer Verkleidung genau der Beitrag zum Markt bestand. Bei „Ede“, dem leprakranken Bettler, konnte man sich hingegen sicher sein. Er machte mächtig Eindruck, wenn er aus dem Halbdunkel auftauchte und plötzlich vor einem stand. Und Bettler, so versicherte er, gehörten im Mittelalter zu jedem Markt dazu.

Vom Saufen und Fremdgehen

Die Band Vrevel aus Hagen ist Dauergast bei den Events auf der Burg und erfreut das Publikum mit ihrem Mittelalter-Punk und frechen Texten. Am Samstag spielte das Trio im Kaminsaal der Burg, weil es draußen doch recht feucht wurde. Aus einer der Fensternischen über den Gästen trugen sie ihre frechen Lieder vom Saufen, Fremdgehen und anderen Vergnügungen vor. Dabei klangen manche der Melodien schon ziemlich nach deutschem Blödelschlager und Nordseeküste. Den fröhlich feiernden Gästen war das einerlei. Denn auf der langen Holzbank am Feuer und bei einem guten Bier kam man sich schon „irgendwie mittelalterlich“ vor. Und das ist auch das Geheimnis des Events.

Da auf elektrisches Licht verzichtet wird, muss man sich Welt im Fackelschein erkunden. Überall riecht es nach Feuern, Holzscheite knacken und an den Wegen glimmen senkrecht aufgestellte Baumstämme als Laternenersatz vor sich hin. Ihr Vorteil ist, dass sie auch eine gewisse Wärme bieten. Quasi die brennenden Mülltonnen des Mittelalters, wenn es mal ebenso verrucht wie verraucht sein sollte. Manchmal kommt man sich vor, wie ein frisch servierter Räucheraal.

Geschichte und Geschichten

Neben der Burg hatte auch der stadtbekannte heidnische Wikinger Bergthor Invasson sein Lager aufgeschlagen. Bei ihm durfte man auch mal Bogenschießen und bekam Tipps, wie man am besten Klöster plündert. Doch auch sonst wusste er manches Lehrreiche über das Leben im Mittelalter zu berichten. Im bürgerlichen Leben heißt er Christoph Stolzenberger, ist Kulturmanager in Erkelenz und auch im Heimatverein aktiv.

Ein Fackelzug durch die Stadt gehört natürlich auch dazu, wenn die Gaukler in der Stadt sind. Ansonsten gab es Met und Mystisches, Schmuck und Lederwaren, Apfelringe und Melonensuppe, eine Feuershow und den Gaukler Nils. Im Sommer kommen die Kräuterfrauen, Gaukler, Wunderheiler und Musikanten wieder für ein Wochenende zur Erkelenzer Burg zurück.

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