Abgeordnete und KSB informieren im Loherhof über NRW-Förderprogramm

Sportpolitischer Dialog : Vier Millionen für Sportstätten im Kreis

Zum sportpolitischen Dialog hatten der Kreissportbund Heinsberg und der FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Lenzen in den Loherhof nach Geilenkirchen eingeladen. Das Hauptaugenmerk des Abends galt den Fragen der Vereine zum Sportstättenkonzept „Moderne Sportstätten 2022“ und der Verteilung der zusätzlichen Fördermittel des Landes.

Als Gesprächspartner standen den Vertretern der Sportvereine der sportpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Terhaag, Ronnie Goertz als Vorsitzender des Kreissportbundes sowie die Landtagsabgeordneten Stefan Lenzen (FDP) und Bernd Krückel (CDU) zur Verfügung.

Zur zweiten Lesung des Landeshaushaltsentwurfes für das Jahr 2019 hatte der sportpolitische Sprecher Andreas Terhaag Ende November 2018 erklärt, dass für die Jahre 2019 bis 2022 ein millionenschweres Sportstättenförderprogramm für Sportvereine und -verbände aufgelegt werden würde. Diese Nachricht hatte die Vereine im Kreis Heinsberg und im ganzen Land elektrisiert.

„Steuerliche Mehreinnahmen führten zu einem zusätzlich verfügbaren Betrag von rund 300 Millionen Euro. Die Regierungskoalition entschied, diesen Betrag den Sportvereinen im Land direkt zukommen zu lassen“, erläuterte Bernd Krückel.

Zuvor schon hatte Andreas Terhaag den hohen Stellenwert des Sports für die Landesregierung betont. Den Sportpolitikern sei bewusst, dass es im Bereich der Sportstätten einen Investitionsstau gebe. So sei klar gewesen, dass die zusätzlichen Mittel direkt den Vereinen ohne Umwege über die Kommunen zufließen sollten. Um aber den Kriterien und Überprüfungen der Mittelverwendung durch den Landesrechnungshof gerecht zu werden, zu denen Nachhaltigkeit und Nachweisverwendung gehörten, müsste zuvor Klarheit bestehen, wie die Verteilung der Fördergelder erfolgen könne, betonte Terhaag.

Herauskristallisiert hätten sich folgende Vorstellungen: die Verteilung solle gerecht erfolgen. Die Förderung solle direkt bei den Vereinen ankommen. Die Moderation der Verteilung vor Ort solle über die Kreissportbünde erfolgen. Die Mitgliedschaft im Landessportbund sei Voraussetzung. Projekte unter 10.000 Euro sollen nicht förderwürdig sein. Für beantragte Förderungen bis 100.000 Euro müsse ein Eigenanteil von 10 Prozent eingebracht werden. Für Beträge bis zu einer Million Euro insgesamt 20 Prozent Eigenanteil. Dieser solle auch in Form von Eigenleistungen möglich sein.

Jede kreisfreie Stadt und jeder Kreis solle in etwa eine Förderhöhe im Umfang der fünffachen Sportpauschale erhalten. Für den Kreis Heinsberg würde dies einen zusätzlichen Betrag in Höhe von rund vier Millionen für den Zeitraum 2019 bis 2022 bedeuten. Gefördert werden sollten grundsätzlich nur Projekte, die sich im Eigentum der Vereine  befänden. Ausnahmen seien möglich, die vor allem der Tatsache Rechnung tragen solle, dass gerade im ländlichen Bereich viele Vereine das Kriterium, Eigentümer zu sein, nicht erfüllen könnten. Überlassungsverträge von Sportstätten seien auf keinen Fall förderwürdig. Die Antragsstellung solle über die Hilfestellung durch die Kreissportbünde erfolgen.

In der nachfolgenden Dialogrunde mit den Vereinsvertretern betonten diese, dass die meisten Vereine eine kostenlose Nutzung mit den Kommunen vereinbart hätten, die Eigentümer der Sportanlagen seien. Vor allem seien aber für die Sportarten Schwimmen, Leichtathletik und Indoor-Sportarten die Sportstätten wie Schwimmhallen und Sporthallen in der Hand der Kommunen oder Teil von Schulen. Diese sollten aber gerade nicht mit den genannten Mitteln gefördert werden. Auch wenn Beispiele innovativer Lösungen wie beim Kunstrasenplatz in Waldenrath von Bernd Krückel vorgestellt wurden, blieben Fragen offen, die einen weiteren Austausch der Landespolitiker mit den Vereinen notwendig machen.

Stefan Lenzen sicherte zu, die Anregungen und Bedenken der Vereine zur weiteren Bearbeitung in die Fraktionen einzubringen.

Mehr von Aachener Nachrichten