Gemarkung Eichsdelle mehrfach neu gestaltet

Stolberg-Vicht : Gemarkung Eichsdelle mehrfach neu gestaltet

In unserer Serie „Ansichten über Jahrzehnte“ geht es um das Gebäude eines Bestattungsunternehmens im Stolberger Stadtteil Vicht

Unsere Serie „Ansichten über Jahrzehnte“ beschäftigte sich diesmal mit einem Gebäude in Vicht.

Unser historisches und aktuelles Vergleichsfoto zeigt diesmal den Eingangsbereich zur Vichter Gemarkung „Eichsdelle“. Somit steht die Eichsdelle im 170. Teil unserer Serie „Gleich und doch anders – Ansichten über Jahrzehnte“. Auf unserem 1972 entstandenen Vergleichsfoto liegt rechts ein im späten 19. Jahrhundert entstandenes Bruchsteinhaus. An seiner Front befindet sich links ein Werbeplakat, das auf die Nebenstelle eines Stolberger Bestattungsinstitut hinweist.

Oberhalb des Gebäudes ist im Hang ein weiteres Wohnhaus zu sehen. Auf dem historischen Vergleichsfoto lugt es zwischen den Bäumen hervor. Inzwischen ist der Bewuchs dichter geworden und das vermutlich in den frühen 1950er Jahren errichtete Gebäude verschwindet hinter einer „grünen Wand“.

Links ist der Weg abgebildet der nach dem Passieren einer kleinen Vichtbrücke zum Vichter Friedhof führt. Der Friedhof im Hang der Eichsdelle ist in der Mitte der 1920er Jahre entstanden.

Die erste Begräbnisstätte hatte rund um die 1672 errichtete Kirche gelegen, die heute als Johanneskapelle auf dem rechten Vichtbachufer liegt. Die Neuanlegung eines Begräbnisfeldes war notwendig geworden, weil die zur Verfügung stehenden Fläche rund 250 Jahre nach ihrer Entstehung für die Bestattung der örtlichen Verstorbenen nicht mehr ausreichte.

Ein neues Gelände fand Vichts katholische Pfarrgemeinde in den 1920er Jahren im Hang der Gemarkung Eichsdelle. Das dazu erforderliche Gelände hatte man von der damaligen Gemeinde Kornelimünster erworben.

Die Gemeinde Gressenich, Vicht war damals ein Ortsteil der Gemeinde Gressenich, beteiligte sich baulich, indem sie einen Zuweg zum Friedhofsgelände anlegte, der auch eine neue Brücke beinhaltete. Somit wurde Pfarrer Julius Rumpen - 1912 Erbauer der ebenfalls an der Eifelstraße liegenden neunen Vichter Pfarrkirche und im Juni 1929 verstorben, nicht auf dem alten Kirchhof an der heutigen Johanneskapelle beerdigt, sondern auf dem einige Jahre zuvor neu angelegtem Gelände.

Der Vichter Friedhof ist terrassenförmig im Hang angelegt und ist deshalb gerade im Winter schwer passierbar. Erst 1988 gelangte der Friedhof, der mehrmals eine Erweiterung erfuhr, in den Besitz der Stadt Stolberg. Zuvor hatte die katholische Pfarrgemeinde Vichts St. Johann-Baptist für die Unterhaltung und Pflege der Begräbnisstätte gesorgt.

Wie unschwer auf unserem aktuellen Vergleichsfoto zu erkennen ist, befindet sich auch heute noch an dem rechts liegendem Gebäude eine Werbebotschaft für ein örtliches Bestattungsunternehmen.

Allerdings nicht mehr mit der gleichen Aufschrift wie seinerzeit, sondern mit den Zeilen, die auf das Nachfolgeunternehmen des 1870 gegründeten Gewerbes hinweisen. Fotos: Stadtarchiv Stolberg und Toni Dörflinger.

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