Appell, sich am Schützenleben zu beteiligen

Bezirksschützenfest : Alte Werte-Leitplanken, die Orientierung geben

Der Höhepunkt des Heinsberger Schützenjahres stand gleich zu Beginn auf dem Programm beim Heimatabend des Heinsberger Bezirksschützenfestes, das die Schützenbruderschaft St. Katharina und St. Josef Rurkempen ausgerichtet hat.

Nach der Verabschiedung der scheidenden Majestäten führten Bezirksschießmeister Manfred Schäfer und Bezirksjungschützenmeister Frank Schröder die neuen Repräsentanten der Schützen für die 21 Heinsberger und Waldfeuchter Bruderschaften, die im Bezirk vereint sind, in ihre Ämter ein.

Den Titel der Bezirkskönigin nach dem Schießwettbewerb mit dem Kleinkalibergewehr hatte sich Iris Knück, die Königin von der Schützenbruderschaft Schafhausen, gesichert. Neuer Bezirkskönig mit der Armbrust ist Pieter Colbers von St. Johannes Baptist Waldfeucht. Er konnte seine Freudentränen gar nicht mehr verbergen, als er auf der Bühne seine Königskette entgegennahm. Lea Ritterbecks von St. Martini Lieck ist die neue Bezirksprinzessin. Als ihr Stellvertreter fungiert Jannick Lind von St. Johannes Haaren. Über den Titel der Schülerprinzessin freute sich ebenso sichtlich Mina Vogel von St. Martini Schafhausen. Stellvertretender Bezirksschülerprinz ist Hannes Dautzenberg von St. Martini Lieck, gerade einmal zehn Jahre alt.

Eingeläutet hatten das Bezirksschützenfest die Glocken der Pfarrkirche St. Nikolaus, wie Josef Himmels, der Moderator des Abends, in seiner Begrüßung hervorhob. Auf der Bühne eröffnete das Bundesschützen-Pfeifer-, Bläser- und Trommlercorps Kempen den Abend, nachdem es das Ehren- und das Festkomitee sowie die Kempener Schützen ins Festzelt begleitet hatte. Präsident Christian Heuter hatte für seine Begrüßung ein Gedicht von Gottfried Houben gewählt, das dieser für das Bezirksschützenfest 1957 in Kempen geschrieben hatte. „Trefflicher kann man unseren Heimatort nicht beschreiben“, erklärte er. Bezirksbundesmeister Hans-Peter Goertz dankte Heuter und seinen vielen Helfern für die Vorbereitung des Schützenfestes, bevor er ihm die Bezirksstandarte für ein Jahr übergab.

Deutliche Worte sprachen im Reigen der Redner des Abends Schirmherr Konrad Ohlenforst und Ortsvorsteher Guido Peters. Ohlenforst forderte die Kempener Jugend auf, in der Schützenbruderschaft aktiv zu werden und appellierte an alle Mitglieder, Uniform oder schwarzen Anzug wieder aus dem Schrank zu holen. „Das ist besser, als sie den Motten zum Fraß zu überlassen“, betonte er. „Die Schützenbruderschaft ist die Keimzelle unserer Heimat“, erklärte Peters. Sie habe die Heimat geschaffen, bewahre sie und entwickle sie weiter. Die alten Begriffe Glaube, Sitte und Heimat stünden für aktuelle Werte. „Sie sind die Werte-Leitplanken, die uns Orientierung, Stabilität und Identität geben.“

Weitere Grußworte sprachen Kempens Präses Peter Derichs, Bürgermeister Wolfgang Dieder, Ortsringvorsitzender Harald Winkens und Willi Tholen stellvertretend für die vielen ehemaligen Kempener, die zum Heimatabend gekommen waren. Kurzweilig blieb das Programm durch den Wechsel mit musikalischen Beiträgen des Kirchenchors St. Cäcilia und des Instrumental-Vereins Kirchhoven. Lena Schmitz hatte als Vertreterin der jungen Generation eigens ein Gedicht in Kempens Dialekt gelernt, in dem es ums Kirmesgeld für die Kinder ging. Von der Karnevalsgesellschaft Kemper Gröne präsentierten sich die beiden Tanzmariechen Annika Jütten und Mila Heuter, zudem die Showtanzgruppe Magic. Nicht zu vergessen das kleine Heimattheater mit Gerd Windeln, Iris Feldt, Mechtilde Goertz und Hans-Gerd Rademacher. Sie gaben einen amüsanten Einblick in den Sonntagmorgen einer Schützenfamilie bei der Kirmes. Und am Ende erwartete die rund 750 Besucher im Festzelt mit dem Großen Zapfenstreich ein weiterer Höhepunkt. Ausgeführt wurde er vom Kempener Bundestambourcorps, dem Instrumental-Verein Kirchhoven, der Löschgruppe Kempen der Freiwilligen Feuerwehr und den Offizieren der Bruderschaft.