Heinsberg: Beim „Webmontag“ in der „Werkbank“ geht es um das Remarketing im Internet

Heinsberg : Beim „Webmontag“ in der „Werkbank“ geht es um das Remarketing im Internet

Wer kennt es nicht? Stöbert man für den kommenden Sommer im Internet und sucht zum Beispiel schicke, neue Sonnenliegen für den heimischen Garten, so wird einem in den nächsten zwei Wochen keine andere Werbung mehr angezeigt als die der gemütlichen Sitzgelegenheiten, und das auf nahezu jeder Seite.

Meistens stoßen diese Anzeigen dann auf Ignoranz, aber manchmal sind sie einfach zu verlockend. Diesem digitalen Phänomen, Remarketing oder auch Retargeting genannt, widmete sich ein Vortrag, veranstaltet in der „Werkbank“ Heinsberg im Rahmen des monatlichen „webmontags“. Referent Michael Keukert, Vorstand des Bereichs Onlinemarketing der Aixhibit AG in Aachen, beschäftigte sich mit der Frage, warum uns Onlinewerbung überall verfolgt.

Das Remarketing bedeute zunächst einmal nichts anderes als dass der Besucher einer Internetseite markiert wird. „Das ist so, als würde ich jeder Person einen Zettel auf den Rücken kleben, mit dem sie dann durch die Gegend läuft“, erläuterte Keukert. Anschließend werden von den Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken sogenannte „Remarketing Listen“ erstellt, die alle Bewegungen speichern und sortieren. Diese werden dann den Unternehmen zur Verfügung gestellt — und diese wiederum können sich entscheiden, welche Klicks sie für Werbezwecke kaufen. „So kompliziert sich das anhört, ist es leider auch“, betonte Keukert.

Aktivster Akteur in diesem Geschäft ist Google. Bei dieser Suchmaschine bezahlten in der Vergangenheit Werbetreibende bis zu 90 Cent pro Klick. Noch interessanter für heutige Unternehmen sei allerdings Facebook, führte Keukert weiter aus. „Während Google weiß, was du suchst, weiß Facebook, wer du bist.“

Die Besucher dieses Vortrags verfolgten trotz der Komplexität die Ausführungen des Online-Marketing-Spezialisten sehr genau. Viele von ihnen sind selbst junge Unternehmer, für die das Netz natürlich eine überaus interessante Plattform ist. Der Name „Werkbank“ in Heinsberg wurde immer mehr zum Programm, denn in den Köpfen der Teilnehmer wurde nun richtig gearbeitet.

Gerade den Jungunternehmern gab Keukert einen Ratschlag mit auf den Weg: „Die Sonnenliege darf nicht anfangen zu nerven.“ Werbung die ununterbrochen erscheine, habe oft einen gegenteiligen Effekt, das sei einer der klassischen Anfängerfehler. Trotzdem stecke im Remarketing ein riesiges Potenzial, das nur in der korrekten Weise genutzt werden müsse.

Die anschließende Diskussion, sehr detailliert und ausführlich, zeigte, wie aktuell das Thema für private Internetnutzer und auch für Unternehmer ist.

Das Team der „Werkbank“, an diesem Tage in Person von Mieter Frank Bärmann“, hatte wieder mal ein gutes Gespür dafür bewiesen, was gefragt und vor allem auch nützlich ist.