Benefizauftritt von Willibert Pauels in Erkelenz

Willibert Pauels in der Stadthalle : Ein Plädoyer für den Humor

Willibert Pauels ist der Diakon mit der roten Pappnase. Als „Bergische Jung“ war er aus dem rheinischen Karneval nicht mehr wegzudenken und begeisterte die Jecken rheinauf und rheinab mit seinem anarchistischen, frechen und überraschend sauberen Humor.

Aus gesundheitlichen Gründen tritt Pauels auf der Bühne etwas kürzer. Umso erfreuter waren Markus Forg und Josef Viethen vom Orgelbauverein, als sie bei Pauels wegen eines Benefizauftritts in der Stadthalle anfragten und er ohne zu zögern zusagte.

Binnen weniger Tage war die Stadthalle ausverkauft. Was Pauels den Besuchern bot, war ein leidenschaftliches Plädoyer für den Humor und das Lachen. Dass Humor durchaus auch schlüpfrig sein dürfe, könne man seiner Meinung nach schon am Wort selbst erkennen. „Humor kommt von Humus und der ist feucht“, erklärte er.

Dass sein Humor nicht bei allen Menschen im Rheinland gleichermaßen gut ankam, berichtete er auch. Immer wieder hätten sich empörte Menschen an seinen damaligen Chef, den Kardinal Meißner, gewandt und über seine respektlose Art beschwert. Meißner, den er gerne den „Kanalmeister“ nannte, war dafür bekannt, „kein bekennender Rheinländer“ zu sein, erläuterte Pauels. Trotzdem habe er ihn immer „laufen lassen“, was er ihm noch heute hoch anrechne. „Wo der Humor und das Lachen fehlen, regieren Unfreiheit und Angst“, erklärte er. Daher sei es das Bestreben von Diktatoren, den Humor und Witze über sie zu verfolgen.

Aus dieser ernsten Ermahnung leitete er, ganz der „Bergische Jung“, gleich einen Gag ab. Denn während Demokraten Witze sammeln, die Menschen über sie machen, sammelten Diktatoren Menschen, die Witze über sie machen. Die Kritik, dass ein Geistlicher nichts auf der Bühne im Karneval zu suchen habe, sei falsch und kurzsichtig. „Der Glaube und das Lachen gehören zusammen wie die Kirche und der Karneval“, betonte er. Nicht umsonst hätten die meisten bekannten Büttenredner ihre ersten Erfahrungen im „kleinen Karneval“ in den Pfarrgemeinden gesammelt.

Neben solchen Weisheiten kamen natürlich auch die Zoten und Witze nicht zu kurz, für die die Menschen den Diakon mit der roten Pappnase lieben. Apropos Pappnase: Viele Besucher hatten sich selbst ebenfalls mit einer solchen geschmückt. Ein bisschen Karneval im September kann ja nie schaden.

Am Ende versprach Pauels, zur Einweihung der neuen Orgel in zwei Jahren wieder nach Erkelenz zu kommen. „Hier fühle ich mich wohl“, lautete seine Botschaft an die Erkelenzer. „Es ist einfach schön, wenn so viele Leute bei jeder Karnevalshymne laut mitsingen."

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