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AWO-Beratungsstelle stellt Jahresbericht vor

AWO-Beratungsstelle : Viele Eltern zeigen Erziehungsunsicherheit

Seit langem zählt die AWO-Beratungsstelle, die in Kooperation mit der Diakonie betrieben wird, zum festen Bestandteil im Netzwerk der pädagogischen und psychosozialen Versorgung der Bevölkerung im Kreis Heinsberg. Das Beratungsangebot richtet sich an Menschen mit persönlichen, familiären entwicklungsbedingten oder schulischen Problemen.

537 Beratungen wurden im vergangenen Jahr in der Einrichtung auf der Heinsberger Westpromenade durchgeführt. Diese Bilanz zog Dipl.-Psychologin und Leiterin der Einrichtung Christina Kefalidis.

„Vor allem das Thema Erziehungsunsicherheit und die damit einhergehende pädagogische Überforderung standen im Jahr 2018 klar im Mittelpunkt der Beratung. Ein weiterer deutlicher Arbeitsschwerpunkt der Beratung bildeten Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten“, sagt Kefalidis weiter.

Eltern stünden einerseits vor der Herausforderung ihrer Rolle als Mutter und Vater gerecht zu werden, andererseits dem ständigem Druck der gesellschaftlichen Veränderungen sowie auch der Digitalisierung standzuhalten. Die Anpassungsleistungen die Eltern, Kinder und Jugendliche erbringen müssen, kosten Zeit und Nerven. „Kernkompetenzen in Konfliktmanagement und Krisenbewältigung werden zunehmend wichtig“, sagt Kefalidis und betont: „Familien stehen mehr denn je vor Problemlagen und Lebenssituationen, die ihre eigenen Kräfte und Kompetenzen herausfordern.“

Dazu brauchen Ratsuchende Orientierungshilfen und Wegweisung, um die vorhandene Angebotsvielfalt zu überblicken, die die AWO Beratungsstelle ihnen bietet. „Informationen darüber, welche Hilfe wo und von wem vor Ort schnellstmöglich in Anspruch genommen werden kann, ist besonders in Krisensituationen relevant. Eine Beratungsstelle direkt vor Ort vorzuhalten um Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist gerade in schwierigen Lebenssituationen für Eltern, Kinder und junge Erwachsene sehr wichtig.“

Mit verschiedenen Maßnahmen wie themenbezogene Elterncafés, regelmäßige Sprechstunden und Teilnahme an Veranstaltungen, durchgeführt beispielsweise in Familienzentren, soll die Schwellenangst für die Inanspruchnahme der Beratungsstelle gesenkt sowie eine Verbesserung der Vernetzung erreicht werden.

Das Team um Christina Kefalidis mit weiteren vier Sozialpädagogen und Sozialarbeitern und einer Verwaltungskraft berät und unterstützt zudem Flüchtlingsfamilien.

(red)