"WIr für Ruanda" Verein feiert 25-jähriges Bestehen

Über zwei Jahrzehnte : „Wir für Ruanda“ feiert sein 25-jähriges Bestehen

Im April des Jahres 1994 brach in Ruanda ein Bürgerkrieg aus, der eigentlich bereits im Jahr 1990 begonnen und zu einem der schlimmsten Genozide der Weltgeschichte geführt hatte. Damals wurden mehr als 700.000 Menschen auf teils brutalste Art getötet.

Viele Menschen hatten daraufhin das Land verlassen und waren in die Nachbarländer geflohen. Allein im Osten des Kongos kampierten an den Ufern des Kivu-Sees bis zu zwei Millionen Menschen ohne jede Infrastruktur. Allzu lange hatte die Welt weggeschaut vor den Gräueln dieses Bürgerkrieges, wie auch vor den katastrophalen Zuständen in den Flüchtlingslagern. Erst im August 1994 – nachdem im Juni über 6.000 Menschen an einem einzigen Tag an den Folgen einer Choleraepidemie verstorben waren – entsandte Deutschland in Form der Care-Aktion hunderte von Freiwilligen für die medizinische Versorgung in den Osten des Kongos. Mit bei der ersten Gruppe war Dr. Bernd Bierbaum aus Oberbruch.

Viel Erfahrung gesammelt

Als ehemaliger Entwicklungshelfer in einem Missionskrankenhaus in Südafrika brachte er bereits eine große Erfahrung im Bereich medizinischer Arbeit in Afrika mit. Nach seiner Rückkehr aus den Elendsgebieten – geprägt von den schrecklichen Erlebnissen – reifte in ihm der Wunsch, auch von seiner Heimat aus aktiv dazu beizutragen, die Not dieser Menschen zu lindern.

Sein Anliegen fand Gehör bei seinen Freunden und Bekannten: Am 10. September 1994 wurde der Verein „Wir für Ruanda“ gegründet, der zwei Jahrzehnte erfolgreich zahlreiche Hilfsprojekte im Gebiet der großen Seen unterstützt hat – möglich gemacht durch viele treue ehrenamtliche Helfer und Spender.

Seit 2011 betreibt der Verein nun sein eigenes Projekt – das „Children’s hope center“ in Kibilizi/Ruanda. Dieses ist ein Zentrum für Kinder mit intellektuellem Förderbedarf. Viele Jahre wurde Dr. Bierbaum auf die Situation der geistig behinderten Kinder in Ruanda aufmerksam gemacht und darauf, dass es in Ruanda keine vernünftigen Einrichtungen gibt, die diese Kinder auffangen.

Rechenschaft

Anlässlich des großen, alle zwei Jahre stattfindenden Ruandafestes auf dem Schulhof der Realschule in Oberbruch, das diesmal vom 16. bis zum 18. August gefeiert wird, wird der Verein dokumentarisch Rechenschaft über seine bisherige Arbeit ablegen, denn der Verein feiert dann sein 25-jähriges Gründungsjubiläum.

Die Schirmherrschaft über das Fest hat zur großen Freude der Verantwortlichen der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, übernommen. „Wir sind sehr stolz, dass die hohe Politik unseres Landes auf diese Weise die großartige Arbeit der vielen freiwilligen Helfer und Spender hier in Deutschland, aber auch die Arbeit unserer Mitarbeiter vor Ort in Afrika würdigt“, so der Vorsitzende von „Wir für Ruanda“, Dr. Bernd Nierbaum.

Das in den vergangenen Jahren betriebene Projekt „Children’s hope center“ macht laut Bierbaum große Fortschritt. Zurzeit baut der Verein dort eine afrikanische Küche, in der die Jugendlichen aus dem neu organisierten berufsbildenden Zentrum auch eine Koch-Ausbildung erhalten. Grundsätzliches Ziel ist es, Kindern mit intellektuellem Förderbedarf eine Grundrehabilitation und optimale Förderung zu vermitteln.Die Termine des Ruandafestes: Freitag, 16. August, 20 Uhr; Samstag, 17. August, 14 bis 23.30 Uhr; Sonntag, 18. August, 10.30 bis 18 Uhr. Veranstaltungsort ist die Gesamtschule in Oberbruch. www.wir-fuer-ruanda.org.

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