Auftritt vom jungen Raphael Gisbertz im Rondell in Heinsberg

Klassik im Rondell : Konzert mit elfjährigem Ausnahmetalent

Raphael Gisbertz aus Niederkrüchten begeisterte das Publikum beim Konzert im Rondell in Heinsberg. Obwohl noch so jung, gelang ihm in diesem Sommer ein ganz besonderer Schritt in die Welt der internationalen Wettbewerbe.

Mit einem Ausnahmetalent hat die Jugendmusikschule Heinsberg nach dem großen Festakt ihren Reigen klassischer Konzerte im Rondell fortgesetzt. Zu Gast war der erst elf Jahre alte Raphael Gisbertz aus Niederkrüchten, der das Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg besucht. Er hat sich in diesem Sommer die Zulassung zur Hauptrunde des renommierten internationalen Louis Spohr Wettbewerbs in Weimar erspielt.

Im Rahmen des Förderprojektes „Amadeus – Mehr Musik für die, die mehr wollen“ nutzte er das Konzert in Heinsberg als Vorbereitung auf die im November stattfindenden Hauptrunden.

Raphael Gisbertz begann das Geigenspiel mit sechseinhalb Jahren. Sein Lehrer war der Ende 2018 leider plötzlich verstorbenen Ernest Frissen an der Kreismusikschule Heinsberg. Weitere Lehrer waren Hans-Georg Hoschek und Benjamin Ramirez. Aktuell wird er von Emir Imerov unterrichtet. Regelmäßig holt er sich Anregungen bei Meisterkursen und Akademien im In- und Ausland.

Zu seinen Wettbewerbserfolgen gehören mehrere erste Preise bei „Jugend musiziert“ auf Regional- und Landesebene. Immer erreichte er die Höchstpunktzahl. 2016 gewann er beim Alfred-Csammer-Violinwettbewerb in Karlsruhe den alle Altersgruppen übergreifenden Peter-Sesterhenn-Preis für die beste Interpretation eines Werkes aus Barock oder Klassik sowie den ersten Preis in seiner Altersgruppe. Im Juli 2017 trat er unter der Leitung von Mihkel Kütson als Preisträger des Konzertwettbewerbs „Bühne frei“ erstmals als Solist mit den Niederrheinischen Symphonikern auf.

In Heinsberg spielte Raphael Gisbertz von Johann Sebastian Bach die Partita d-Moll BWV 1004 Sarabande – Giga, von Wolfgang Amadeus Mozart das Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216, von Henrik Wieniawski das Scherzo-Tarantelle g-Moll op. 16, von Franz Schubert den ersten Satz der Sonate A-Dur op. 162/D 574, von Max Bruch den ersten Satz aus dem Konzert Nr. 1 g-Moll op. 26 und von Pablo de Sarasate die Zigeunerweisen op. 20. Am Flügel begleitet wurde er von Indira Farabi, die in ihrem Heimatland Kasachstan bereits für ihre herausragenden Verdienste als Künstlerin ausgezeichnet wurde. Zurzeit ist sie als Dozentin an der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf und der Musikschule Mönchengladbach tätig.

Ohne eine Zugabe, Henrik Wieniawski die Etude-Caprice op. 18/4, solo gespielt wie die Partita von Bach, ließ das restlos begeisterte Publikum den jungen Musiker nicht gehen. Schon zur Pause hatte es für ihn stehende Ovationen gegeben. Auch Schulleiter Theo Krings war beeindruckt. „Das war ein tolles Konzert. Virtuos, da wo es hingehört und wirklich berührend”, sagte er. „Einen langsamen Satz Mozart so delikat zu musizieren, das gelingt selbst den wenigsten Profis.“