Beate Görtz gewinnt Ironman auf Hawaii

Sieg beim Langdistanz-Triathlon : Wie eine gebürtige Hückelhovenerin den Ironman-Weltrekord aufstellte

Die gebürtige Hückelhovenerin Beate Görtz holte den Sieg beim legendären Ironman-Triathlon auf Hawaii. Aber nicht nur das: Sie lief, schwamm und radelte in Weltrekordzeit.

Aus deutscher Sicht hätte es beim Ironman auf Hawaii, der Weltmeisterschaft der Triathleten auf der Langdistanz, kaum besser laufen können: Jan Frodeno gewann bei den Männern, Anne Haug bei den Frauen. Aber da gab es noch einen deutschen Sieg, der medial weniger stark im Fokus stand: Beate Görtz gewann den Titel in der Altersklasse 50 bis 54 Jahre. Und das in neuer Weltrekordzeit.

Beate Görtz stammt aus Hückelhoven-Doveren, sie lebt mittlerweile in Köln und startet für den ASV Köln. An Wettbewerben in unserer Region nimmt sie regelmäßig teil.

Auf Hawaii sorgte Görtz nun für ein Ausrufezeichen: Sie hat das herausragende Ergebnis der deutschen Altersklassen-Athleten beim Ironman erzielt, denn  mit dem neuen Altersklassenrekord von 9:46:02 Stunden verbesserte sie die bestehende Bestmarke um rund 45 Minuten. Görtz hält auch schon den Alterklassen-Weltrekord in der Klasse 40 bis 44 Jahre. Diesen Rekord hatte sie bereits im Jahr 2011 aufgestellt.

Der Wettkampf auf Hawaii hatte für Görtz mit dem Schwimmen im Pazifik begonnen, nach der 3,86 Kilometer langen Schwimmstrecke im offenen Meer lag sie mit rund sechs Minuten Rückstand auf dem sechsten Platz. In der Wechselzone gelang es ihr bereits, zwei Minuten auf die Spitze gut zu machen. Den Grundstein für ihren Sieg legte Görtz dann bei ihrer Paradedisziplin, dem Radfahren. Schon nach 38 von 180 Kilometern betrug ihr Vorsprung zwei Minuten. Am Ende der Radstrecke lag sie in ihrer Alterskonkurrenz mit 21 Minuten Vorsprung an der Spitze. Beim abschließenden Marathon konnte Görtz noch einmal zulegen und gewann schließlich mit deutlichem Vorsprung.

Auf ihrer Internetseite schreibt Beate Görtz über sich selbst, sie sei „vollkommen unsportlich“ in Hückelhoven-Doveren aufgewachsen. Sie machte Abitur, eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin in Jülich und besuchte die Abendschule in Aachen, um Maschinenbautechnikerin zu werden. In der Jülicher Zeit begann sie, Rennrad zu fahren. Später zog sie nach Köln, wo der Stadtverkehr das Radfahren ungemütlich machte. Also begann sie, zu laufen. „Nach 14 Marathons in verschiedenen Städten und einer Bestzeit von 3:12 Stunden habe ich mich dann nach etwas Neuem umgesehen: Triathlon“, schreibt sie über sich selbst.

2015 wurde sie wegen gesundheitlichen Problemen zurückgeworfen. Sie konnten ihren Sport in dieser Zeit nur eingeschränkt ausüben. Aber 2017 stieg sie wieder ein. Sie schaffte gute Leistungen bei einigen regionalen und internationalen Wettbewerben. Seit 2018 intensivierte sie das Training wieder, sie sammelte Kraft und Ausdauer für das Ziel Hawaii. Das Ticket sicherte sie sich durch Siege bei internationalen Qualifikationswettbewerben in diesem Jahr.

Der Ironman Hawaii ist der älteste Triathlon über die Langdistanz: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Der Wettkampf findet seit 1978 auf der Inselgruppe Hawaii im Pazifik statt.

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