Internetausbau in Geilenkirchen: „Weiße Flecken“ sollen verschwinden

Internetausbau in Geilenkirchen : „Weiße Flecken“ sollen verschwinden

Nun bekommen auch die „weißen Flecken“ im Stadtgebiet Geilenkirchen einen gigabitfähigen Breitbandanschluss. Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz unterzeichnete die Kooperationsvereinbarung mit dem Kreis Heinsberg, die auch Bürgern in abgelegenen Orten wie Apweiler, Bocket, Nierstraß und Panneschopp die Zukunft des modernen Internets, das Glasfaserkabel, bescheren wird.

Ab Mitte 2020 soll der kostspielige Ausbau erfolgen. Ziel des zu 50 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent vom Land geförderten Breitbandausbaus ist die Beseitigung sämtlicher „weißer Flecken“ im Kreis Heinsberg, also der Adresspunkte, die nicht mindestens über eine Anschlussgeschwindigkeit von 30 Megabit pro Sekunde verfügen.

Studie zeigt Lücken

Durch eine vom Kreis Heinsberg in Auftrag gegebene „Machbarkeitsstudie zum flächendeckenden FTTH/B-Ausbau“ waren insgesamt im Kreisgebiet 1071 unterversorgte Adresspunkte ermittelt worden. Bei diesen Anschlüssen handelt es sich in der Regel um außerhalb liegende Gebäude oder kleinere Ortschaften, deren Erschließung für die Telekommunikationsunternehmen unwirtschaftlich sind.

In Geilenkirchen wurden 90 Adresspunkte, die über den Fördertopf zukunftsfähig gemacht werden sollen, ermittelt. Neben Adressen in abgelegenen Orten, sollen auch sechs noch nicht an das Breitbandnetz angeschlossene Geilenkirchener Schulen und 20 Gewerbestandorte an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Der zehn Prozent-Anteil der Kommunen am Breitbandausbau beträgt im Fall der Stadt Geilenkirchen 330.000 Euro. Der gesamte Breitbandausbau zur Beseitigung der „weißen Flecken“ in Geilenkirchen wird also rund 3,3 Millionen Euro kosten.

Hinter den „sieben Bergen“ im idyllisch gelegenen Bocket wird die Zukunft des Internets, das Glasfaserkabel, einziehen. Foto: Dettmar Fischer

Die Ausschreibung des Auftrags soll, so der Breitbandkoordinator des Kreises Heinsberg, Michael Eßer, nach der Bewilligung der Fördergelder voraussichtlich Anfang 2020 erfolgen. Eßer hofft auf einen Synergieeffekt.

Nutzer profitieren

Das Telekommunikationsunternehmen, das den Zuschlag erhalten wird, könnte über die geförderten Anschlüsse hinaus, auch den eigenwirtschaftlichen Ausbau weiterer Anschlüsse im Umfeld der geförderten Maßnahmen tätigen.

So könnten eventuell auch im Innenstadtbereich Geilenkirchen, der derzeit noch nicht an das zukunftsweisende Glasfasernetz angeschlossen ist, einige Internetnutzer vom Förderprogramm profitieren.

In den Außenorten hatte sich bis auf die bislang unprofitablen „weißen Flecken“ bereits  ein Breitbandausbau vollzogen. Die Stadt Geilenkirchen hatte sich mit dafür eingesetzt, die 40 Prozent-Quote, die das Telekommunikationsunternehmen anstrebte, um wirtschaftlich den teuren Tiefbau umsetzen zu können, zu erfüllen.

Als Breitbandkoordinator für den Kreis Heinsberg weiß Michael Eßer auch, dass das Kürzel FTTH/B-Ausbau für Fiber to home/Building-Ausbau steht und die Verlegung des Glasfaserkabels bis an die Grundstücksgrenze bezeichnet. Welche Kosten auf die Bürger zukommen, die einen gigabitfähigen Internetanschluss zukünftig nutzen möchten, hänge, so Eßer, davon ab, welches Telekommunikationsunternehmen den Zuschlag erhalte. Die Wirtschaftlichkeit und der Breitbandausbau im Umfeld der geförderten Glasfaserstränge wären Teile der Kriterien der Auftragsvergabe, erläuterte Eßer.

Nach dem erfolgten Breitbandausbau im Bereich der „weißen Flecken“ hätten dann Bewohner des abgeschiedenen Örtchens  Panneschopp  einen schnelleren Internetzugang als ihre Mitbürger in der Geilenkirchener Innenstadt.

Dort behilft man sich derzeit teilweise noch mit 200 bis 400 Megabit-Leitungen. Damit lässt sich zwar auch HD-Fernsehen ruckelfrei gucken. Aber inzwischen  gibt es durchaus Anwendungen bis hin zu den Gamern, die über externe Server gemeinsam spielen, bei denen der Nutzer schnellere Leitungen zu schätzen weiß. Michael Eßer lässt keinen Zweifel daran, dass das Glaserfaserkabel die Verbindung der Zukunft ist: „Schneller als Lichtgeschwindigkeit geht nun mal nicht.“

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