Bald wieder Babyflut im Tierheim für den Kreis Heinsberg

Pflegestellen gesucht : Bald wieder Babyflut im Tierheim

Die Zeit drängt, denn in Kürze dürfte das Tierheim für den Kreis Heinsberg in Kirchhoven wieder überschwemmt werden. Nicht etwa von Wassermassen, sondern vielmehr von unzähligen süßen Samtpfoten. Was gerade bei vielen Besuchern des Tierheims zu Entzücken führen dürfte, stellt die Belegschaft jedoch vor ein kaum lösbares Problem.

„Wir sind jetzt bald in der Zeit, in der es wieder Würfe ohne Mütter geben wird“, weiß Bianka Mai, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Tierheim betreibt. „Manche Katzenmütter legen ihre Kitten in einer Scheune ab oder einfach in das Gebüsch an einer Tankstelle und sind dann aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in der Lage, sich um sie zu kümmern. Andere Mütter nisten sich mit ihren Jungen irgendwo ein, wo sie nicht erwünscht sind.“ Und am Ende landen sie dann im Tierheim. Gerade die Kitten ohne Mutter sind das größte Problem für das Team an der Stapperstraße. Denn die Kleinen müssen alle zwei bis vier Stunden gefüttert werden, auch in der Nacht.

„Das ist für die Tierheim-Mitarbeiter praktisch nicht zu leisten“, sagt Bianka Mai. Von derzeit rund 80 schnurrenden Vierbeinern werde ihre Zahl nämlich bald auf bis zu 150 Tiere explodieren. Und die fünf Pflegestellen, die das Tierheim derzeit unterstützen, reichen da nicht aus. „Wir könnten auf jedenfall noch zehn weitere gebrauchen“, sagt die Tierschützerin. „Wenn aufgenommene Katzenwelpen der Situation im Tierheim nicht oder noch nicht gewachsen sind und mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung bedürfen, als das im Tierheimalltag zu leisten ist, arbeiten wir mit ehrenamtlichen Pflegestellen zusammen.“

Mit dem bloßen Füttern ist es also nicht getan. „Pflegestellen seien unerlässlich, meint Bianka Mai. „Denn mit der Aufzucht von Flaschenkindern und dem intensiven Kuscheln und Spielen, besonders für die wildgeborenen Kitten, ermöglichen die Pflegestellen den kleinen Katzen eine spätere Vermittlung.“

Bianka Mai, die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Kreis Heinsberg, ist auf der Suche nach Pflegestellen für Samtpfoten. Foto: Rainer Herwartz

Katzenkinder hätten durchaus anspruchsvolle Bedürfnisse und seien so viel mehr als einfach nur süß, meint sie. „Oftmals geht es für die Kleinen um Leben und Tod. Sie zu schützen, zu versorgen, zu pflegen und auf das Leben vorzubereiten, das sei die Aufgabe der Pflegestellen.

Keine leichte Aufgabe, deshalb werden Interessenten, die bereit sind, Pflegestelle zu werden, in einem intensiven Workshop von den Tierpflegern des Tierheimes geschult. Die Voraussetzung, eine solche Pflegestelle zu werden, seien vielfältig, meint Bianka Mai. „An erster Stelle benötigen die Menschen etwas Katzenerfahrung, räumliche Kapazitäten und ganz viel Zeit.“ Die nötige Ausstattung und die tierärztliche Versorgung werde natürlich durch das Tierheim gestellt und gewährleistet.

Doch nicht nur die Katzenbabys bräuchten eine Pflegestelle. „Wir suchen auch noch Plätze für besonders scheue Katzen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat“, sagt Bianka Mai. „Von ihnen sollte nicht erwartet werden, dass sie den Menschen zum Schmusen aufsuchen.“ Gleichwohl bräuchten die Tiere ein fürsorgliches Zuhause.

Wer also ein Herz für die kleinen und großen Samstpfoten hat, sollte sich beim Tierheim in Kirchhoven melden.