Gangelt: Wenn die Hammond röhrt, ist wieder „Blues & more” angesagt

Gangelt: Wenn die Hammond röhrt, ist wieder „Blues & more” angesagt

„Wie kommt man von der Geige zur Mundharmonika”, wollte Christian Schröder in einer kleinen Zwischenmoderation von Manni Kremers wissen, und sicherlich möglichst detailliert die Stationen dieser doch radikalen Veränderung beschrieben haben.

„Geige weglegen, Harmonika nehmen”, war die völlig unromantische Antwort des Mannes, der bei der „Open Blues Band” den mit Abstand kleinsten Instrumentenkoffer zu tragen hat.

Die 2003 gegründete Formation aus dem Bergischen Land begeistert bei der jüngsten Auflage von „Blues & more” im Gangelter Schützenheim, wo wieder einmal nicht nur die Deckel auf den zahlreichen Pokalen tanzten, das fachkundige Publikum mit traditionellem Chicago-Blues in traditioneller Besetzung. Schnörkellos nennt der Laie das wohl, was da aus den Lautsprechern kommt.

„Da röhrt die Hammond, die Harp beißt und die Gitarre weint, dass es eine Freude ist”, umschreibt Organisator Christian Schröder in der Bluessprache den Auftritt der fünf gestandenen Herren. Aber selbst diese Musiker seien Amateure im Musikgeschäft; allerdings mit jahrzehntelanger Live-Erfahrung. „Ohne Bühne kann keiner von denen leben”, umschrieb das Schröder.

„Die Open-Blues-Band dürfte mit Abstand das Beste sein, was wir im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe hier gehört haben”, zeigte sich auch Jochen Jansen aus Dremmen begeistert. Er selber ist über einen Workshop von Christian Schröder vor gut einem Jahr in die Szene gekommen und hat mittlerweile mit „Black Bourbon” eine eigene Gruppe, die immer auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten ist (www.black-bourbon.de). Einen Auftritt gab es am Sonntag beim Geburtstag von Mutter Helene Jansen, die zum 63. nicht nur ein „Happy Birthday”, sondern auch den ein oder anderen Bluessong zu hören bekam.

Jochen Jansen ist ein klassisches Beispiel für die Art von Musikern, die bei den Veranstaltungen in Gangelt willkommen sind. Er, der so langsam von Elvis Presley über Muddy Waters, Golden Earring und Cream, „seine” Musik gefunden hat, ist eine Leitfigur, wenn es nach dem Programm-Teil in die Jam-Session geht. Zu seiner Band gehört auch Ralf Vornholt, der zu Beginn mit Christian Schröder, Detlef Schubert und Frank Wilden - das Ganze nennt sich dann „Hideaway BB - Gangelter Besetzung” - wie immer die Eröffnung des Bluesabends spielte.

„Sore Temptation” heißt eine Formation von Gangelter Jugendlichen. Dazu gehören Mike Jansen (16) und Yannic Nordhausen (18). Mike Jansen hat als Schlagerzeuger schon einige Male die „alten Herren” bei der Session von seinem Können überzeugt. Yannic Nordhausen war zu erstmals dabei und brauchte einen gewissen Anlauf, bis auch er zur Gitarre griff und - wie das die Fachleute nennen - bei einem A-Dur-Blues mitspielte.

Während „Sore Temptation” üblicherweise Rock- und Punkmusik machen, kommt auch hier immer wieder mal der Blues ins Spiel. „Ich habe die Tröte diesmal zu Hause gelassen”, nahm sich Manfred Breuers, einer, der schon seit der ersten Veranstaltung als Organisator und natürlich Meister am Saxophon und an der Klarinette dabei ist, diesmal eine Auszeit und genoss es, wie viele andere Gäste auch, einfach mal zuzuhören und den Blues als beste Medizin gegen alles zu genießen.

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