ZWAR-Netzwerk Geilenkirchen zieht Bilanz

ZWAR-Netzwerk Geilenkirchen : In netter Runde zwischen Arbeit und Ruhestand

Wenn es ZWAR in Geilenkirchen nicht schon geben würde, man müsste es glatt erfinden. Zumindest diejenigen rund 100 junggebliebenen Senioren, die das ZWAR-Netzwerk, das im Januar gegründet worden war, inzwischen kennengelernt haben, möchten die Bereicherung nicht missen, die ihre Freizeitgestaltung seitdem erfahren hat.

Auch aus den umliegenden Kommunen kommen Bürger im Ruhestand nach Geilenkirchen, um im Rahmen des ZWAR-Netzwerkes mit Gleichgesinnten Karten oder Boule zu spielen, Ausflüge zu unternehmen oder sich einer der insgesamt zehn ZWAR-Gruppen anzuschließen.

ZWAR richtet sich an Menschen ab 60 Jahren und liest sich ausgeschrieben „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. In Geilenkirchen wird ZWAR von den Projektpartnern Stadt Geilenkirchen, dem Caritasverband für die Region Heinsberg, der Franziskusheim gGmbH und der ZWAR Zentralstelle NRW getragen.

Wenn die tägliche Routine, die durch den Beruf geprägt wurde, wegfällt, wünschen sich viele Menschen etwas Neues, das ihre nun reichlich vorhandene Freizeit ausfüllt und zwar am liebsten in netter Runde mit Gleichgesinnten. Hier setzt ZWAR an.

Nach einem halben Jahr ZWAR in Geilenkirchen zogen Nicole Abels, Gemeindesozialarbeiterin der Caritas, Melanie Hafers-Weinberg, Quartiersmanagerin der Franziskusheim gGmbH, die Seniorenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Christa Butenschön, und die „einfache Rentnerin“ Ulla Palmen ein Resümee der Aktivitäten des Geilenkirchener ZWAR-Netzwerkes.

Nicole Abels, Ulla Palmen, Christa Butenschön und Melanie Hafers-Weinberg (v.l.n.r.) engagieren sich im ZWAR-Netzwerk Geilenkirchen, das Gruppenaktivitäten für die Generation 60 plus anbietet. Foto: Dettmar Fischer

Wichtig ist ihnen, noch einmal deutlich zu machen, dass die ZWAR-Gruppen allen Bürgern der Generation 60 plus offen stehen.

Die „einfache Rentnerin“, wie sie sich selber vorstellt, Ulla Palmen, ist das Paradebeispiel für eine ZWAR-Nutzerin. Bis vor zweieinhalb Jahren war sie berufstätig. Dann hatte sie sich zunächst etwas ausgeruht und war schließlich auf die Suche nach einer Freizeitgestaltung bei ZWAR gelandet. Wie viele andere Nutzer hat auch Ulla Palmen sich mehreren Gruppen angeschlossen. Sie gehört zur Boule-, Karten-, Sing- und Kino-Gruppe. Es sei doch auch schön, wenn sich ihr Mann freue, wenn sie wieder nach Hause komme, sagt Ulla Palmen, für die ZWAR in Geilenkirchen genau richtig kam.

„Die Geilenkirchener haben diese Chance wirklich genutzt“, betont Nicole Abels. „ZWAR ist eine Bereicherung für Geilenkirchen." Und sie fügt hinzu: „Alles kann, nichts muss“, dies sei der Leitgedanke, der den Gruppenmitgliedern ihre Freiheit lasse. „Die Radgruppe nimmt immer Rücksicht auf das schwächste Mitglied“, sagt Melanie Hafers-Weinberg. Die Gruppen seien vom Respekt vor den anderen Mitgliedern getragen.

Der „Heimathafen" der ZWAR-Gruppen ist die ZWAR-Basisgruppe. Sie trifft sich 14-tägig um 18.30 Uhr im Franziskusheim in Geilenkirchen, Zum Kniepbusch 5. Das nächste Treffen findet am heutigen Mittwoch, 7. August, statt. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, dieses Treffen unverbindlich zu besuchen.

Zunächst stellen bei den Basisgruppen-Treffen die einzelnen Gruppen ihre Aktivitäten kurz vor. Dann besprechen die Gruppen untereinander, was ansteht. Hier besteht also die gute Gelegenheit für alle „Neuen“, mal reinzuschnuppern. Wer eigene Ideen hat, kann hier Mitstreiter suchen. Theoretisch ist alles möglich, praktisch müssen sich nur ein paar Gleichgesinnte finden. Derzeit bieten die zehn bestehenden Gruppen Wanderungen, regelmäßige Radtouren, Kartenspiele, Walken, Städtetouren, gemeinsame Lektüre, Singen aus Spaß an der Freud, Wohnmobilreisen, Boule und das Seniorenkino an. Die Kinoveranstaltungen in der Realschule sollen wegen der großen Nachfrage von drei in 2019 auf sechs in 2020 aufgestockt werden.

Christa Butenschön, die auch Mitglied beim Runden Tisch Altenarbeit der Caritas ist, hatte die Idee zum Seniorenkino gehabt. Die ZWAR-Seniorenkinogruppe füllt diese Idee nun mit Leben. Eine stets vollbesetzte Aula spricht für den Erfolg dieser Initiative. In einem halben Jahr werden sich die beiden hauptamtlichen Begleiter des Geilenkirchener ZWAR-Netzwerkes, Nicole Abels und Melanie Hafers-Weinberg, aus der Organisation zurückziehen. So will es die Projektidee.

Schon jetzt haben die einzelnen Gruppen jeweils einen Ansprechpartner. Ulla Palmen hat diese Aufgabe etwa für die Boule-Gruppe übernommen. Sie hat sich um die Beschaffung der Boule-Kugeln gekümmert. Viel Arbeit habe sie aber nicht mit dieser Aufgabe, viel Spaß aber schon. Die Boule-Spieler treffen sich regelmäßig an der Boulebahn am Hallenbad, die anderen Gruppen im Bürgerhaus, im Quartiersbüro Bauchem oder sie machen einen Treffpunkt für ihre Touren aus. Ulla Palmen ist sehr optimistisch, dass ZWAR auch nach dem Rückzug der Hauptamtlichen weiter laufen wird. „Wir sind ja schon groß“, lacht sie.