Gangelt-Birgden: Wie ein Bühnenbild im Fenster

Gangelt-Birgden: Wie ein Bühnenbild im Fenster

Mit neuen Arbeiten und einer Auswahl seiner in vielen Jahren entstandenen Kunstwerke lädt Willi Wagels für den 22. September von 11 bis 19 Uhr Interessierte in sein Haus ein.

Haben die neuen Arbeiten ein Thema? „Nein“, sagt er, „das geht quer durch den Garten.“ Folglich der Titel für seine Ausstellung: „Malerei im Garten“. Das Haus in der Gaterstraße in Birgden ist voller Kunstwerke, im Fensterbereich außergewöhnlich gestaltet, der Garten bietet tausend Blickfänge. Ein kreativer Geist ist hier am Werke. „Vor vielen Jahren habe ich auf dem Kunsthandwerkermarkt in Aachen eine Frau malen sehen“, erinnert sich der heute 77-Jährige. Das habe ihn begeistert, das habe den Ausschlag gegeben, selber kreativ in die Malerei einzusteigen.

Kunstinteressiert sei er immer gewesen, erzählt der ehemalige Bautechniker. Aber er unterscheidet deutlich zwischen dem, was er neben der Berufstätigkeit als „ein bisschen Kunsthandwerk“ betrieben hat und der Zeit, als er sich „kreativ mit der Malerei“ zu beschäftigen begann, als Pensionär.

Gehofft hatte er, den Absprung von der trockenen Bauchtechnik hin zur Theaterbühne zu schaffen. Nicht als Schauspieler, der er auch einmal war, sondern als Bühnenbauer. Als langjähriger Vorsitzender und Regisseur bei der Dorfbühne Birgden habe ihm der Bühnenbau immer besondere Freude bereitet. So trat er als 40-jähriger an, macht eine Schreinerlehre, die Voraussetzung für die Arbeit als Bühnenbauer war und absolvierte ein Praktikum am Stadttheater Krefeld. Lang ist die Liste der Seminare und Fortbildung im künstlerischen Bereich, die er besucht hat. In vielen Bildern zeigt sich der „individuelle Wagels“. Er sieht irgendwo eine Szene, malt aus der Erinnerung oder lässt der Fantasie freien Lauf. Der Ehrenamtler und Senioren- Messediener an St. Urbanus hat der Weggemeinschaft der Gangelter Pfarrgemeinden eine tolle Arbeit gewidmet: eine Fotokollage der acht Pfarrkirchen, die von einer Brücke mit Menschen umspannt werden. Die drei Brückenpfeiler ruhen auf den Wörtern „Ich“, Du“, „Wir“. Das ist die Grundidee der Weggemeinschaft in künstlerischer Umsetzung.

Dass es bei Willi Wagels auch oft eine augenzwinkernde Kunst gibt, zeigt eine Skulptur, die aus einer Schaufensterpuppe entstanden ist. Dazu gehört der Satz „Der Tennisarm ist eine Last, wenn Du ihn am Körper hast.“

(hama)
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