Alliage Quintett läutet Meisterkonzertsaison der VHS ein

Meisterkonzert Stadthalle Erkelenz : Ein Fest der Klänge und der Musik

Wenn die Musiker vom Alliage Quintett, Daniel Gauthier, Sopransaxophon, Miguel Valles Mateu, Altsaxophon, Simon Hanrath, Tenorsaxophon, Sebastian Pottmeier, Baritonsaxophon und Jang Eun Bae, Klavier, ein Konzert geben, dann ist das purer Musikgenuss.

Nicht nur die Freunde der klassischen Saxophonmusik kamen bei diesem ersten Meisterkonzert der neuen Saison auf ihre Kosten, nein, es war auch ein Fest der Klänge und somit ein musikalischer Leckerbissen für die zahlreichen Besucher in der Erkelenzer Stadthalle.

Darüber hinaus war die musikalische Bandbreite an diesem Abend ein Erlebnis der besonderen Art –  allerdings durfte man auch „hochkarätiges erwarten, denn das Alliage Quintett versteht nicht nur sein Handwerk, es gastiert auch an den renommiertesten Konzertsälen Europas, Asiens und Nordamerikas und ist bei namhaften Musikfestivals zu erleben.

Melodisch und expressiv

Das Programm informierte über das Ensemble als die wohl charmanteste Legierung (franz. alliage) von vier Saxophonen und Klavier. Die melodisch und zugleich expressiv klingenden Saxophone trafen hier auf die orchestrale Fülle eines Klaviers, und erzeugten somit für das Publikum ein Hörerlebnis von allerhöchster Qualität.

Das Konzert stand unter dem Titel „Songs and Danzes“, eigentlich ein etwas ausgefallenes Thema für ein Programm mit Meisterwerken aller Epochen, in kompositorisch fein ausgeloteten und raffiniert geschriebenen Arrangements für Saxophonquartett und Klavier.

Der französische Komponist Hector Berlioz war berühmt für die unerhörte Ausnutzung der orchestralen Klangfarben. Er pries die Schönheit der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten des Saxophones, das einen so besonderen Klang besäße, der bis an der Grenze des Hörbaren läge. Seine Klangfarbe sei „zart wie der Hauch eines Echos, wie das unbestimmte, klagende Heulen des Windes in den Zweigen.....!“

Das Programm des 1. Meisterkonzertes beinhaltete eine ganze Reihe von Stücken, die der „Königsbesetzung“ der klassischen Kammermusik, dem Streichquartett, sowohl klanglich als auch in seinen Ausdrucksmöglichkeiten in nichts nachstand, absolut bereichernd erweitert durch die pianistische Komponente. Mit der Suite aus „The Fairy Queen“ des Barock-Komponisten Henry Purcell wurde das Konzert eröffnet. Prelude-Hornpipe III-Rondeau - The Birds und Jig, heißen die fünf Sätze nach Vorlagen von William Shakespeares Bühnenwerken. Präzise, ausdrucksstark ja, fast mystisch wurde Camille Saint-Saëns Danse bacchanale aus „Samson et Dalia“ gespielt, danach „Seven Scottish Airs“ des englischen Komponisten Gustav Holst.

Mit ihrer „Dreigroschenoper“ landeten Bertold Brecht (Text) und Kurt Weil (Musik) einen Welterfolg, aus dessen Werk fünf Songs neu für das Alliage-Quintett arrangiert wurden, um sie in der Stadthalle musikalisch vorzustellen. Die eingängigen Melodien der Tanznummern „Cancan“ und „Barcarole“ sind allseits beliebt und bekannt.

In diesem Jahr feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag, des in Köln geborenen Komponisten Jacques Offenbach. Seine Songs wurden in einem Potpourri vom Saxophonquintett klanglich gemalt. Kompositorische Kunst auf allerhöchstem Niveau, die interpretatorische ebenso.

Bei den fünf Stücken Prelude, Gavotte, Elegie, Walzer und Polka von Dimitri Schostakowitsch, teilte sich das Alliage Quintett in zwei wirkungsvoll agierende Trios. Im Wechsel Klavier-Tenorsaxophon-Baritonsaxophon, sowie Klavier-Sopransaxophon-Altsaxophon, entstanden völlig unabhängig voneinander zwei verschiedenartige Klangbilder, die dann bei Leonard Bernsteins „Suite aus West Side Story“ in kompletter Quintett-Besetzung, in einem furiosen Finale, einen glänzenden Abschluss des ersten Meisterkonzertes der neuen Saison 2019/2020 fanden.

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