Heinsberg-Randerath: Applaus, Angst und eine „positive Nachricht”

Heinsberg-Randerath: Applaus, Angst und eine „positive Nachricht”

Als Landrat Stephan Pusch die Bühne in der Turnhalle von Heinsberg-Randerath betrat, brandete Applaus auf. Als Chef der Kreispolizeibehörde Heinsberg hatte er bekanntlich die Öffentlichkeit darüber informiert, dass sich der aus der Haft entlassene und weiter als gefährlich eingestufte Sexualstraftäter Karl D. in dem Heinsberger Stadtteil aufhält.

Für seine Öffentlichkeitsarbeit und die von ihm angeordnete Observation rund um die Uhr wurde der Landrat von den 300 Einwohnern, die am Mittwochabend zur Bürgerversammlung gekommen waren, mit viel Beifall bedacht: „Wir stehen alle voll hinter Ihnen”, lautete eines der zustimmenden Statements.

Der Landrat wiederum hatte eine „positive Nachricht” mitgebracht: Der Täter habe eingewilligt, freiwillig eine Therapie in einer geschlossenen Einrichtung zu machen. Er hoffe, dass diese Bereitschaft bestehen bleibe und kein taktisches Manöver sei. Es werde mit Kostenträgern und Ministerien eine Lösung angestrebt, notfalls werde es eine auf Kreisebene geben. „An den Kosten wird das Ganze nicht scheitern!”

Doch in vielen Aussagen der Bürger blieben trotzdem am Mittwochabend Beunruhigung und Angst spürbar. Und es blieben Fragen: Wie gut ist eine Therapie? Was ist, wenn Karl D. die geschlossene Einrichtung einfach verlassen will? Dann werde die Polizei informiert und die Observation wieder aufgenommen, so der Landrat.

Pusch räumte ein, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss sei, aber entscheidend sei: „Dass hier nichts passiert.” Zudem hoffe er weiter, dass die Beschwerde beim Oberlandesgericht München und die Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe letztlich doch zu Haft und Sicherungsverwahrung führen werden.

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