Ausschuss-Sitzung: Am Parkautomaten-Standort scheiden sich die Geister

Ausschuss-Sitzung : Am Parkautomaten-Standort scheiden sich die Geister

Ausgerechnet der „ruhende Verkehr“ brachte lebhafte Bewegung in die Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Kultur, Sport und Verkehr im Wegberger Ratssaal.

Etliche Diskussionen hat es hier schon gegeben um Parkraumbewirtschaftung, Parkplätze und Parkautomaten.Diesmal ging es um einen Antrag der Fraktion Freie Wähler Wegberg, die — auf Wunsch der Geschäftsleute im oberen Bereich der Bahnhofsstraße — eine Umsetzung des Parkscheinautomaten beantragt hatte. Der steht derzeit vor der Mauer des alten Wegberger Friedhofs und sollte auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln.

Die Verwaltung empfahl, von der Umsetzung abzusehen und hatte viele Gründe dafür zusammengetragen. Die zu geringe Gehwegbreite etwa, fest installierte Fahrradständer, die dann ein Passieren mit Kinderwagen oder Rollstuhl unmöglich machen. Zudem sei bei Installation in einen Teil des Pflanzbeetes vor dem dort befindlichen Kiosk zur Verdeutlichung des Standortes ein hoher Rohrpfosten mit beidseitig erkennbarem Hinweisschild erforderlich. Ein wesentlicher Nachteil des Standortes sei zudem, dass die Sonne erst in den Mittagsstunden Energie für das Solarpanel spenden würde. Außerdem würde eine Baumkrone während der Sommermonate ebenfalls Schatten spenden. Es könne zu Energieproblemen kommen.

Das wollte Elmar Becker für die Fraktion Freie Wähler so nicht stehen lassen. Vor der Post-Apotheke sei eine Aufstellung problemlos möglich, stellte er fest. Auch für den Strom, der eventuell erforderlich wäre, wolle der Apothekeninhaber sorgen. Während Stefan Klein für die SPD anregte, auch einen zusätzlichen neuen Parkscheinautomaten in die Überlegungen einzubeziehen, konnte sich Georg Gellissen (CDU) überhaupt nicht mit dem Gedanken der Umsetzung anfreunden. Bei der Parkplatzausfahrt (Torausfahrt) gleich neben dem Gebäude der Deutschen Bank sei ohnehin „größtmögliche Vorsicht geboten“. Da noch einen Parkscheinautomaten aufzustellen sei „unverantwortlich gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern“.

Auch Christine Karneth, die Erste Beigeordnete der Stadt, wollte keine „neuen Gefahrenmomente heraufbeschwören“ und erinnerte an die Verkehrssicherungspflicht. Ob das Betreiben des Parkautomaten mit Stromkabel überhaupt möglich sei, müsse zunächst einmal abgeklärt werden. Ein zusätzlicher Parkautomat koste immerhin 4500 Euro, erläuterte sie in Richtung SPD, und der angeblich rege Zulauf zu diesem Parkautomaten sei durch die erwirtschafteten Parkgebühren nicht belegt.

Mit knapper Mehrheit folgte der Ausschuss dem Verwaltungsvorschlag. Der Parkscheinautomat im oberen Bereich der Bahnhofsstraße bleibt also, wo er ist: vor der Mauer des alten Wegberger Friedhofs.

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