Geilenkirchen/Übach-Palenberg: „Zensus 2011”: Zufallsprinzip entscheidet über den Fragebogen

Geilenkirchen/Übach-Palenberg: „Zensus 2011”: Zufallsprinzip entscheidet über den Fragebogen

In diesen Tagen sind auch in Geilenkirchen und Übach-Palenberg Frauen und Männer unterwegs, die einem durch Zufallsprinzip ausgesuchtem Personenkreis, quer durch alle Bevölkerungsschichten, allerhand Fragen zu ihren Lebensumständen stellen werden. Die so genannten Erhebungsbeauftragten klingeln allerdings nicht unerwartet an der Haustüre.

Im Vorfeld wurden bundesweit Haushalte angeschrieben und über den Zensus 2011 unterrichtet. Die Ankündigungsschreiben der Interviewer mit Terminvorschlag lagen in den vergangenen Tagen in den Briefkästen des auserwählten Klientels. IT NRW (Information und Technik Nordrhein-Westfalen) ist für die verpflichtende statistische Erhebung zuständig, die zum letzten Mal 1987 durchgeführt wurde.

„In Geilenkirchen sind jetzt 38 Erhebungsbeauftragte mit den zehnseitigen Fragebögen unterwegs”, nennt der stellvertretende Leiter des Hauptamtes, Joachim Grünewald, erste Zahlen. Dabei würden rund 4000 Personen die 46 auf den zehn Seiten der Papierbögen enthaltenen Fragen beantworten müssen. Die Beantwortung der Fragen sei zwingend vorgeschrieben, nur eine Antwort nach Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung sei dem Befragten freigestellt. Maßgeblicher Stichtag für den Zensus 2011 ist der 9. Mai, auf diesen Tag werden sich die Fragen beziehen. „Es sollten schon Frauen und Männer aus der Verwaltung oder dem öffentlichen Dienst sein, die als Interviewer zu den Menschen geschickt werden”, sagt Grünewald. Weil diese Erfahrung im Ausfüllen von Fragebögen hätten.

Die im Vorfeld ausgesuchten Interviewer standen Anfang Februar fest, wurden der für alle Kommunen zuständigen Erhebungsstelle beim Kreis Heinsberg gemeldet und von den dortigen Sachbearbeitern geschult. Alle Erhebungsbeauftragten, die während ihrer Freizeit in den nächsten drei bis vier Wochen die Befragung durchführen, bekommen für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung.

Für die Befragten gibt es drei Möglichkeiten, dem Zensus gerecht zu werden. Bei der persönlichen Befragung füllt der Interviewer den Fragebogen aus, hierfür sind etwa 15 Minuten einkalkuliert. Der Fragebogen kann aber auch selber ausgefüllt und per Post an die Erhebungsstelle geschickt werden. Im digitalen Zeitalter wird als dritte Alternative eine Online-Beantwortung angeboten.

Joachim Grünewald wie auch sein Übach-Palenberger Kollege Michael Wirth weisen aufgrund des Zensusgesetzes auf die Verpflichtung der Beantwortung hin. In Übach-Palenberg sind 33 Interviewer eingesetzt, 3800 Menschen werden laut Ulrich Hollwitz, Pressesprecher des Kreises, befragt. Über jede Person in einem Haushalt werden Auskünfte eingeholt. IT NRW hat dazu nach einem Zufallsprinzip Adressen ausgewählt. Fiel das „Los” beispielsweise auf die Konrad-Adenauer-Straße 500 und träfe hier auf acht Mietparteien, werden alle unter dieser Adresse lebenden Bewohner befragt -Êganz gleich welchen Alters.

Neben persönlichen Angaben sind auch Angaben zu Staatsangehörigkeit, Bildung und Ausbildung, Berufstätigkeit, Wohnadressen und Art des Einkommens zu machen.

Parallel zum Zensus 2011 läuft auch eine Gebäude- und Wohnungszählung, bei der auch Auskunft zu erteilen ist. „Niemand kann sich um die Beantwortung der Fragen herumdrücken, bei Uneinsichtigkeit kann dies bis zu einem Zwangsgeld verfolgt werden”, erklärt Joachim Grünewald.

Bis zum 31. Juli soll IT NRW über die kompletten Auskünfte verfügen.

Die Statistiker verweisen darauf, dass jede einzelne der beim Zensus erfragten Informationen strengsten Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen unterliegt. Persönliche Einzeldaten würden den abgeschotteten Bereich der amtlichen Statistik nicht verlassen.