Hückelhoven: Aus dem Wasserturm wird ein Wohnhaus

Hückelhoven: Aus dem Wasserturm wird ein Wohnhaus

Wenn es in die Tat umgesetzt wird, dann, davon ist jedenfalls Wolfgang Müller-Dick vom Hochbauamt der Stadt überzeugt, wird das Projekt „Signalcharakter“ für die Siedlung haben: „Das ist ein Zeichen für Umbruch, für einen Erneuerungsprozess. Wenn man sieht, dass sich da oben im Siedlungsbereich was tut, zieht das auch wieder junge Leute an.“

Müller-Dick kann das einschätzen, denn er ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert an entscheidender Stelle im Hochbauamt der Stadtverwaltung beschäftigt. Zum 1. März geht er in den Ruhestand und bekam für seine Arbeit in der Vergangenheit viel Lob und für seinen neuen Lebensabschnitt die guten Wünsche der Vertreter aller Fraktionen in der ersten Sitzung des Bauausschusses im neuen Jahr mit auf den Weg.

Das Projekt, dem Müller-Dick „Signalcharakter für die Siedlung“ zusprach, ist der Umbau des alten, 1925 erbauten Wasserturms auf dem Wadenberg zu einem Wohnhaus mit sich anschließendem Dreifamilienhaus. Dem Turm in bester Wohnlage „mit Blick fast bis in die Eifel hinein“ (Müller-Dick) mit seinem quadratischen Grundriss und seiner Traufhöhe von 13 Metern sieht man auf den ersten Blick nicht an, dass er einst als Wasserreservoir für die Siedlung gedient hat. Diese Funktion ist seit langem durch den Einsatz von Pumpen überflüssig geworden, seit 1987 steht der Backsteinbau unter Denkmalschutz.

Die jetzt vorgelegte Planung der Architektur-Galerie Greven — Architekt Franz Peter Greven hat den Turm vom EBV gekauft — zur Nutzung des Baudenkmales als Wohnhaus und die damit notwendig werdenden Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz erscheint aus Sicht der Unteren Denkmalbehörde, also der Stadt Hückelhoven, als „städtebaulich sinnvoll“.

Der Turm soll aufwendig saniert und durch einen dreigeschossigen Neubau, der über eine Brücke mit dem Wasserturm verbunden wird, erweitert werden. Geplant ist, im Backsteinbau des Wasserturmes selbst zwei Wohnungen über jeweils zwei Etagen und im weiß verputzten Neubau drei Wohneinheiten zu integrieren. „Der Solitärcharakter des Turmes wird erhalten bleiben“, betonte Wolfgang Müller-Dick. Im zweiten Obergeschoss werden beide Gebäude über eine Brücke miteinander verbunden.

Da das geplante Wohnhaus einschließlich der Verbindungsbrücke teilweise außerhalb des rechtskräftigen Bebauungsplanes „van Woerden-Straße“ liegt, stimmte der Ausschuss einstimmig einer Befreiung des Bebauungsplanes zu. Die geplante Maßnahme, so die Meinung der Mitglieder des Bauausschusses, stelle einen guten Kompromiss zwischen dem, was dem Wasserturm unter Würdigung seines Denkmalcharakters an Schutzumfang zugestanden werden müsse, und dem, was im Hinblick auf eine sinnvolle Nutzung des Objektes und seinem direkten Umfeld zugemutet werden kann, dar.

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