Übach-Palenberg: Zirkuschef Ernst Renz stapelt ganz hoch

Übach-Palenberg: Zirkuschef Ernst Renz stapelt ganz hoch

Die zirzensischen Unternehmen haben es nicht leicht in der heutigen Zeit. Das Leben in den Wagen- und Zeltburgen hat längst den Reiz vergangener Jahrzehnte verloren. Zusätzlich setzt das Wetter den Tieren ziemlich zu.

Und bei der großen Menge an Zirkussen, die von Woche zu Woche alleine in Deutschland unterwegs sind, findet sich nicht für jeden ein guter Platz. Einige Zirkusfamilien leben von der Hand in den Mund. Sie müssen schauen, wie sie ihre laufenden Kosten decken.

In Übach-Palenberg gastiert noch bis zum 28. Juli der Familienzirkus Renz an der Jülicherstraße. Auch Ernst Renz, Chef des neun Personen starken Familienbetriebs weiß, dass es ein Zirkus heutzutage schwer hat. „Gemeinsam werden wir unseren Zirkus weiter entwickeln“, erzählt Renz, dem besonders der Zusammenhalt der ganzen Familie am Herzen liegt.

Ein Zirkus müsse mit Leidenschaft betrieben werden, sonst bringe das gar nichts, ist er sich sicher. Im Jahre 1842 gegründet, befindet sich die bekannte Zirkus-Dynastie Renz heute in der neunten Generation. „Es ist ein ständiges Auf und Ab, derzeit macht uns das Wetter zu schaffen“, sagt Ehefrau Silvia Renz. Temperaturen über 30 Grad seien einem Zirkusbesuch eher abträglich. Silvia Renz ist die Zirkusdirektorin und führt durch das knapp 90-minütige Programm.

Neun Artisten und Dompteure sorgen dafür, dass beim Publikum keine Langeweile aufkommt. Nachdem der vergangene Samstag einigermaßen gut verlief, musste die Familie die erste Sonntagsvorstellung um 11 Uhr mangels Publikumsinteresse absagen. Am Nachmittag um 17 Uhr öffnete sich das Zweimast-Zelt dann für gerade einmal 21 überwiegend junge Menschen. Diese erlebten aber eine schöne, abwechslungsreiche Vorstellung, die sanfte Pferdedressuren und auch viel Akrobatik, Jonglage, Clownerie und Show beinhaltete. Zu Beginn präsentierte Ernst Renz seine stolzen Araber, mal solo, mal mit einem Mini-Pony als Partner an der Seite. Die Zuschauer zeigten sich begeistert.

Atemberaubend war die artistische Darbietung von Nadine Renz. Die 18-Jährige verbog sich, als hätte sie keine Knochen im Leib. Später begeisterte sie auch mit einer Hula Hoop-Show. Bruder Antonio wirbelte bei seiner Jonglage Bälle, Ringe, Keulen und brennende Fackeln durch die Luft, während es Vater Ernst mit dem „Hochstapeln“ hielt. Er schaffte es sogar, fünf Stühle gleichzeitig auf seinem Kinn zu balancieren. Das brachte ihm ein Gewicht von immerhin 30 Kilogramm auf das Kinn. Clown Peppino und sein Partner „Dumme Banane“ strapazierten mit ihrer Komik die Lachmuskeln der Besucher.

Weitere artistische Darbietungen und Tierdressuren machten den Zirkusbesuch zu einem schönen Erlebnis.

Der Familienzirkus Renz gastiert noch am Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag (28. Juli) jeweils um 17 Uhr auf dem Platz an der Jülicherstraße. Am 27. und 28. Juli gibt es eine zusätzliche Vorstellung um 11 Uhr. Weitere Informationenw unter www.circus-ernst-renz.de.

(g.s.)