Übach-Palenberg: Wikinger und Franken jagen im Wurmtal

Übach-Palenberg: Wikinger und Franken jagen im Wurmtal

Wer seinen Spaziergang am Wochenende in das Übach-Palenberger Naherholungsgebiet unternahm, fühlte sich dabei ins frühe Mittelalter versetzt.

Nicht nur, dass die Passanten von den beiden deutschen Edelziegen „Leo” und „Joschi” begrüßt wurden, nein, unweit des römischen Badehaus-Denkmals hatten sich Gruppen von Franken und Wikingern häuslich niedergelassen. 20 „freie Wikinger und Franken” aus der Region hatten hier ihre nach historischen Vorlagen gefertigten Zelte aufgebaut.

„Wir kommen vom Wikingerhof Dieck im Selfkant”, nannte Anja Ratzka ihren Heimatort. Wikinger und Franken hätten sich zusammengefunden, um hier vor historischer Kulisse ein „lebendiges Denkmal” zu bilden und gewährleisteten an zwei Tagen einen Einblick in den damaligen Alltag. Aus Anlass des „Tages des Denkmals” hatte sich Übach-Palenberg zu dieser außergewöhnlichen Präsentation entschlossen.

In Anlehnung an einen frühmittelalterlichen Fund in Schweden hatten die Familien aus dem Kreis Heinsberg sechs Keilzelte im Naherholungsgebiet installiert - getreu nachgebildet.

Ihre Zeltkonstruktionen erbauten die echten Wikinger aus Schiffsteilen, wie Planken und Ruder. Darüber fand ein Segel als Plane Verwendung - und schon war die Unterkunft fertig. Und eben in solch einem Zelt übernachteten die Freunde des Mittelalters an diesem Wochenende.

In der Mitte der Zeltlandschaft hatten die Winkinger- und Frankenfrauen eine Kochstelle eingerichtet. Am Wochenende gab es den klassischen Erbseneintopf, und der schmeckte Alt wie Jung. „Leo” und „Joschi” hatten das Nachsehen, sie mussten sich mit Äpfeln und Gras begnügen.

„So ein Wochenende ist für mich wie Urlaub”, erzählt Schornsteinfegermeister Thomas Göbbels, der sich in seiner Wikinger-Rolle sehr wohl fühlt. Ehefrau Manuela sowie die beiden Kinder Laura und Sven waren ebenfalls mit von der Partie.

Er präsentierte Pfeil und Bogen, die ebenso an diesem Tag zum Umfang der Vorführungen gehörten, wie Kämpfe mit 1,3 bis 2,5 Kilogramm schweren Schwertern. „Das Bogenschießen machen wir, um eine Jagdszene darzustellen”, erläuterte Göbbels. Währenddessen blies Alex Savelsberg kräftig in ein Rufhorn.

In den Abendstunden wurden die Öllampen in Betrieb genommen, was zusammen mit den Duftstäbchen eine besondere romantische Stimmung erzeugte. Zum dritten Mal waren die Wikinger und Franken im Übach-Palenberger Naherholungsgebiet, und wenn es nach ihnen geht, sicherlich nicht zum letzten Mal.