Bankvorstand Klaus-Dieter Kroll geht in den Ruhestand

Beliebter Bankvorstand Klaus-Dieter Kroll dankt ab : Ein Zahlenmensch durchaus, aber nicht berechnend

Dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, korrekt sitzende Krawatte, polierte Schuhe - gleich auf den ersten Blick erfüllt Klaus-Dieter Kroll genau das Bild, das sich die meisten Menschen wohl von einem Banker machen dürften.

Doch obwohl er eine beispielhafte Karriere hingelegt hat, kann man ihn nicht als Karrieristen bezeichnen. Und obwohl er sich seit vielen Jahren im Metier von Zahlen und Geld bewegt, wirkt er keineswegs kühl berechnend. Der bekannte Satz „In der Ruhe liegt die Kraft“ scheint ihm eine Maxime zu sein.

Im Gegensatz zu so manch anderem erfolgreichen Manager umgibt Klaus-Dieter Kroll denn auch nicht das Fluidum des stets unter Strom stehenden, rastlosen, vorzugsweise seine Ellbogen zum Fortkommen einsetzenden Firmenlenkers, sondern eher das eines „pater familias“, der trotz allem Erfolgsstreben seine menschliche Seite und seine Mitarbeiter nicht vergisst. Nicht zuletzt aus diesem Grund dürfte so mancher Kollege ein bisschen wehmütig dem 31. Oktober entgegen sehen. Denn dann sagt der langjährige Vorstand der Volksbank Heinsberg adieu - kurz vor seinem 63. Geburtstag, den er im Dezember feiern wird.

Ganz klassisch gestartet

„Ich habe 1972 ganz klassisch eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht bei der früheren Volksbank in Herzogenrath“, erinnert sich Kroll. „Denn der Umgang mit Zahlen und Menschen hat mich schon früh gereizt“. Familiär vorbelastet sei er  nicht gewesen, meint Kroll. Anders als  sein Sohn Daniel, der mittlerweile längst bei einem Aachener Kreditinstitut unter Vertrag steht.

Gereift war Krolls Entschluss schon während der Schulzeit an der Realschule in Alsdorf und später an der Fachoberschule in Aachen. Nicht überliefert ist allerdings, ob der Wehrdienst an der Raketenschule der Artillerie Einfluss darauf genommen hat, dass sich Kroll beruflich zum Senkrechtstarter entwickeln sollte.

Eher ungewöhnlich, in der heutigen Zeit kaum vorstellbar, begannen Krolls erste Schritte hinein ins Bankwesen. „Die Volksbank Aachen-Brand wollte mich als Auszubildenden einstellen, aber der damalige Vorstandschef meinte dann: „Jung, das ist aber weit zu fahren, jeden Tag von Herzogenrath nach Aachen.“ Kurzerhand rief der besorgte Banker schließlich bei seinen Kollegen in Herzogenrath an und fragte, ob sie nicht einen vielversprechenden Azubi brauchen könnten - mit Erfolg. Sechs Jahre später, 1978, wechselte Kroll dann allerdings seinen Arbeitgeber und heuerte bei der Raiffeisenbank Geilenkirchen an, „weil ich für mich nicht so die Perspektive gesehen habe in Herzogenrath“, meint er.

Der Schritt sollte sich in doppelter Hinsicht lohnen, denn in Geilenkirchen lernte er schon wenig später seine Frau Monika kennen, die als gelernte Rechtsanwaltsgehilfin ebenfalls in Diensten der Raiffeisenbank stand. Für den harmoniebedürftigen Banker ein Glücksgriff. „Das Schöne ist, auch alle Hobbys machen wir gemeinsam. Meine Frau, mein Sohn und ich spielen begeistert Golf und  Tennis.“ Über sein Handicap auf dem Golfplatz hüllt er sich aber schmunzelnd in Schweigen. „Das Handicap des Golfens entspricht der wöchentlichen Arbeitszeit. Es ist noch deutlich ausbaufähig.“

Das zweite Hochgefühl ergab sich schließlich nach vielen Fortbildungen durch seine spätere Berufung zum Vorstand der Bank. „Ich brauchte mich nicht für den Vorstandsposten zu bewerben. Ein Kollege schied aus und dann hat man mich gefragt. Das war natürlich sehr schön.“ Schön sei auch gewesen, dass die beiden Fusionen - zwischen der Raiffeisenbank eG Geilenkirchen  und der Raiffeisenbank eG Heinsberg und später mit der Heinsberger Volksbank AG zur Volksbank Heinsberg eG, dem größten genossenschaftlichen Institut im Kreis Heinsberg - mit so überwältigender Zustimmung der Vertreterversammlungen erreicht worden seien. Das mache ihn schon ein wenig stolz, sagt Kroll. „Denn das bedurfte einer Menge Überzeugungs- und Vorbereitungsarbeit.“ Überhaupt habe die Bank eine sehr gute Entwicklung genommen, blickt Kroll zufrieden auf seinen Anteil am Gelingen zurück.

Nicht alles machte Spaß

Dabei verhehlt er nicht, dass nicht immer alles Spaß gemacht habe. „Ich konnte mich nie mit den regulatorischen Themen anfreunden, die es in einer Bank so gibt - und es werden immer mehr. Ich war stets als Vertriebler und Personalvorstand einerseits für die Bedürfnisse der Kunden und andererseits für die Belange der Mitarbeiter zuständig.“ Und diese Aufgabe nahm Kroll durchaus ernst. Bisweilen führte dies dazu, dass er seine Vorstandskollegen und die Damen des Sekretariats mit frischem Obst, fein mit eigener Hand portioniert, verwöhnte.

Irgendwie passte dann auch der für ein wenig Verwirrung sorgende Spruch  „Gute Besserung!“ aus seinem Mund dazu. Auf verduzte Nachfragen der gar nicht kränkelnden Beschenkten folgte sogleich die sinnhafte Aufklärung: „Wer aufgehört hat, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ Diese Erkenntnis dürfte Klaus-Dieter Kroll auch in seinem Ruhestand prägen.

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