Ein Besuch im Wildpark Gangelt: Auge in Auge mit Wolf und Greifvogel

Ein Besuch im Wildpark Gangelt : Auge in Auge mit Wolf und Greifvogel

Die große Fütterung ist schon vorbei im Wildpark Gangelt, und Tierpfleger Florian Wilde ist auch nicht wie sonst in seinem weißen Golfauto unterwegs, das die Tiere unweigerlich mit Futter verbinden. Mit ein paar Leckerchen lassen sich die meisten Tiere aber dennoch dazu hinreißen, ihren Mittagsschlaf zu unterbrechen. Quasi extra für die 23 Besucher, die mit der Aboplus-Aktion dieser Zeitung eine Führung durch den Wildpark gewonnen haben.

Weiter geht’s zu den Tieren, die gern zur Pelzproduktion verwendet werden: Nerze. Das Fell der Tiere ist extrem wasserabweisend. Übrigens: Die Tiere verdrücken locker vier bis sechs Küken am Tag. Gemessen an der Körpergröße ist das eine durchaus beachtliche Menge.

Ansonsten ist gerade die Zeit der Jungtiere. Drei Luchs-Kitten versetzen vor allem die Kinder in Entzücken, ebenso die Waschbär-Babys. Eine Zwischenfrage vom Tierpfleger an dieser Stelle: Warum heißen Waschbären eigentlich Waschbären? Kurze Pause, dann: „Weil sie sich nicht so oft waschen?“ Gute Idee, aber nicht ganz: „Waschbären sehen nicht so gut und ertasten ihre Nahrung – wenn sie im Wasser sind, sieht das so aus, als würden sie ihr Essen waschen“, sagt Wilde.

Wer hat Angst vorm Wolf?

Ein paar Gehege weiter leben die Tiere, die gerade in vielen Region für ein bisschen Diskussionen sorgen: Wölfe. Im Gangelter Wildpark dürften sie die Gemüter indes nicht erregen. Und die Besucher finden die hundeähnlichen Tiere ganz offensichtlich niedlich. Die letzten beiden Wölfe des Parks, sagt Wilde, seien 16 Jahre alt geworden. Ein ordentliches Alter. Die beiden Tiere jetzt sind noch sehr jung, Nathan und Hammy, ein Pärchen. Ins Gehege geht der Tierpfleger an diesem Nachmittag nicht, aber er würde es durchaus tun. „Bis auf fünf Meter traue ich mich ran“, sagt er. „Aber ich weiß noch nicht, wie das ist, wenn sie mal Jungtiere haben.“

Das Wildschwein auf dem Foto hat Tierpfleger Florian Wilde selbst privat aufgezogen. Foto: Marie Eckert

Als nächstes kommen die Elche. Vor gut zwei Jahren durften Leser dieser Zeitung in einer Art Wettbewerb Namen für die damals zwei Elch-Babys vorschlagen, Tilda und Elvin machten seinerzeit das Rennen. Tilda, die von Anfang an deutlich kleiner als ihr Bruder war, hat es nicht geschafft, Elvin erfreut sich aber bester Gesundheit.

In diesem Jahr ist aber kein Elch-Nachwuchs Objekt der Freude von Tierpfleger Wilde, sondern ein einzelner Bulle, der noch eine Nummer größer ist: In der Nacht von Freitag auf Samstag haben die Wisente einen Nachkommen gekriegt, sagt er. Das Kleine ist noch namenlos, aber Wilde freut sich auf jeden Fall „wie verrückt“.

Ein Tag im Wildpark Gangelt: Die Aboplus-Leser, die darauf Lust hatten, waren bunt durchmischt, Klein und Groß hatten ihren Spaß. Foto: Marie Eckert

Zum Abschluss gab’s noch ein paar freie Tiere zum Angucken, genauer Greifvögel. Eule, Adler und Falken segelten über alle am Boden gebliebenen, von Arm zu Arm der Falkner. „Nicht ducken“, rufen die immer wieder – die Vögel hätten schließlich kein Interesse daran, irgendwen umzufliegen. Der Reflex ist aber offensichtlich gar nicht so leicht zu unterdrücken, wenn man die Schwingen eines Raubvogels erst einmal einigermaßen nah neben dem Ohr gespürt hat.

Hirsch und Kind gehen vorsichtig auf Tuchfühlung. Foto: Marie Eckert

Und weil das Wetter bei der Aboplus-Aktion zuverlässig mitgespielt hat – nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu viel Sonne, nicht zu wenig – hieß es nach dem Flugshow-Abschluss für viele danach: eigenständiger Bummel durch den Park.

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