Kräfte aus Düren und Heinsberg im Einsatz: Ätzendes Gas in Hückelhovener Firma freigesetzt

Kräfte aus Düren und Heinsberg im Einsatz : Ätzendes Gas in Hückelhovener Firma freigesetzt

Nach einer chemischen Reaktion sind am Donnerstagnachmittag 70 Menschen evakuiert worden. Das teilte die Feuerwehr Hückelhoven mit, die mit einem Großaufgebot in Hilfarth im Einsatz war.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hückelhoven wurden am Donnerstagmittag gegen 13.20 Uhr zu dem „Gefahrguteinsatz mit verletzten Personen alarmiert“. Was dem Laien wenig sagen mag, lies die Feuerwehrleute schon wissen, dass es sich um einen schwerwiegenden Fall handeln könnte: „Die Alarmdepesche mit den Einsatzstichwörtern GSG2 / MANV10 ließ nichts Gutes erahnen“, teilte die Feuerwehr mit. Die Abkürzung „MANV“ steht beispielsweise für „Massenanfall von Verletzten“.

Und das war passiert: „In Hilfarth kam es im Gewerbehof Marienpark zu einer chemischen Reaktion in einem metallverarbeitenden Betrieb. Hierbei wurden toxische Gase freigesetzt“, teilte die Feuerwehr mit. Die alarmierten Kräfte sicherten nach dem Eintreffen die Einsatzstelle und führten die ersten Betroffenen aus dem Gefahrenbereich ins Freie. Hier wurden sie durch den Rettungsdienst versorgt und betreut.

Die Lage gestaltete sich zunächst jedoch einigermaßen unübersichtlich, weshalb vorsichtshalber eine Vielzahl von Wehrleuten hinzugezogen wurde. „Da es sich um eine Gefahrgutlage in einem großen Gebäudekomplex mit kleineren Betrieben und Schulungsräume handelte und nicht genau bekannt war, wie viele Personen sich dort aufhalten könnten, wurde vorsorglich ein Großaufgebot an Rettungskräften in Marsch gesetzt“, so die Feuerwehr.

Das Gebäude wurde daraufhin von den Einsatzkräfte durchsucht. Die angetroffenen Personen wurden über sichere Fluchtwege ins Freie geführt und dem Rettungsdienst übergeben. Um ein genaues Schadensbild zu erlangen, ging ein Atemschutztrupp im Chemikalienschutzanzug in den Gefahrenbereich vor und erkundete die Lage.

„Vorsorglich wurde ein Löschangriff vorbereitet und ein Dekontaminationsplatz für die Einsatzkräfte eingerichtet“, so die Feuerwehr. Was die Feuerwehrleute fanden: „Vor Ort hatte ein Produkt aus ungeklärter Ursache reagiert und giftige Dämpfe freigesetzt. Die Flüssigkeit wurde durch weitere Atemschutztrupps unter Chemikalienschutzanzug mit Chemikalienbinder abgestreut und anschließend in ein Behältnis luftdicht verpackt.“

Zufahrtsstraßen gesperrt

Die Polizei sperrte mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei im weiteren Umfeld alle Zufahrtsstraßen. Bei umfangreichen Messungen im Gebäude konnten anschließend keine erhöhten Messwerte festgestellt werden. Somit konnten die oberen Räume wieder freigegeben werden.

Insgesamt wurden neun Menschen vom Rettungsdienst versorgt sowie 70 Personen evakuiert. Alle Menschen konnte unverletzt die Einsatzstelle verlassen. Zum Abschluss der Feuerwehrmaßnahmen wurden die betroffenen Räume mittels Hochleistungslüfter quergelüftet.

Im Einsatz waren seitens der Feuerwehr Hückelhoven die Hauptamtliche Wache, der Löschzug 1 Hückelhoven, der Löschzug 2 Ratheim, Millich, Kleingladbach, der Löschzug 4 Hilfarth, Brachelen, und vom Kreis Heinsberg der Gefahrgutzug sowie die Informations- und Kommunikationseinheit, die Rettungsdienste des Kreises Heinsberg und des Kreises Düren sowie die Katastrophenschutz-Einsatzeinheiten vom Deutschen Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst. Die Kreispolizeibehörde und die Bereitschaftspolizei waren ebenfalls vor Ort. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte im Einsatz.

Mehr von Aachener Nachrichten