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Beim Plattdütschoavend mit Musik begeistert

Plattdütschoavend in Wassenberg : Mit „Stöckskes“ und Musik begeistert

Tränen der Freude kullerten so manch einem Zuhörer auch dieses Mal wieder über die Wangen bei all den lustigen Anekdoten vor allem aus lange vergangenen Zeiten, die ihnen in heimischen Dialekten beim „Wasseberjer Plattdütschoavend“ geboten wurden.

„Doa welle wirr oss maar es ene schönne O-avend maake“, begrüßte sie „d´r Arrangschöer“ Walter Bienen, Vorsitzender des Heimatvereins.

Nicht ohne Grund begann er den Abend mit einem Gedicht von Karl Lieck. „Der Playboy“ hieß es. Ein weiteres mit dem Titel „Freiheit“ sollte folgen und von einem im Darm gefangenen „Wind“ berichten, ehe nach gut drei Stunden Programm ein Moment nahte, der dann doch auch ein wenig traurig stimmte. Mit Urkunde und Blumen verabschiedete Walter Bienen nämlich Karl Lieck und seine Frau Gerti.

1989 hatte Karl Lieck den Wassenberger Plattdütschoavend ins Leben gerufen. Zusammen mit Hilde Eraerds, die leider an dem kleinen Festakt nicht teilnehmen konnte, habe er immer zusammen auf der Bühne gestanden, erklärte der Heimatvereinsvorsitzende, ehe er die Gedichte und Lieder aufzählte wie die Bücher und die CD mit den 25 schönsten Liedern von Karl Lieck, die im Laufe der Jahre entstanden waren. Jetzt gehe er in „Plattdütsch-Rente“, bedauerte er.

Um dem ganzen einen gelungenen musikalischen Rahmen zu geben, war der Männergesangverein Wassenberg, in dem Karl Lieck ebenfalls aktiv ist, auf die Burg gekommen, sang in zwei Sequenzen und zum Abschluss natürlich das „Wasseberch-Liedche“ aus seiner Feder und mit der von ihm komponierten Melodie. „Dass ich so viel gemacht habe, liegt daran, dass ich schon so alt bin“, gab sich Karl Lieck ganz bescheiden. „Und ich habe das alles in erster Linie für mich gemacht“, fügte er hinzu. Schon seit er ein kleiner Junge gewesen sei, habe es ihm immer Spaß gemacht, seine Mitmenschen zum Lachen zu bringen.

Weitere „Stöckskes“ hörten die Gäste im voll besetzten Burgsaal von Theo Jessen aus Tüddern, Magda Hausmann aus Karken, Uli Fischer aus Wassenberg auf Gladbacher Platt, Maria Gerards aus Wildenrath, Agnes Winkens aus Wassenberg auf Myhler Platt und von Josef Rademacher aus Effeld.

Nach dem ersten „Päuske“, das Reinhard Gotzes auf seiner Orgesl musikalisch gestaltete, begeisterten Manni Schaffrath und Uwe Hillers aus Myhl mit ihrem Text „Hemot es“ auf eine Melodie der Paveier und mit der Eigenkomposition „Beerdijung mit e Peard“. Nach der zweiten Pause stellten sie das Lied vor, das sie anlässlich des 750-jährigen Bestehens von Myhl geschaffen hatten und ließen sich eine Zugabe mit „See you later my Rollator“ nicht nehmen.

Mit weiteren Stöckskes in Platt trugen Leo Wilms aus Wildenrath auf Myhler Platt, Bruno Wilms aus Myhl, Elfriede Stübner aus Kempen, Heinrich Thissen aus Birgelen sowie „d´r Arrangschöer“ Walter Bienen selbst zum Gelingen des Abends bei.