Neue Friedhofssatzung: Aschestreufeld Novum in Haaren und Umgebung

Neue Friedhofssatzung : Aschestreufeld Novum in Haaren und Umgebung

Der Brief einer Bürgerin gab Ende vergangenen Jahres den Anstoß für die Überarbeitung der Friedhofssatzung und der entsprechenden Gebührensatzung, die der Rat der Gemeinde Waldfeucht jetzt einstimmig beschlossen hat.

Die Frau hatte angefragt, ob es möglich sei, in einem bestehenden Erdgrab eine Urne beizusetzen und was nach Ablauf der Ruhefrist mit der Asche aus Urnen geschehe.

Die neue Friedhofssatzung, die für die fünf Friedhöfe in Waldfeucht, Haaren, Braunsrath, Bocket und Obspringen gilt, sieht nun eine Regelung für die Beisetzung in Erdgräbern vor. So können künftig in einer Wahlgrabstätte anstelle eines Sarges bis zu zwei Urnen je Grabstelle beigesetzt werden. Bei voll belegten Wahlgrabstätten kann auf Antrag eine Urne je Grabstelle zusätzlich zu der bereits erfolgten Erdbestattung beigesetzt werden, wenn die räumlichen Verhältnisse der Grabstätte dies zulassen.

Neu ist, dass Urnen nur noch eine Ruhefrist von 25 Jahren statt bisher 30 Jahren haben. Zu diesem Punkt hatte es vor der Ratssitzung in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses eine kurze Diskussion bezüglich der Gebührensatzung gegeben mit der Frage, ob dann nicht auch die Gebühren entsprechend reduziert werden müssten. Dem widersprachen aber Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen und Sachbearbeiterin Petra Bitter.

In den kommenden Jahren würden die ersten Nutzungsrechte auslaufen, insbesondere bei den Kolumbarien, hatten sie argumentiert. Bisher habe es zum weiteren Umgang mit der Asche keine Regelung in der Friedhofssatzung gegeben. Die neue Satzung sieht nun vor, dass die Gemeinde nach Ablauf der Ruhezeit und Erlöschen des Nutzungsrechts die beigesetzten Urnen entfernt. „Die Aschen werden an geeigneter Stelle auf dem Friedhof in würdiger Weise der Erde übergeben“, heißt es dort weiter.

Mit einem neuen, sogenannten Aschestreufeld, das auf dem Friedhof in Haaren eingerichtet werden soll, bietet die Gemeinde Waldfeucht darüber hinaus jetzt noch eine weitere Möglichkeit der Bestattung und damit die größte Vielfalt im Vergleich mit den Nachbarkommunen Selfkant und Gangelt oder Heinsberg. Dies hatte Petra Bitter ebenfalls in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses erläutert. Eine Bestattung auf diesem Aschestreufeld in Form einer einfachen Rasenfläche, auf der die Asche verteilt wird, ist allerdings nur möglich, wenn der Verstorbene diese Form der Bestattung für sich selbst schriftlich vor seinem Tod bestimmt hat. In diesem Bereich des Friedhofs wird dann nicht gekennzeichnet, wer beigesetzt worden ist.

Auch für das von der Verwaltung in der Sitzungsvorlage beschriebene Problem, dass Reihen- und Wahlgräber ohne Genehmigung der Gemeinde vor Ablauf der Ruhefrist eingeebnet werden, gibt es jetzt eine Regelung in der neuen Satzung. Ebenso wie in dem Fall, dass die Gemeinde ein Grab einebnen muss, weil es mehr als ein Jahr lang vernachlässigt wurde, muss der Nutzungsberechtigte künftig den Pflegeaufwand durch die Gemeinde bis zum Ablauf der Ruhefrist zahlen.

Über diese Änderungen hinaus hat die Verwaltung der Gemeinde auch weitere Anregungen aus der Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes in ihre Satzung aufgenommen. So sieht die Waldfeuchter Satzung nun ausdrücklich vor, dass auf den Friedhöfen der Gemeinde auch Tote bestattet werden dürfen, deren Eltern oder deren Kinder in Waldfeucht leben. Tiere dürfen grundsätzlich auch weiterhin nicht mit auf den Friedhof genommen werden. Eine Ausnahme sind Hunde, die behinderte Menschen begleiten oder die an einer Leine geführt werden, die nicht länger als zwei Meter ist.

Auf dem Friedhof in Haaren sind neben Bestattungen auf dem Aschestreufeld auch weiterhin anonyme Urnenbeisetzungen möglich, aber ebenfalls nur noch dann, wenn der Verstorbene das vorher selbst schriftlich bestimmt hat. In der Satzung geregelt ist jetzt schließlich auch, dass Musik- oder Gesangsdarbietung auf einem der Friedhofe vorher der Genehmigung durch die Verwaltung bedarf.

(anna)
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